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Viele Trauernde hatten Blumen mitgebracht. Foto: Fabian Hennig
Viele Trauernde hatten Blumen mitgebracht. Foto: Fabian Hennig
Trauer-Aktion

Unfall: „Ghostbike“ für verstorbene Radfahrerin aufgestellt

Nachdem gestern Morgen eine Radfahrerin nach einem LKW-Unfall verstarb, kamen am Abend Trauernde an der Unfallstelle zusammen, um der Toten zu gedenken und ihre Meinung über die unzulängliche Fahrradinfrastruktur in Hamburg kundzutun.

Von Fabian Hennig

Zuerst legten sich rund 200 Trauernde zu einem lebenden Mahnmal auf die Straße, danach wurde es für rund 30 Minuten still auf der Kreuzung. Um der gestern verstorbenen Radfahrerin zu gedenken und auf die vielen Gefahrenpunkte im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, wurde zudem noch ein sogenanntes „Ghostbike“ aufgestellt.

Am Montagmorgen war an der Ecke Eppendorfer Weg/Osterstraße eine Radfahrerin von einem LKW überfahren worden. Die 33-Jährige verstarb noch am Unfallort. Sie hinterlässt zwei kleine Kinder.

Teilnehmer schockiert und traurig

„Das Ghostbike erinnert an die verstorbene Fahrradfahrerin und die unersätzliche Lücke die diese hinterlässt“, meinte Merlin Wolf. Gegenüber anderen Ländern und Fahrradstädten in Europa sei Hamburg weit entfernt von dem selbsterklärten Ziel eine Fahrradstadt zu sein. Hauptpunkt ist die fehlende sichere Infrastruktur für Fahrradfahrer. Darüber hinaus seien die Bemühungen der Polizei die Kraftfahrer zu schulen, zu kontrollieren und Bußgelder zu verhängen vollkommen unzureichend, so Wolf.

Gegen zehn Uhr war die Unfallstelle noch abgesperrt. Foto: Eimsbütteler Nachrichten

Radfahrerin stirbt bei Unfall mit Lastwagen

Am Montagmorgen ist in Eimsbüttel eine Radfahrerin bei einem Verkehrsunfall mit einem LKW tödlich verunglückt. Die Frau konnte an der Unfallstelle nicht wiederbelebt werden.

Den Tag über hatten sich Freiwillige über Facebook und Twitter organisiert, um am Abend die Aktion durchzuführen. Für Malte Hübner war klar: „Ich hatte noch ein altes Fahrrad im Keller, das ich gerne als Ghostbike zur Verfügung stelle.“

Malte Hübner stellt das Ghostbike an der Kreuzung auf. Foto: Fabian Hennig
Malte Hübner stellt das Ghostbike an der Kreuzung auf. Foto: Fabian Hennig

Forderung für Abbiegeassistent

Eine häufige Todesursache bei Unfällen mit Radfahrern sind Abbiegemanöver von Kraftfahrzeugen. Dieses war auch der Grund für den Unfall mit der Radfahrerin. Zudem wurde gestern auch in München ein 9-jähriges Mädchen beim Rechtsabbiegen eines LKWs tot gefahren. Deswegen wurde bei Twitter die Einführung von Abbiegeassistenten für LKWs gefordert.

Und auch ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagte gestern noch: „Abbiegende LKW sind eine Todesfalle für Radfahrende. 15 durch LKW getötete Radfahrer müssen wir in den ersten Monaten dieses Jahres beklagen!“ Der ADFC forderte abermals in einem Brief an das Bundesverkehrsministerium (BMVI) Minister Scheuer auf, zum besseren Schutz von Radfahrern eine Task Force einzurichten.

Die Trauernden am Eppendorfer Weg waren geteilter Meinung zum Abbiegeassistenten. Eine Teilnehmerin hält die Idee für eine gute Maßnahme, ein anderer Teilnehmer meinte: „Die Strafen für LKW-Fahrer müssen deutlich härter werden, damit sie vor Angst vorsichtiger im Straßenverkehr fahren.“ Der Abbiegeassistent sei deswegen nur eine vorgegaukelte Lösung.

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In Eimsbüttel haben in der Nacht zum Dienstag zwei Autos gebrannt – weitere wurden beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Im Frühjahr 2019 überfuhr ein LKW-Fahrer einen Radfahrer. Diese Woche wurde der 39-Jährige wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen – es ist jedoch nicht das erste Urteil gegen ihn.

Im Prozess um den tödlichen Abbiegeunfall in Stellingen hat die Richterin ein Urteil gesprochen. Für den angeklagten LKW-Fahrer wurde eine Bewährungsstrafe verhängt – im März 2019 hatte er einen Radfahrer überrollt.

Das Inklusionunternehmen „Osterkuss“ liefert Catering aus – dann lässt Corona die Umsätze einbrechen. Mit ihrem neuen Projekt „Futterluke“ bringen sie ihr Essen jetzt aus dem Fenster an die Gäste.

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