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Olaf Jessen betreibt in Stellingen das "Hankook Sportcenter". Foto: Katharina Stertzenbach
Olaf Jessen betreibt in Stellingen das "Hankook Sportcenter". Foto: Katharina Stertzenbach
Engagement

Bundesverdienstkreuz für Boxtrainer aus Stellingen

Boxtrainer Olaf Jessen setzt sich für verhaltensauffällige Kinder in Hamburg ein. Für sein Engagement wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Von Gast

Olaf Jessen ist einer der sozial engagiertesten Boxtrainer Hamburgs. In seinem Sportcenter „Hankook“ in der Linse in Stellingen trainiert er seit 30 Jahren Menschen jeden Alters. Mit seinem Verein „Boxschool – Verein für Gewaltprävention e.V.“ unterstützt er zudem Schulen im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. 

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Für sein Engagement wurde er Ende vergangenen Jahres mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die „Boxschool“-Kinder

Im Jahr 2010 gründete Jessen den Verein „Boxschool e.V.”. Mit seinem Team besucht er über 28 Hamburger Schulen und versucht, ein gewaltfreies und kooperatives Miteinander der Kinder und Jugendlichen zu fördern. Dabei geht es unter anderem darum, ihnen mit den Mitteln des Boxsports Fähigkeiten und Fertigkeiten wie beispielsweise Konzentration und Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit oder auch Rücksichtnahme, Fairness und Respekt zu vermitteln, um ihnen mittel- bis langfristig eine Perspektive zu geben. Zum Beispiel, dass sie ihren Schulabschluss schaffen. 

Seine Schützlinge fallen im Schulalltag oft durch ihr unsoziales und gewalttätiges Verhalten auf. Oder wie Jessen sagt: „Diese Kinder sind außerhalb der Norm.“ Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem aber stecken unglückliche Lebensumstände dahinter, sagt er. Zum Beispiel Konflikte in der Familie oder auch die Lockdowns während Corona.

Alle sitzen im selben Boot

Jessen setzt an diesem Punkt mit pädagogischen Boxtrainings an. Das heißt nicht, dass sein Team und er mit dem Zeigefinger auf die Kinder und ihre Eltern zeigen, sondern vielmehr, dass sie mit ihnen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

So werden zu Beginn des Trainings gemeinsame Regeln für das Boxtraining festgelegt, an die sich alle – auch die Erwachsenen – halten müssen. „Ganz wichtig bei unserer Arbeit ist, dass wir als Menschen authentisch bleiben“, sagt Jessen. Auf Regelverstöße wie Beleidigungen oder Tätlichkeiten folgen Konsequenzen, für den Einzelnen oder die gesamte Gruppe.

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Boxschool

 In der Regel nehmen die Kinder ein Schuljahr lang in kleinen Gruppen von sechs bis maximal zwölf Kindern und Jugendlichen an dem Training teil. Betreut werden sie immer von einem „Boxschool”-Trainer. Wichtig ist dabei die enge Vernetzung mit der Schule. Um einen direkten Transfer des Erlernten in den Schulalltag zu gewährleisten, wird eng mit den Mitarbeitenden der jeweiligen Schule zusammengearbeitet.

Hoffnung: Mehr Aufmerksamkeit durch Bundesverdienstkreuz

Jessen sieht sein Team von „Boxschool e.V.” nur als einen Teil der Lösung. „Nur gemeinsam mit den Schulen und den Jugendämtern sind wir super, zusammen mit den Eltern sind wir super gut.“

Dabei ist es ihm wichtig, dass die Arbeit mit den Heranwachsenden von den Behörden mehr Anerkennung bekommt. Laut Jessen ist das System derzeit noch zu träge. Es fehle unter anderem an Geld und damit an Möglichkeiten, die Arbeit der „Boxschool” weiter auszubauen und den Kindern mehr Unterstützung zu bieten.

Jessen wünscht sich für die Zukunft mehr Aufmerksamkeit für die Schülerinnen und Schüler. Das Bundesverdienstkreuz sieht er selbst als eine Art Gütesiegel für seine Arbeit und nicht als Anerkennung seiner Person. Er hofft damit das Interesse und Engagement der Hamburgerinnen und Hamburger wecken zu können. Nicht zuletzt deswegen hat er das Bundesverdienstkreuz erhalten: Am Ende geht es Olaf Jessen immer um die Kinder.

Die feierliche Übergabe des Bundesverdienstkreuzes findet im Laufe des Jahres im Rathaus statt.

Text: Katharina Stertzenbach


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