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Der Kultclub "Kir" verlässt Stellingen. Foto: Angela Woyciechowski
Der Kultclub "Kir" verlässt Stellingen. Foto: Angela Woyciechowski
Umzug

Das „Kir“ verabschiedet sich aus Eimsbüttel

Der Musikclub „Kir“ muss ausziehen. Ende März wird am Langenfelder Damm Abschied gefeiert. Mit Details zum neuen Standort hält sich der Inhaber noch zurück.

Von Angela Woyciechowski

„Unsere Gäste sind von Stadtteil zu Stadtteil mit umgezogen“, sagt Rüdiger Schwarz, Inhaber des Musikclubs Kir – bekannt für Wave, Gothic, Alternative und Elektropop. Ende März muss er seinen Standort am Langenfelder Damm in Stellingen nach zehn Jahren aufgeben. Im Anschluss soll es an einem anderen Ort langfristig weitergehen. Sicher ist das aber noch nicht. 

Wohin zieht das Kir? Gespräche laufen

Zum neuen Standort möchte sich Schwarz nicht äußern, um die finale Genehmigung nicht zu gefährden.

„Die Deichtorhallen-Kasematten sind eine mögliche Option für das Kir”, sagt Anja Bornhöft, Sprecherin von der Behörde für Kultur und Medien. „Hier haben bereits andere Clubs eine gute neue Heimat gefunden. Die Stadt Hamburg unterstützt die Pläne für einen neuen dauerhaften Standort”, so Bornhöft. Aktuell laufen die Gespräche – die Planung sei noch nicht abgeschlossen.

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In den letzten Jahren war das Kir im Langenfelder Damm 94 zu Hause. Foto: Angela Woyciechowski
In den letzten Jahren war das Kir am Langenfelder Damm 94 zu Hause. Foto: Angela Woyciechowski

Ein Club auf Wanderschaft: 40 Jahre Subkultur

Das Kir ist ein Paradebeispiel für die Gentrifizierung und den Club-Exodus in Hamburg. Gegründet wurde es 1983 durch Clemens Grün in Poppenbüttel als Indie-Underground-Location für New Wave, Punk und Gothic. 1984 folgte der Umzug nach Altona, wo der Club in der Max-Brauer-Allee seine Blütezeit erlebte. Dann folgten 2003 Ottensen, 2015 die Kleine Freiheit auf St. Pauli und schließlich 2016 Stellingen im Bezirk Eimsbüttel. Die Umzüge hatten diverse Gründe: Der Standort in Ottensen war zu groß, auf St. Pauli beschwerten sich die Nachbarn über zu viel Lärm, und auch der Umzug nach Eimsbüttel verlief eher holprig.

Die Eröffnung im Jahr 2016 wurde verschoben und seit 2022 sah es mehrmals so aus, als müsse der Musikclub schließen. Bereits im Jahr 2022 wurde verkündet, dass das Haus am Langenfelder Damm wegen eines geplanten Neubaus abgerissen werden soll. Daher war dem Clubinhaber klar, dass der Eimsbütteler Standort nur als Übergangslösung diente. 

An diesem Wochenende wird Abschied gefeiert

Was folgte, war ein langes Hin und Her. Schwarz sagt aber auch: „Ich wurde von meinem Vermieter sehr fair behandelt. Eigentlich hätte er uns schon längst raussetzen können.“

Nun ist es aber definitiv so weit: Am Wochenende des 27. und 28. März werden zwei finale Abschiedspartys gefeiert. Am 29. März wird dann ausgeräumt.

Neuer Hotspot für Livemusik und Nachtkultur?

„Am liebsten würde ich im Bezirk Eimsbüttel bleiben“, sagte Schwarz noch im Interview vor drei Jahren. Nun wird ein Umzug im November angestrebt, der neue Einzugstermin stehe noch nicht fest und der Ort sei nicht sicher. Details zur Genehmigung würden bislang fehlen. „Einen Vertrag habe ich noch nicht unterzeichnet, aber eine feste Zusage für den neuen Standort habe ich bekommen“, sagt Schwarz.

Auf die Frage, welche Rolle die Ansiedlung des Kirs bei den Kasematten im aktuellen kulturellen Stadtentwicklungskonzept für den Stadtteil spiele, sagt Anja Bornhöft: “Gemeinsam mit dem Fundbureau und der Beat Boutique, die sich bereits in den Kasematten befinden, dem in Entstehung begriffenen Club Glimmer im Oberhafenquartier und der Markthalle am Klosterwall kann sich dieser Standort zu einem attraktiven Hotspot für Livemusik und Nachtkultur entwickeln.“ Zudem würden sich die Clubs gut mit den anderen Kultureinrichtungen aus der Nachbarschaft, den Deichtorhallen, dem Oberhafenquartier und der angrenzenden Kunstmeile ergänzen. 

Ungewisse Zukunft: Zwischenlager statt Tanzfläche

Die Möbel des Kirs werden ab Ende März zwischengelagert, was recht kostspielig sei. Schwarz hoffe jedoch auf die Unterstützung der Stadt und darauf, dass er einen Teil des vorgestreckten Geldes wieder zurückbekomme – schließlich sei das ein Teil seiner Altersvorsorge. Er sei sich bewusst darüber, dass es ein Risiko sei, ein halbes Jahr oder länger nicht vor Ort sein zu können. Er habe sich einen nahtlosen Übergang gewünscht, von einer Immobilie zur nächsten.

Dennoch sagt er: „Bis jetzt haben wir die vielen Umzüge noch immer überstanden, und das liegt auch an unseren treuen Gästen.“ Und er hat große Pläne: Er wolle die Max-Brauer-Zeit wieder aufleben lassen, mit vielen Hauspartys und ähnlichen Veranstaltungen. Aber nun steht erst einmal der Auszug bevor. „Da gibt es noch einiges zu planen“, sagt Schwarz am Ende des Gesprächs.

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