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Der Anwohner Joachim Berg kritisiert die Verkehrssituation im Försterweg – insbesondere im Bereich der Kita. Foto: Julia Haas
Der Anwohner Joachim Berg kritisiert die Verkehrssituation im Försterweg – insbesondere im Bereich der Kita. Foto: Julia Haas
Tempo 30

Raser vor Kita? Eltern und Anwohner besorgt [Update]

Im Försterweg scheinen sich viele Autofahrer nicht an Tempo 30 zu halten – und das direkt vor einer Kita. So berichten es Anwohner und Eltern. Die Polizei schätzt die Situation anders ein.

Von Julia Haas

Auf dem Försterweg herrscht Hochbetrieb. Lkw, Autos und Fahrräder rauschen aneinander vorbei. Dazwischen versuchen Eltern mit ihren Kindern, die Straße zu queren. Manche warten mehrere Minuten, bis sich eine Lücke auftut. Dann sprinten sie auf die andere Seite der Straße, zur Kita.

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Dass es im Försterweg noch zu keinem schlimmen Unfall gekommen ist, halten viele für Glück. Denn auf der Straße, an die eine Kita und ein Spielplatz grenzen, ist viel los. „Die Raser hier nehmen keine Rücksicht auf unsere Kinder“, sagt eine Mutter, die ihre Tochter in die Kita bringt.

Försterweg: Eine beliebte Ausweichstrecke?

Martina Ruppert leitet die Elbkinder-Kita im Försterweg 51. Sie sieht täglich, wie Eltern mit ihren Kindern an der Straße warten. Den Kleinen hier beizubringen, dass sie die Straße nur queren dürfen, wenn kein Auto in Sicht ist, sei nicht möglich.

Im Försterweg gibt es eine Kita, für viele Eltern gestaltet sich der Weg dorthin schwierig. Foto: Julia Haas
Im Försterweg gibt es eine Kita, für viele Eltern gestaltet sich der Weg dorthin schwierig. Foto: Julia Haas

Auch Anwohner Joachim Berg ist von der Situation genervt. Zweimal hätten ihm Autofahrer bereits den Autospiegel abgefahren. Er ist sich sicher: „Hier hält sich kaum einer an Tempo 30.“

Das hohe Verkehrsaufkommen erklärt sich Berg damit, dass viele Autofahrende auf den Försterweg ausweichen würden. Zum Beispiel, wenn auf der Kieler Straße viel Betrieb herrscht oder die Autobahn gesperrt ist.

Bremsschwellen sind verschwunden

Früher gab es Bremsschwellen auf der Straße. Die hätten wenigstens einige Raser ausgebremst, sagt Berg. Vor drei Jahren hat das Bezirksamt den Försterweg aber neu gestaltet. Mit den Bauarbeiten sind die Straßenerhöhungen verschwunden.

Auf Nachfrage erklärt Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel, dass der Einbau von Bremsschwellen in Hamburg grundsätzlich nicht mehr erlaubt sei. Hintergrund sei, hindernisfreie Rettungswege sicherzustellen.

Anders sehe es mit Fahrbahneinengungen aus, diese blieben im Försterweg erhalten. Im Bereich des Spielplatzes und Jugendhauses seien sie zusätzlich verlängert worden, um den Verkehr zu entschleunigen.

Denn im Zuge der Grundinstandsetzung des Försterwegs erreichten das Bezirksamt vereinzelte Anliegerbeschwerden zu Geschwindigkeitsüberschreitungen.

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Grundinstandsetzung Försterweg

Von März 2020 bis Mai 2021 fand nach Angaben des Bezirksamts Eimsbüttel eine Grundinstandsetzung des Försterwegs zwischen den Hausnummern 44 und 155 statt. Neben der Instandsetzung der Fahrbahn und dem Rückbau der fünf Bremsschwellen lag der Fokus darauf, die Rad- und Gehwege neu zu gestalten.
Dabei wurden unter anderem benutzungspflichtige Radwege zurückgebaut und die Gehwege ausgebaut.

Was sagt die Polizei dazu?

Anders sieht es beim zuständigen Polizeikommissariat aus. Ein Polizeisprecher sagt, dass lediglich eine Beschwerde vorliege. Seit 2020 wären zudem zwei Geschwindigkeitsmessungen im Försterweg durchgeführt worden. Das Ergebnis: unterdurchschnittliche Überschreitungsquoten.

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173 Unfälle im Försterweg

Von Beginn 2020 bis August 2023 hat es nach Angaben der Polizei im Försterweg 173 Verkehrsunfälle gegeben. Allerdings soll nur bei zwei von diesen die Geschwindigkeit dazu geführt haben. Der Großteil der Unfälle ereignet sich wohl im ruhenden Verkehr.

„Der Försterweg ist weder eine Unfallhäufungsstelle noch gibt es eine relevante Beschwerdelage oder weitere Anhaltspunkte, die eine höhere Taktung an Messungen rechtfertigen würden“, sagt der Polizeisprecher.

Viele wissen nicht, dass Tempo 30 gilt

Warum liegt keine Beschwerdelage vor? Das könnte unter anderem daran liegen, dass manche Eltern nicht wissen, dass im Försterweg Tempo 30 gilt. Das sagt zumindest ein Vater, kurz nachdem er sein Kind in der Kita verabschiedet hat. Dadurch würden sich zwar viele über die hohen Geschwindigkeiten aufregen, sich aber nicht direkt beschweren.

Bislang gibt es nur am Anfang und Ende der zwei Kilometer langen Straße ein Schild, das die Geschwindigkeitsbegrenzung anzeigt. So ist es in Tempo-30-Zonen üblich.

Mehr Schilder statt Zebrastreifen?

Um die Situation zu entspannen, schlägt Kita-Leiterin Ruppert einen Zebrastreifen vor der Kita vor. Laut Polizei seien die Voraussetzungen dafür aber nicht gegeben.

Dann wenigstens mehr Schilder, die auf das Tempo 30 hinweisen, lautet die Hoffnung von Kita-Leitung und Eltern.

Update vom 11. Dezember 2023, um 16:14 Uhr: Im Försterweg steht nun auf Höhe der Kita ein Blitzer.


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