arrow_back_ios Eimsbütteler Nachrichten
fullscreen Flüchtlingsunterkunft kommt
Auf der Grünfläche sollen Flüchtlingsunterkünfte entstehen. Foto: Bürgerinitiative Rettet den Hagendeel

Baugenehmigung erteilt

Flüchtlingsunterkunft kommt

Am Hagendeel in Lokstedt darf die geplante Flüchtlingsunterkunft gebaut werden. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht wies im Eilverfahren eine Beschwerde von Anwohnern zurück und genehmigte den Beginn der Bauarbeiten. Die Mitglieder der Bürgerinitiative “Rettet den Hagendeel” sind enttäuscht.

schedule Lesezeit ca. 3 min.
Der Hagendeel als Auffangbecken bei starkem Regen. Foto: Bürgerinitiative Rettet den Hagendeel
Der Hagendeel als Auffangbecken bei starkem Regen. Foto: Bürgerinitiative Rettet den Hagendeel

Wie das Hamburger Oberverwaltungsgericht in einer Pressemitteilung Anfang Februar erklärte, hat “die Klage der vom Bauvorhaben betroffenen Antragsteller gegen die erteilte Baugenehmigung voraussichtlich insgesamt keinen Erfolg”. Die Antragsteller seien nach Angaben des Gerichtes durch die Baugenehmigung nicht in eigenen Rechten verletzt. “Damit darf die Baugenehmigung nunmehr insgesamt vollzogen werden.” Für die Planung der Flüchtlingsunterkünfte wurde der Hagendeel in zwei Baufelder aufgeteilt: Hagendeel I und II. Zu Beginn der Vorbereitungen zur Bebauung der Grünfläche hatten Anwohnerbeschwerden einen Baustopp gegen Hagendeel II bewirkt. Dort sollte die Baufläche des Hagendeel I um weitere Unterkünfte erweitert werden. Die nun erteilte Baugenehmigung erfasst jedoch beide Baufelder.

“Wir sind enttäuscht”

“Natürlich sind wir sehr entäuscht über die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes und können diese nicht nachvollziehen,” hören wir von der Bürgerinitiative “Rettet den Hagendeel”. Die Argumente der Anwohner, die eine Verschärfung der Hochwasserlage befürchten, seien bei dieser Entscheidung überhaupt nicht berücksichtigt worden, heißt es von Seiten der Initiative weiter. Es herrsche Unverständnis darüber, erst ein Überschwemmungsgebiet auszuweisen, um es später wieder zuzuschütten. Für Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke ist die Sache nun vorerst abgeschlossen: Das Oberverwaltungsgericht habe die Sachlage bewertet und “einer müsse im Rechtsstaat schließlich die Entscheidungen treffen”, sagte er. Doch das sieht die Bürgerinitiative weiterhin anders: “Trotz einer teilweise schon jetzt dramatischen Hochwassersituation, sollen hier vollendete Tatsachen geschaffen und eine der letzten Retensionsflächen an der Kollau vernichtet werden.” Ihre Sorgen seien bei der Planung in keinster Weise berücksichtigt worden; dabei hätte die Stadt von den Erfahrungen der Anwohner mit dem Hochwasser an der Kollau profitieren können, teilte uns die Bürgerinitiative mit.

“Gleicher Überflutungsraum wie vorher”

Nach Angaben des Bezirksamts ist die Sorge vor der durch den genehmigten Bau steigenden Überflutungsgefahr unbegründet. “Der durch die Aufschüttung verlorengehende Überflutungsraum wird durch eine entsprechende seitliche Abtragung des Restgeländes ausgeglichen, so dass mindestens der gleiche Überflutungsraum wie vorher zur Verfügung steht,” teilte uns das zuständige Amt mit. Bei Hochwasser könne das Wasser in den so entstehenden Überflutungsraum einstauen und danach wieder abfließen, so das Bezirksamt weiter. Außerdem seien im Rahmen der Baumaßnahmen zwei kleinere Rückhalteräume geplant, die das durch die Bebauung anfallende Oberflächenwasser aufnehmen können. Dort werde das Wasser gesammelt und gedrosselt an die Alte Kollau abgegeben.

