Müllsäcke: So rosa ist Eimsbüttel noch immer
Seit elf Jahren versucht die Stadt Hamburg, die rosa Müllsäcke abzuschaffen. Die Stadtreinigung zieht für Eimsbüttel Bilanz und erklärt, warum noch nicht alle Müllsäcke verschwunden sind.
Von Jasper KarinDass die rosa Müllsäcke von Hamburgs Straßen verschwinden sollen, wurde bereits 2015 beschlossen. In Eimsbüttel sind sie jedoch bis heute zu finden. Die Eimsbütteler Nachrichten haben nachgefragt, woran das liegt.
So viele Haushalte kommen inzwischen ohne rosa Müllsäcke aus
Ursprünglich kamen die rosa Müllsäcke vor allem in dicht besiedelten Stadtgebieten zum Einsatz. Wo kein Platz für hauseigene Müllcontainer war, sollten Anwohnende ihren Müll in den rosa Säcken entsorgen. Das Problem: An Straßen türmten sich immer wieder rosa Berge. Um das Problem zu lösen, installierte die Stadtreinigung Hamburg ab 2015 vielerorts Müllcontainer, sowohl ober- als auch unterirdisch.
Insgesamt gibt es in Eimsbüttel heute 103 neue Müllcontainer; in Form von Müllboxen an der Straße und von „Unterflursystemen“, die im Boden eingelassen wurden. Laut Kay Goetze, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg, sind heute circa 3.300 Eimsbütteler Haushalte mit einem Container versorgt.
Müllsäcke in Zahlen
In den letzten Jahren konnte die Zahl der Haushalte, die ihren Müll in den rosa Säcken entsorgen müssen, somit verringert werden. Während 2014 noch etwa 5.600 Eimsbütteler Haushalte rosa Müllsäcke vor die Tür stellten, waren es 2024 noch 3.610 Haushalte.
Die Eimsbütteler kämen mit der neuen Müllentsorgung grundsätzlich problemlos zurecht, so Goetze. Nur vereinzelt gebe es Probleme mit der Technik oder Beschwerden.
Warum gibt es nicht mehr Container?
Dennoch reichen die Container nicht immer für den gesamten Müll der Hausbewohner aus, sagt er. Einige Container würden verstopfen, weshalb sich die Müllsäcke davor stapeln. Das sei ein Problem für das „optische Stadtbild“, sagt Goetze.
Warum werden also nicht mehr Müllcontainer installiert? Die Stadt stößt hier an ihre Grenzen. Laut Goetze ist die Standortsuche nicht immer erfolgreich. Entweder gebe es keinen Platz, keine Genehmigung des Eigentümers für die Aufstellung auf privaten Grundstücken oder kein Geld. Manchmal auch alles zusammen. Deshalb könne die Stadtreinigung kein exaktes Datum nennen, an dem jeder Haushalt einen Müllcontainer bekomme und die rosa Müllsäcke der Vergangenheit angehören.
