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Der Kulturverein sucht neue Ausleiher für das "Rolli-mobil". Foto: Christian Schlobohm
Der Kulturverein Else-Rauch-Platz e.V. sucht neue Ausleiher für das "Rolli-Mobil". Foto: Christian Schlobohm
Mobilität

Rollstuhlgerechtes Auto: Kulturverein sucht Nutzer für das Rolli-Mobil

Der „Kulturverein Else-Rauch-Platz e.V.“ verleiht ein rollstuhlgerechtes Auto. Das Projekt kann aber nur weiter bestehen, wenn sich wieder mehr Interessierte finden.

Von Sophia Kleiner
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Das „Rolli-Mobil“ macht Rollstuhlfahrer im Alltag mobil: Beim Kulturverein Else-Rauch-Platz e.V. können Hamburger Rollstuhlfahrer und ihre Angehörigen das rollstuhlgerechte Auto ausleihen.

Das Angebot gibt es bereits seit fünf Jahren, doch mittlerweile wird es nur noch selten genutzt. Da einige Dauerausleiher das Auto aus verschiedenen Gründen nicht mehr benötigen, könnte das Projekt eingestellt werden, sollten sich keine Interessierten finden.

30.000 Euro für ein rollstuhlgerechtes Auto

Der Kulturverein Else-Rauch-Platz e.V. verwaltet das „Rolli-Mobil“. Unternehmer Klaus Flaschka, der 2013 die Flaschka Stiftung gegründet hat, kam auf den Verein zu. Die Stiftung setzt sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicaps ein. Sie unterstüzt insbesondere finanziell schwächere Familien, die teure medizinische Leistungen nicht zahlen können.

„Flaschka wollte ein rollstuhlgerechtes Auto für wenig Geld zur Verfügung stellen“, sagt Martin Sattler, Vorstand im Kulturverein Else-Rauch-Platz e.V. Er habe gewusst, dass der Verein einen Stadtteiltransporter besitzt, den soziale Organisationen, Vereine und Eimsbütteler gegen eine geringe Leihgebühr ausleihen können. Der Kulturverein Else-Rauch-Platz e.V. entschied sich, auch das Verleihen und die Einweisung für das „Rolli-Mobil“ zu übernehmen.

Mit dem "Rolli-mobil" ins Grüne. Foto: Christian Schlobohm
Mit dem „Rolli-Mobil“ ins Grüne. Foto: Christian Schlobohm

Um die 30.000 Euro würde ein rollstuhlgerechtes Auto kosten, sagt Sattler. Trotz verschiedener Zuschussmöglichkeiten sei es für die meisten Menschen zu teuer.

Das „Rolli-Mobil“ fuhr schon bis nach Finnland

Das „Rolli-Mobil“ solle Menschen mobil machen, die sonst schwer etwas unternehmen können, erklärt Sattler. Ob für einen Tagesausflug, einen Kurzurlaub, einen Verwandtenbesuch oder eine Kulturveranstaltung, durch das Auto könnten Rollstuhlfahrer am sozialen Leben teilnehmen. Im Sommer fahren Ausleiher gerne mit dem „Rolli-Mobil“ an die Ostsee.

Der Kulturverein übt mit Interessierten die Handhabung des Autos. Foto: Christian Schlobohm
Der Kulturverein übt mit Interessierten die Handhabung des Autos. Foto: Christian Schlobohm

So erfüllen der Kulturverein Else-Rauch-Platz e.V. und die Flaschka Stiftung Herzenswünsche. „Einmal ermöglichten wir einem Senioren eine Reise nach Finnland“, erzählt Sattler. Zwölf Tage sind der Rollstuhlfahrer und seine Begleitung durch die finnische Heimat gereist, die der Mann ein letztes Mal sehen wollte. Die Nutzungsdauer sei auf eine Woche beschränkt, in solchen Fällen würden sie aber Ausnahmen machen.

Die Einweisung in das Auto übernimmt der Kulturverein

Jeder Hamburger ab 25 Jahren, der nachweisen könne, dass er einen Rollstuhlfahrer transportiert, dürfe das Auto für private Zwecke nutzen, erklärt Sattler. „Das Auto können Interessierte zwei Minuten bis zwei Jahre im Voraus bestellen“, scherzt Sattler. Ein Anruf beim Kulturverein oder ein Kontakt über die Stiftungsseite und es könne losgehen. Am Tag koste das Auto 15 Euro, welche die täglichen Gesamtkosten nicht deckten, und tanken müsse jeder selber. Bedürftige können das Auto kostenfrei leihen.

Das „Rolli-Mobil“ steht in Eimsbüttel, direkt am U-Bahnhof Lutterothstraße. Dort ist ein Aufgang, der für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Die Rollstuhlrampe des Autos lässt sich mit zwei Handgriffen herunterklappen, danach können Rollstuhlfahrer direkt ins Auto reinfahren. In das Auto passen ein Rollstuhlfahrer und fünf Mitfahrer.

Wenn ein Rollstuhlfahrer niemanden hat, der einen Fahrdienst übernehmen kann, versucht der Verein einen Fahrer zu finden. Bevor die Fahrt mit dem „Rolli-Mobil“ losgeht, bekommt der Fahrer eine persönliche Einweisung: „Wir üben das zusammen, damit sich der Fahrer sicher fühlt“, erklärt Sattler. Bis jetzt gab es mit dem „Rolli-Mobil“ noch keinen Unfall, dafür aber viele Unternehmungen. Damit das so bleibt, braucht das „Rolli-Mobil“ allerdings neue Ausleiher.

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