So sollen die Pavillons vom Hagendeel I angeordnet werden. Quelle: www.maps.google.com / Schild Architekten
So sollen die Pavillons vom Hagendeel I angeordnet werden. Quelle: www.maps.google.com / Schild Architekten

Unmut nicht gegen Flüchtlinge

Die Klage der Anwohner richte sich zu keinem Zeitpunkt gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft selbst, verdeutlichte die Initiative uns gegenüber ihren Standpunkt. Ihr Unmut richte sich “ausschließlich gegen die damit verbundene Aufschüttung des Geländes”. Der gerichtliche Beschluss ist für Bezirksamtleiter Sevecke ein Signal: Er zeige, dass “man sich gegen Flüchtlingsunterkünfte nicht immer mit Aussicht auf Erfolg wehren kann”. Dies sei wichtig für die zukünftige Suche nach Unterkünften.

Allerdings erfahren wir vom Oberverwaltungsbericht, dass die Gegner auch weiterhin mit ihrer Klage das Verfahren weiterverfolgen können. Der jetzt getroffene Beschluss im Eilverfahren sei lediglich ein Ausblick auf den Ausgang eines Hauptsacheverfahrens. Wenn es so weit komme und die Anwohner in späteren Verfahren Recht bekämen, “müssen wir eben zurückbauen”, das sei die Rechtslage in Deutschland, äußerte sich Sevecke dazu. Nach Angaben des Oberverwaltungsgerichts wägen die Antragsteller derzeit die Erfolgschancen einer Weiterverfolgung ihrer Klage ab. Ob es zu einem Hauptsacheverfahren in dieser Angelegenheit kommen wird, ist derzeit noch unklar.

Bauvorbereitungen laufen bereits

Insgesamt sollen Unterkünfte für insgesamt rund 540 Flüchtlinge entstehen. Geplant sind skandinavische Holzpavillons. Es handele sich dabei von Anfang an um ein einfaches Bauvorhaben, sagte Torsten Sevecke. Daher müsse auf keine besonderen Faktoren Rücksicht genommen werden. Die nächsten Schritte seien “Erschließung, Auffüllung, Bauen”, so Sevecke. Die Bauarbeiten sollen dieses Jahre abgeschlossen werden.

Unser Netzwerk Eimsbüttel hilft informiert dich über Flüchtlingsunterkünfte und Hilfsinitiativen in deiner Nähe. Du willst die Menschen hinter den Zahlen kennenlernen? Dann schau dir unsere audiovisuelle Reportage Triff deine neuen Nachbarn an.


Anzeige

News

16. Februar 2019

Wohnungsbau
Ein Quantum Frust: Kleingärten an der Julius-Vosseler-Straße abgerissen

Bis Ende November mussten die Kleingärtner an der Julius-Vosseler-Straße ihre Lauben geräumt haben - nun wurden die ersten Lauben abgerissen. Der Frust der Gegner des dort zu errichtenden Neubaus beruht ...

Fabian Hennig
15. Februar 2019

Diebstahlhochburg
Fahrraddiebstähle 2018: Eimsbüttel wieder führend

Im Stadtteil Eimsbüttel wurden 2018 wieder einmal die meisten Fahrräder gestohlen. Das ergab eine "Kleine Anfrage" von Dennis Thering (CDU) an den Senat. Insgesamt wurden im Bezirk allerdings deutlich weniger ...

Fabian Hennig
15. Februar 2019

Raubüberfall
Raubüberfall in Eimsbüttel-Süd: Polizei fahndet nach Täter

Gestern Morgen haben zwei Männer einen 55-jährigen Anwohner der Schäferstraße überfallen und dabei gewaltsam eine vierstellige Geldsumme entwendet. Die Polizei sucht nach Zeugen. ...

Anna Korf
14. Februar 2019

Schließung
“Melissa Kebab Haus”: Döner-Imbiss in der Osterstraße schließt

Nach zwölf Jahren Betrieb muss der Dönerladen "Melissa Kebab Haus" in der Osterstraße schließen. Grund dafür ist die Umstrukturierung des Gebäudes. ...

