Neuer Recyclinghof in Schnelsen: Bau verzögert sich
In Schnelsen soll ein neuer Recyclinghof gebaut werden. Das Projekt wartet allerdings seit 2025 auf die notwendige Genehmigung. Gleichzeitig wächst vor Ort die Sorge vor einer zunehmenden Verkehrsbelastung an der Holsteiner Chaussee.
Von Nina FreierSeit 2025 wartet die Stadtreinigung auf grünes Licht für ihren neuen Recyclinghof in Schnelsen. Der Bau hätte ursprünglich Anfang 2026 beginnen sollen. Doch nicht nur die ausstehende Genehmigung sorgt für Diskussionen: Auch die möglichen Auswirkungen auf den Verkehr rund um die nahe gelegene Holsteiner Chaussee beschäftigen Anwohner und Bezirkspolitik.
Ersatz für Niendorf – Genehmigung bleibt aus
Auslöser für die Neubaupläne ist der bestehende Wertstoffhof in Niendorf: Das Areal ist mittlerweile zu klein für die erforderlichen Sanierungs- und Neuerungsarbeiten. Deswegen soll in Schnelsen auf 5.600 Quadratmetern ein neuer Recyclinghof entstehen. Die Kosten für das Projekt seien aktuell noch unklar. Laut Medienberichten liegen die geschätzten Kosten des Recyclinghofs bei 5,5 Millionen Euro. Die Stadtreinigung bestätigte diese Summe auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten nicht.
Für den Bau wurde ein sogenannter BImSchG-Antrag bereits 2025 bei der Umweltbehörde (BUKEA) eingereicht. Der Antrag liege aktuell immer noch bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, erklärt Anna-Maria Jeske, Pressesprecherin der Stadtreinigung, auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten.
Als Standort ist das Gewerbegebiet Flagentwiet/Kulemannstieg nahe der Holsteiner Chaussee vorgesehen.
BImSchG-Antrag
Ein Antrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) wird im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens zum Schutz von Mensch und Umwelt gestellt. Dabei geht es insbesondere um die Errichtung, den Betrieb oder wesentliche Änderungen einer genehmigungsbedürftigen Anlage, beispielsweise eines Recyclinghofs.
Besorgnis über steigendes Verkehrsaufkommen
Im Januar 2025 wurde im Regionalausschuss Lokstedt, Niendorf und Schnelsen eine verkehrstechnische Untersuchung samt Mobilitätskonzept vorgestellt. Diese entstand 2024 im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens „Schnelsen 97.“
Ein Blick in dieses Verkehrsgutachten und auf die Lage vor Ort zeigt: Die Holsteiner Chaussee hat ein hohes Verkehrsaufkommen. Zu den Hauptverkehrszeiten kommt es zu Rückstaus.
Bei den Anwohnenden und Politikern vor Ort herrscht Sorge vor einer Überlastung des Straßennetzes. Grund dafür sind weitere Großbauprojekte in unmittelbarer Nähe: Im Schuljahr 2028/29 soll die neue Campusschule Schnelsen für bis zu 1.500 Schülerinnen und Schüler öffnen. Zudem ging vor Kurzem ein neues DHL-Zentrum in Betrieb.
Verkehrsgutachten sieht Handlungsbedarf
Das Verkehrsgutachten zum Bebauungsplan Schnelsen 97 untersucht neben der bestehenden Verkehrssituation auch die zusätzlichen Verkehre, die durch neue Bauvorhaben entstehen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass an mehreren Stellen Anpassungen notwendig seien.
„Das Verkehrsgutachten bestätigt inzwischen schwarz auf weiß, worauf Anwohner und Bezirkspolitik seit Jahren hinweisen: Mit DHL, Recyclinghof, Campusschule und zusätzlichem Wohnungsbau stößt das bestehende Straßennetz an seine Grenzen“, betont die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Camilla Joyce Thiele gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten.
Neuerungen für Bus, Bahn und Farradverkehr
Wie die Behörde für Inneres und Sport auf Anfrage mitteilt, hat das verkehrstechnische Planungsbüro Planersocietät Frehn, Steinberg & Partner die Leistungsfähigkeit der umliegenden Straßen, Kreuzungen und Ampelanlagen untersucht. Das Fazit: Zwar seien Anpassungen bei den Lichtsignalanlagen erforderlich, die grundsätzliche Leistungsfähigkeit des Verkehrsnetzes bleibe jedoch erhalten.
Das Verkehrsgutachten empfiehlt unter anderem Anpassungen an den Ampelanlagen, zusätzliche sichere Querungsmöglichkeiten an der Holsteiner Chaussee sowie einen Radweg parallel zur AKN-Trasse. Zudem soll die Anbindung an Busse und die AKN-Bahn verbessert werden, heißt es in dem Verkehrsgutachten.
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