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Diese Häuser in Lokstedt stehen seit 14 Jahren leer. Foto: Alexis Milne
Mehrere Wohnungen in Lokstedt sind unbewohnt – und das seit Langem. Foto: Alexis Milne
Leerstand

Warum stehen in Lokstedt seit Jahren Wohnungen leer?

Seit 2012 stehen Teile eines Wohnkomplexes in Lokstedt überwiegend leer. Die Besitzer haben bereits Strafen bezahlt, doch verändert hat sich nichts. Über die Hintergründe.

Von Alexis Milne

In einem Wohngebiet in Lokstedt stehen drei gelb-beige Häuserreihen. Während das vordere Haus bewohnt wird, ist es dahinter still: Zwei Wohnblocks stehen seit Jahren leer – trotz verschiedener Bemühungen im Bezirk.

Es geht um die Häuser An der Lohbek und im Grandweg. Bis auf die vorderste Reihe (Grandweg 52-52a und 54-54a) stehen die Häuser leer. Im Jahr 2012 wurde hier erstmals Leerstand gemeldet. Zwischen 2014 und 2018 hat die Sozialbehörde den Häuserkomplex teilweise als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Danach blieben die Häuser wieder leer – Stand Herbst 2025 betraf dies nach Angaben des Bezirksamts 52 Wohnungen. Das Bezirksamt hat ein Instandsetzungs- und Wohnnutzungsgebot erlassen.

Besitzer zahlen Strafe an Bezirk

Früher ergänzte eine vierte Häuserreihe (An der Lohbek 6a-c) den Gebäudekomplex. Diese wurde inzwischen abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Die Arbeiten für ein neues Gebäude sollten 2019 beginnen, dazu ist es jedoch bis heute nicht gekommen.

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Diese Häuser in Lokstedt stehen seit 14 Jahren leer. Foto: Alexis Milne
Teile des Grundstücks sind mit Bauzäunen abgesperrt. Foto: Alexis Milne

Die Häuser gehören der Hamburger Potenberg-Gruppe, das geht aus einer Anfrage der Eimsbütteler CDU-Fraktion hervor. Für den geplanten Neubau An der Lohbek 6 a-c hatte sie bereits eine Genehmigung erhalten. Da sie aber keinen Neubau errichtete, forderte das Bezirksamt Eimsbüttel eine Ausgleichszahlung in Höhe von 800.000 Euro. Diese wurde im September 2022 beglichen.

Bezirk setzt auf weitere Bußgelder

Aus einer Kleinen Anfrage von Ernst Christian Schütt von der SPD-Fraktion Eimsbüttel an das Bezirksamt geht hervor, dass aktuell ein weiteres Bußgeldverfahren gegen die Potenberg-Gruppe läuft. Es gehe dabei um eine Strafe in Höhe von 50.000 Euro, welche im Juni 2025 ausgestellt wurde.

Potenberg habe Widerspruch eingelegt, so das Bezirksamt in der Antwort. Dieser liege dem Rechtsamt seit Juli 2025 vor und werde noch geprüft.

Warum wird nicht gebaut?

Der Bebauungsplan für die Gegend sieht maximal vier Stockwerke vor. Die Potenberg-Gruppe wolle Medienberichten zufolge jedoch sechs Stockwerke bauen. Eine Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten blieb von den Eigentümern unbeantwortet. 

Vom Mieterverein zu Hamburg heißt es, Potenberg könnte hier nach dem Hamburg-Standard bauen – am besten öffentlich gefördert. Das komme für die Eigentümer aber nicht infrage.

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Hamburg-Standard

Der Hamburg-Standard wurde unter der Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein entwickelt. Ziel ist es, die Baukosten für Wohnraum um bis zu ein Drittel zu senken, indem im Bauprozess auf bestimmte Ausstattungsstandards und technische Vorgaben verzichtet sowie Planungs- und Genehmigungsprozesse optimiert werden.

Wie kann es weitergehen?

Von Rolf Bosse, dem Geschäftsführer des Mietervereins zu Hamburg, heißt es: „Die Eigentümergesellschaft zeichnet sich seit Jahren durch besondere Sperrigkeit und mangelnden Willen zu Kooperation aus.“ Die Stadt solle mit Druck und Gesprächsangeboten auf eine Lösung hinwirken.

Nach Angaben des Bezirksamts liegt für die Häuser An der Lohbek 2a-c, 4a-c, 6a-c sowie Grandweg 52-52a und 54-54a kein Antrag für eine Baugenehmigung vor. Die Eigentümer selbst haben auf eine Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten nicht reagiert.


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