Weniger Bäume in Eimsbüttel
Auch Bäume in Eimsbüttel sind betroffen. Foto: Eimsbütteler Nachrichten
Baumfällungen

Weniger Bäume in Eimsbüttel

Vergangenen Monat endete die Fällsaison für Bäume in Hamburg. Nun ist klar: Auch in diesem Jahr wurden in Eimsbüttel wieder mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt.

Bäume sind Allrounder. Sie beleben das Stadtbild, sind ein Lebensraum für Tiere und spenden Schatten. Sie mindern den Stadtlärm und filtern Schadstoffe aus der Luft. Doch auch dieses Jahr wurden in Hamburg wieder 946 Bäume gefällt. Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort.

Fällung von Straßenbäumen

Der NABU Hamburg hat die Angaben zu den Fällungen in den sieben Hamburger Bezirken ausgewertet und in diesem Jahr besonders die Entwicklung der Fällungen von Straßenbäume betrachtet. Der Naturschutzbund beklagt besonders den Wegfall von älteren Bäumen. Häufig fallen sie Umbaumaßnahmen von Straßen zum Opfer. Wenn Straßen, Rad- oder Fußwege mehr Raum erhalten, ist für Ersatzpflanzungen an gleicher Stelle anschließend oft kein Platz mehr vorhanden.

Nur zwei von drei gefällten Bäumen werden nach der Fällsaison 2017/2018 nachgepflanzt. Bis dann ein kleiner Baum die Wirkung eines älteren Baumes erreicht, braucht es jedoch Jahre. In Eimsbüttel wurden 110 Bäume gefällt und 47 nachgepflanzt. Die meisten Bäume mussten jedoch die Bezirke Altona (224), in Mitte (187) und Bergedorf (140) lassen.

„Der Verlust von Straßenbäumen ist ein trauriger Beitrag zum Grünverlust in unserer Stadt. Bäume tragen zur Lebensqualität und zur Gesundheit im Großstadtalltag bei. Sie brauchen Raum und Pflege. Ihr Verlust schmerzt und wir fordern deshalb auch mit Blick auf die Straßenbäume, dass Hamburgs Grün erhalten bleiben muss“, so Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Wegfall alter Bäume

Die Auswertung der aktuellen Fällstatistiken hat ergeben, dass etwa zwei Drittel der Fällungen ältere Straßenbäume betreffen. Zwar sollen 633 Bäume wieder nachgepflanzt werden, also knapp zwei Drittel der gefällten Hölzer, doch der NABU betont, dass ein junger Baum einen alten in seinen ökologischen Funktionen und in seiner Wirkung im Stadtbild nicht ansatzweise ersetzen könne.

Experten gehen davon aus, dass neu gepflanzte Bäume unter heutigen Voraussetzungen in der Stadt kaum noch die Umfänge der nun gefällten älteren Bäume erreichen können. Foto: Eimsbütteler Nachrichten.

„Jeder von uns freut sich jetzt auf den Frühling und sehnt sich nach mehr Grün. Es ist daher tragisch, dass immer mehr Bäume aus dem Straßenbild verschwinden. Insbesondere von alten Straßenbäumen profitieren die Stadtnatur und ihre Bewohner einschließlich wir Menschen“, äußert sich Eike Schilling, Koordinator Praktischer Naturschutz beim NABU Hamburg. „Für ihren Erhalt muss daher viel mehr getan werden.“

Organisationen für den Baumschutz

Verschiedene Initiativen in Eimsbüttel setzen sich für den Erhalt des Baumbestandes im Bezirk ein. Auch der NABU Hamburg hat eine Fachgruppe für Baumschutz. Die zuständigen Behörden für den Schutz der Bäume sind die jeweiligen Bezirksämter. Wer Fällungen beobachtet und sich um deren Rechtmäßigkeit sorgt, kann die zuständige Behörde mit einer Prüfung zu befassen. Bei Fällmaßnahmen auf privatem Grund kann man danach fragen, ob eine Fällerlaubnis besteht.

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