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Die Unterkunft in der Schmiedkoppel. Foto: Jasper Karin
Die Unterkunft an der Schmiedkoppel. Foto: Jasper Karin
Flüchlingsunterkunft

Erstaufnahme in Niendorf schließt – Flüchtlingshilfe warnt

Die Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete an der Schmiedekoppel 30 in Niendorf wird aufgelöst. Die Flüchtlingshilfe Harvestehude kritisiert diese Entscheidung und warnt davor, Unterkünfte vorzeitig aufzugeben.

Von Jasper Karin

Die Flüchtlingsunterkunft an der Schmiedekoppel 30 schließt zum August dieses Jahres. Alle 268 Bewohnerinnen und Bewohner des Containerdorfes, das als Erstaufnahme fungierte, sollen bis dahin in feste Einrichtungen umziehen. Das teilte die Hamburger Sozialbehörde mit. Die Flüchtlingsunterkunft an der Schmiedekoppel 29, direkt nebenan, bleibt bestehen.

Laut Wolfgang Arnhold, Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, seien die rückläufigen Zahlen von Asylsuchenden der Grund für die Schließung. Zwischen 2024 und 2025 sind die Asylzahlen in Hamburg um circa ein Drittel gesunken, wie die Stadt Hamburg bekanntgab. Dieser Trend setzte sich auch 2026 fort. Die Unterkunft mit über 700 Plätzen soll zuletzt nicht mal bis zur Hälfte belegt gewesen sein.

Das passiert mit den Flüchtlingen

Laut Arnhold gehe es nun darum, „Kapazitäten in den Erstaufnahmen schrittweise anzupassen“. Das Ziel sei, „Not- und Interimsstandorte – etwa Hotelunterbringungen – zu reduzieren“. Darunter fällt auch das Containerdorf an der Schmiedekoppel 30. Stattdessen sollen dauerhafte Unterkünfte gestärkt werden.

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Die Bewohnerinnen und Bewohner der Schmiedekoppel 30 sollen in „öffentlich-rechtlichen Unterbringungen“ ziehen. Der Umzug soll für Geflüchtete „sozialverträglich“ ablaufen, wie Arnhold sagt. Beispielsweise sollen Familien mit schulpflichtigen Kindern erst in den Schulferien umziehen, damit ein Schulwechsel einfacher fällt. So schreibt es SPD-Bürgerschaftsabgeordneter Marc Schemmel auf seiner Website. Wer keinen Platz in einer festen Einrichtung erhält, soll in das benachbarte Containerdorf an der Schmiedekoppel 29 ziehen.

Wenn die Container abgebaut sind, prüfe die Hamburger Sozialbehörde, ob auf der Fläche eine feste Flüchtlingsunterkunft gebaut werden könne. Die Umsetzung hänge unter anderem davon ab, wie groß die Fläche und wie teuer die Unterkünfte seien würden.

Kritik von der Flüchtlingshilfe Harvestehude

Hendrikje Blandow-Schlegel von der Flüchtlingshilfe Harvestehude übt deutliche Kritik am Vorgehen der Sozialbehörde. Für sie sei unklar, warum erst nach Schließung des Containerdorfs geprüft werde, ob dort eine feste Unterkunft gebaut werden könne. „Das ist wie, wenn ich meinen Mietvertrag kündige, ohne mir vorher eine andere Wohnung zu suchen“, sagt sie.

Dass Flüchtlinge von einer Erstankunft in feste Unterkünfte ziehen, sei in erster Linie zwar eine positive Nachricht, sagt Blandow-Schlegel. Jedoch würden diese trotz sinkender Asylzahlen aus allen Nähten platzen. Laut Blandow-Schlegel wäre es besser gewesen, „vulnerable Gruppen“ in die Schmiedekoppel 30 einzuquartieren. Gemeint sind Geflüchtete, die häufig traumatisch belastet sind und in Einzelzimmern, die sonst Mangelware seien, besser aufgehoben wären.

Rückgang der Asylzahlen sei nur „kurzfristig“

„Ich warne davor, Unterkünfte zur Erstunterbringung voreilig abzubauen“, sagt Blandow-Schlegel. Laut ihr reiche der Rückgang der Asylzahlen nicht als Begründung, die Flüchtlingsunterkunft zu schließen. „Das sind kurzfristige Effekte“, sagt sie. Wenn sie die Unruhen in der Welt betrachte, rechne Blandow-Schlegel damit, dass wieder mehr Geflüchtete nach Deutschland kämen. Dann würde der Bezirk Eimsbüttel und ganz Hamburg vor großen Herausforderungen stehen, prophezeit sie.


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