Schlump: Wochenmarkt gerettet, Switchh kommt trotzdem
Der Standort an der U-Bahn Schlump, wo der Wochenmarkt stattfindet Foto: Leo Papenberg
Kerngebietsausschuss

Schlump: Wochenmarkt gerettet, Switchh kommt trotzdem

Die Eimsbütteler Koalition aus SPD und Grünen hat am Montagabend im Kerngebietsausschuss den Antrag auf Einrichtung eines Switchh-Punktes in der Gustav-Falke-Straße mit Mehrheit zugestimmt. Die Koalition lehnte zuvor die Prüfung einen anderen Standortes ab. Jedoch ist der Wochenmarkt gerettet.

Gegen den Widerstand von Anwohnern hat die rot-grüne Koalition am Montag im Kerngebietsausschuss die Einrichtung eines Carsharing-Punktes an der U-Bahn-Station Schlump beschlossen. Zuvor war ein Antrag der Opposition, den Switchh-Punkt auf dem gegenüberliegendem Parkplatz des Hamburger Sportbundes zu errichten, abgelehnt worden.

Bei der aktuellen Lösung bleibt der Wochenmarkt, der seit 60 Jahren dort betrieben wird, weiterhin am gleichen Ort. Nach Aussage der Koalition sind alternative Orte für die Nutzer zu weit von der U-Bahn-Station entfernt.

Opposition immer noch dagegen

Laut CDU hätte die Hamburger Hochbahn vor zweieinhalb Jahren erklärt, keinen switchh Punkt am Schlump gegen die Bevölkerung vor Ort durchzusetzen. Nun forderten die Christdemokraten von der Hamburger Hochbahn, bei ihrer früheren Aussage zu bleiben und keinen Switchh-Punkt in der Gustav-Falke Straße zu errichten: “Die CDU kann sich einen Switchh-Punkt in der Gustav-Falke-Straße am U-Bahnhof Schlump nur vorstellen, wenn der Standort die Akzeptanz der Marktbeschicker und der Anwohner hat. Diese Akzeptanz konnte noch nicht erreicht werden.”

Es gibt hier nicht nur Gemüse und Obst sondern auch Fisch. Foto: Leo Papenberg
Der Wochenmarkt bleibt. Es gibt hier nicht nur Gemüse und Obst, sondern auch Fisch. Foto: Leo Papenberg

Abgeordneter der Linksfraktion im Bezirk Eimsbüttel, Peter Gutzeit, kritisiert die SPD und die Grünen und spricht  sich für die verbesserte Bürgerbeteiligung und die transparente Politik. “Der Protest von 1.700 Menschen wurde ignoriert.” Und weiter erklärt er: “Sollte sich meine Vermutung bestätigen, dass der Parkplatz als Veräußerungsfläche für Luxuswohnungen oder Firmenflächen bereitgehalten wird, werden wir dieses Thema erneut auf die politische Agenda setzen.“

Der FDP-Bezirksabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen ist mit der Entscheidung auch nicht zufrieden: “Der Standort für den Switchh-Punkt am Schlump direkt vor einer von mehreren Buslinien hochfrequentierten Haltestelle halte ich aus Sicherheitsgründen für unverantwortlich.” Auch die Nähe des Kinderspielplatzes verheiße nichts Gutes, ist er überzeugt.

 

Der Standort des Switchh-Punktes beim Schlump
Der Standort des Switchh-Punktes beim Schlump, Foto: Plangrundlagen von Eisfeld Engel Architekten

Starken Auseinandersetzungen, Konsensus fragwürdig

Die Grünen erklärten, der Carsharing-Punkt sei nicht unbedingt im Interesse der Anwohner, es sei aber ein wichtiger Umsteigeort für alle Hamburger Bürger. Die Mitglieder der Bürgerinitiative betonten, dass sie nicht generell gegen den Switchh-Punkt seien, aber dass der Standort des zukünftigen Parkplatzes ungeeignet sei.

“Wir sind besonders mit dem Umgang der rot-grünen Koalition unzufrieden. Ein großer Teil der Eimsbütteler ist der Meinung, dass die Parkplätze überhaupt nicht in der Gustav-Falke-Straße aufgebaut werden sollten. Hier ist kein Konsensus zustande gekommen”, sagte Frau Matasikowski von der Bürgerinitiative.

Bürgerinitiative sammelte 1700 Unterschriften

Bereits drei Jahre dauerten die Diskussionen über die Einführung dieses Switchh-Punktes. Hauptargumente der Bürgerinitiative waren die Probleme mit der Lautstärke und den Abgasen und die Tatsache, dass an dem Standord auch der Schulweg für ihre Kinder ist. Die Initiative hatte zuvor in einer Petition 1.700 Unterschrift gesammelt.

Die Markthändler befürchteten, dass die Stellplätze den Wochenmarkt weiter in Richtung Bundestraße verdrängen würden – und damit weg vom Laufpublikum.

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