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fullscreen Blumen statt Bitumen
Foto: Jan Hildebrandt

Blumen statt Bitumen

500 Unterschriften sind schon zusammen gekommen, als Andreas Böhle am Sonnabend wieder an seinem plattgemachten Blumenbeet an der Wiesenstraße Ecke Heußweg Stellung bezieht. Und schnell werden es mehr, die die Liste für den Erhalt von Anwohnerbeeten unterschreiben. Zudem rücken tatkräftige Helfer mit Gartengeräten an.

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Manuela Pagels, Peter Gutzeit, Ellen Schuttrich, Jürgen Kahlert. Foto: Anja von Bihl
Manuela Pagels, Peter Gutzeit, Ellen Schuttrich, Jürgen Kahlert. Foto: Anja von Bihl

Es sind drei der fünf Fraktionsmitglieder der Linken in der Eimsbütteler Bezirksversammlung. Peter Gutzeit hatte angekündigt: „Mit frischer Erde und ein paar Blumen wollen wir den Schaden wiedergutmachen, den die Bezirksverwaltung dem Herrn Böhle angetan hat.“ Von einer „Schwachsinnsaktion“ des Bezirksamts spricht Jürgen Kahlert. Er und Manuela Pagels können nicht finden, dass durch die Blumen irgenwie die Sicherheit gefährdet wäre. Und es sieht auch nicht so aus, als wären Nutzer der benachbarten Fahrradstation durch das Beet ernsthaft behindert gewesen.

Parteiübergreifender Protest

Am Mittwochmorgen war im Auftrag des Bezirksamts die kleine Grünfläche mit den bunten Blumen zerstört und eingeebnet worden – um dem Verkehr die entzogene Nutzungsfläche wieder zurück zu geben; wir berichteten.

„Jetzt reicht es aber!“ sagt Ellen Schuttrich von der CDU, die sich ebenfalls eingefunden hat. „Da schicken sie irgendeinen Trupp, der keine Ahnung hat, weil das Fachamt Management Öffentlicher Raum nicht genug Personal hat. Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke muss mal in seiner Behörde aufräumen,“ meint die Politikerin aus dem Vorstand der CDU Eimsbüttel/Hoheluft West.

Die Fraktion der Grünen in Eimsbüttel hat in der Sache bereits am Freitag eine kleine Anfrage an das Bezirksamt gestellt. Ihre Fraktionsvorsitzende Anna Gallina bezeichnete in einer Presseerklärung das Verhalten der Verwaltung als völlig unverständlich. „Die selbst gepflegten Beete sind eine Bereicherung, an der sich alle erfreuen,“ so Gallina. Bereits im vergangenen Sommer hätten die Grünen den Bezirk aufgefordert, „Urban Gardening“ zu unterstützen, indem er öffentliche Flächen dafür benennt.

Grün ist die Hoffnung

Es gebe so viel anderes zu tun, meint eine Nachbarin: Lose Gehwegplatten stellten ein Unfallrisiko dar, überall seien Wege zugewuchert, Parkplätze würden weggenommen. Und dieses hier sei ja auch nicht das einzige von engagierten Bürgern angelegte Blumenfeld, das bekämpft werde. Einer müsse sogar schon Strafe bezahlen. Sie spricht von einer „Borniertheit der Schneekönige, egal von welcher Partei.“

Andreas Böhle und ein kleiner Helfer sind guten Mutes. Foto: Anja von Bihl
Andreas Böhle und ein kleiner Helfer: Hier war das Beet. Foto: Anja von Bihl

Andreas Böhle, der Gärtner mit Gemeinsinn, sammelt weiter Unterschriften. Die Liste geht dann an das Bezirksamt. “Da wollen wir denen die Hörner mal wieder gerade biegen,” sagt er mit einem Augenzwinkern.

An der Ecke Heußweg und Wiesenstraße jedenfalls ist die plattgewalzte Fläche wieder verschwunden. Ein wenig Erde und blühende Stauden haben das Bild verändert. Noch ein bisschen gießen, damit sie auch anwachsen. Wohl gemerkt: bei der ganzen Aktion handelt es sich um noch nicht einmal einen Quadratmeter.

Es blüht wieder. Foto: Jan Hildebrandt
Es blüht wieder. Foto: Jan Hildebrandt
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