Unfall-Hotspot Kieler Straße – aber keine Veränderung in Sicht
Das Vorhaben, die Verkehrsteilnehmenden auf der Kieler Straße zu entlasten, gibt es schon lange. Verändert hat sich bisher jedoch nichts.
Von Ella SchinkelDie Kieler Straße zählt zu den gefährlichsten Straßen Deutschlands. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik von Allianz Direct hervor. Bestrebungen, die Straßensituation zu verbessern, gibt es bereits seit 2021, dennoch kommt die Planung nicht voran. Das zeigt eine Kleine Anfrage der Eimsbütteler Linksfraktion.
Kieler Straße – gefährlichste Straße Hamburgs
Die Kieler Straße zählt mit einer Länge von 6,5 Kilometern zu den wichtigsten Hauptverkehrsadern Hamburgs. Im vergangenen Jahr ereigneten sich dort laut Unfallstatistik 59 Unfälle mit Personenschaden. Damit gehöre die Kieler Straße zu den gefährlichsten Straßen Deutschlands. Bereits 2022 wurde die Kieler Straße zum traurigen Spitzenreiter gekürt.
Das Problem ist auch der Politik bekannt: 2021 reichten die Fraktionen von SPD und Grünen in der Hamburgischen Bürgerschaft einen Antrag ein, um die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer auf der Kieler Straße zu verbessern. Darin wurde der Hamburger Senat aufgefordert, bei zukünftigen Planungen die Mobilitätswende zu berücksichtigen.
Antrag aus 2021 bislang ohne Ergebnis
SPD und Grüne forderten, die vorhandenen Gehwege zu verbreitern, den Autoverkehr auf eine Spur pro Richtung zu reduzieren und die Radverkehrsanlagen sicherer zu gestalten. Zudem sollten die Bedarfe für Querungsmöglichkeiten geprüft, die Neben- und Grünflächen gestaltet und der Pendelverkehr langfristig um 20 Prozent reduziert werden.
Bis Oktober 2022 sollte vorgestellt werden, inwieweit sich das umsetzen lasse. Ein entsprechender Bericht liege jedoch bis heute nicht vor, wie aus der Kleinen Anfrage der Eimsbütteler Linksfraktion an die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) hervorgeht. In der Antwort der BVM heißt es: „Derzeit gibt es keine konkreten Planungen für die Umgestaltung im genannten Abschnitt.“
Eimsbütteler Linksfraktion übt Kritik
Diese „Arbeitsverweigerung“ werde auf dem Rücken der Menschen vor Ort ausgetragen, sagte Mikey Kleinert, Fraktionsvorsitzender der Linken, in einer Pressemitteilung. Die Fraktion fordert nun konkrete Planungen.
Dazu zählen der Ausbau zu einer echten Einspurigkeit mit durchgehenden Busspuren, Sofortmaßnahmen wie „Protected Bike Lanes“, breitere Gehwege und sichere Querungen. Außerdem verlangt die Fraktion einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung.
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