Bundestagswahl 2017: Kandidatin Zaklin Nastic aus Eimsbüttel
In unserer Serie zur Bundestagswahl 2017 sprechen wir mit den Direktkandidaten des Wahlkreises Eimsbüttel. Dieses Mal mit Zaklin Nastic von der Partei Die Linken.
Von Clara Eichner
Zaklin Nastic: „Das versaut den Flair, den die Osterstraße hatte“
Die Flüchtlingspolitik steht auf Ihrer politischen Agenda weit oben…
In der öffentlichen Debatte wird die Flüchtlingsfrage weniger thematisiert, als vor zwei Jahren. Aber es sind weltweit immer noch 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht.
Wie werden die Geflüchteten Ihrer Meinung nach im Bezirk aufgenommen?
Wir hatten Versäumnisse, was die Versorgung angeht. Menschen mussten zum Beispiel im Baumarkt im Hörgensweg oder in einer Tennishalle in der Papenreye übernachten. Dennoch klappte die Aufnahme sehr gut. Die Verwaltung im Bezirk hat sich viel Mühe gegeben und über ihre Kapazitäten hinaus gearbeitet. Es müsste mehr Geld von Bund und Länder in die Bezirke fließen.
Die Linke Eimsbüttel untersucht die Auswirkungen des Osterstraßen-Umbaus. Was spricht gegen den Umbau?
Zum Teil sind die Maßnahmen sicher sinnvoll. Sie bringen aber auch eine Gentrifizierung mit sich. Die Mieten werden steigen, für die Bewohner und die Gewerbetreibenden. Salopp gesagt: das versaut auch ein bisschen den Flair, den die Osterstraße hatte.
Zaklin Nastic: „Ich bin keine Einzelkämperin“
Ein Eimsbütteler fragt sie, warum er seine Stimme bei der Bundestagswahl Ihnen geben sollte. Was antworten Sie?
Weil die Linke die einzige politische Kraft ist, die sich konsequent für Frieden und soziale Gerechtigkeit einsetzt.
Sie sprechen viel von „sozialer Gerechtigkeit“. Was genau verstehen Sie unter dem Begriff?
Das betrifft zum Beispiel gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Wir haben uns sehr aktiv dafür eingesetzt, dass Frauen, die in der ausgelagerten Servicegesellschaft arbeiten für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen, wie ihre Kolleginnen bei den Elbkindern.
Es bedeutet, dass Menschen nicht mehr in befristeten Arbeitsverträgen beschäftigt sind. Vor allem nicht in Tochterunternehmen der Stadt. Gerecht bedeutet auch, dass jeder irgendwann so viel Lohn bekommt, dass er über mehr Rente als Grundsicherung bekommt.
Zu guter Letzt: Was war Ihr bisher größter politischer Erfolg?
Das ist ja sehr eitel. In Niendorf habe ich zusammen mit dem Elternrat der Inklusions-Schwerpunktschule Moorflagen erreichen können, dass vorerst kein Schulgebäude schließen muss. Aber ich glaube, man ist nicht persönlich erfolgreich, sondern zusammen mit anderen erfolgreich. Ich bin keine Einzelkämperin.



