Umwelt vor schädlichen Emissionen schützen: Eimsbütteler Idee wird in Kläranlage umgesetzt
Das Unternehmen „Planeteers“ will CO₂ in Industrieanlagen binden und speichern, um den Klimawandel zu verlangsamen. Ein Prototyp ist jetzt im Einsatz.
Von Alexis MilneDas Eimsbütteler Klima-Start-up Planeteers hat eine Technologie entwickelt, die CO₂ binden und langfristig speichern soll. Ein Prototyp läuft seit Ende März in einem Klärwerk in Hetlingen.
Der Reaktor-Prototyp von Planeteers wurde in einen Seecontainer gebaut und ist damit mobil. Das Projekt in Hetlingen zeige erstmals den gesamten Prozess im realen Betrieb, heißt es in einer Pressemitteilung.
Start-up filtert CO₂ aus Industrieanlagen
Durch das Verfahren von Planeteers werden Abgase aus Schornsteinen in einen Reaktor geleitet. Dort reagiert das CO₂ mit Wasser und Kalkstein und wird so im Wasser gebunden, statt zur Erderwärmung beizutragen. Das behandelte Wasser fließt anschließend in die Anlage zurück und wird im Abwasser abgeleitet.
Planeteers hat das Verfahren bereits an Kläranlagen getestet. Sie würden sich dafür eignen, da die Anlagen ihre Wasserwerte regelmäßig prüfen. Das Start-up hat seinen Reaktor in der Eimsbütteler Straße entwickelt und wurde unter anderem mit dem Hamburger Gründerpreis ausgezeichnet.
Planeteers zieht positive Bilanz
Auf Anfrage heißt es von Planeteers: „Wir sind sehr zufrieden mit dem aktuellen Betrieb der Anlage.“ Es gebe bereits Gespräche über eine Erweiterung des Projekts, einen definierten Endpunkt hingegen nicht.
Die Anlage sei darauf ausgelegt, 60 Tonnen CO₂ pro Jahr zu entnehmen. Es könne aber zu Abweichungen kommen. Wie viel CO₂ tatsächlich durch den Reaktor gespeichert werde, könne Ende des Jahres ermittelt werden.
lokal. unabhängig. unbestechlich.
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