Alicia Wischhusen
14. Februar 2019

Valentinstag
Dating in Eimsbüttel: Und was machst du so?

Eimsbüttel ist Online-Dating Hochburg - Doch wie sieht es mit dem Offline-Flirten aus? Face-to-Face und Speed-Dating bieten eine Alternative. Liebessuchende können an solchen Veranstaltungen auch in Eimsbüttel teilnehmen. Ein Selbstversuch. ...

Eimsbütteler Nachrichten
13. Februar 2019

Stadtentwicklung
Beiersdorfer Stadtquartier: Bürgervertreter für Jury gesucht

Am kommenden Samstag werden die Ergebnisse aus den Themenwerkstätten für das künftige Beiersdorf-Quartier an der Unnastraße vorgestellt. Interessierte können sich bis Donnerstagabend sogar noch für einen Juryposten als Bürgervertreter bewerben. ...

Fabian Hennig
13. Februar 2019

Neuveröffentlichung
Jugendbuch: “Du lernst viel über Freundschaft, Fairness und Loyalität”

"Traumtreffer" heißt ein neues Jugendbuch des Hamburger Autors Julien Wolff. Der Titel verrät es gleich, es geht um Fußball. Genauer um den 15-jährigen Leon, der Profi-Fußballer werden will. ...

Eimsbütteler Nachrichten
12. Februar 2019

Film
“Reiss aus” in den Kinos

Lena und Ulli haben sich ihren Traum verwirklicht, eine Auszeit genommen und sind durch Afrika gereist. Aus dem Videotagebuch der Reise ist der Film “Reiss aus” entstanden, der im März ...

Nele Deutschmann
12. Februar 2019

Schließung
“Atelier 190”: Das Aus für den “Laden mit den Puppen”

Das "Atelier 190" im Eppendorfer Weg 190 - vielen Eimsbüttelern als der "Laden mit den Puppen" bekannt - muss schließen. ...

Nele Deutschmann
11. Februar 2019

Neueröffnung
“Nidus” ist umgezogen

Nachdem ihr Mietvertrag nicht verlängert wurde, musste die Betreiberin des Geschäfts "Nidus" ihre Räumlichkeiten verlegen. Nun wird Wiedereröffnung gefeiert. ...

Nele Deutschmann
9. Februar 2019

Neueröffnung
Neueröffnung: “Tanzsalon” im Sorthmannweg

Letztes Wochenende hat im Sorthmannweg eine ADTV-Tanzschule eröffnet. Die alten Räumlichkeiten werden abgerissen. Deshalb musste der Tanzsalon umziehen und hat nach sechs Jahren Suche eine passende Location gefunden. ...

Anna Korf
9. Februar 2019

Integration
Jeder sechste Hamburger Azubi im Handwerk ist Geflüchteter

Fast 600 Geflüchtete haben im letzten Jahr in Hamburg den Einstieg ins Berufsleben oder auf eine weiterführende Schule geschafft. Darunter auch der 21-jährige Dlovan Osey, der nun eine Ausbildung in ...

Vanessa Leitschuh
8. Februar 2019

Verkehrsinfrastruktur
U5: Dialog mit Bürgern startet am UKE

Heute hat die Hochbahn mit Publikumsbeteiligung im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die erste von vier zentralen Auftaktveranstaltungen durchgeführt. Auch morgen können sich interessierte Bürger im Hauptgebäude des UKE wieder mit den ...

Anna Korf
8. Februar 2019

Personalversammlung
Hamburger Bezirksämter bleiben geschlossen

Am Montag, den 11. Februar, sind von 8 bis circa 14 Uhr alle Hamburger Bezirksämter geschlossen. Grund ist eine Personalversammlung sämtlicher Mitarbeiter. ...

Anna Korf
8. Februar 2019

Geschwindigkeitsbegrenzung
Weidenallee bekommt Tempo 30

Die Weidenallee erhält eine Tempo-30-Geschwindigkeitsbegrenzung, allerdings nicht auf der kompletten Strecke. ...

Fabian Hennig

Unsere Partner

Anzeige