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Das Zentrum begleitet Kinder auf ihrem persönlichen Trauerweg. Foto: Alicia Wischhusen
Trauer

Wenn Kinder trauern

Das „Hamburger Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer“ in der Sophienallee begleitet Kinder, die eine Bezugsperson verloren haben. Die Bedürfnisse der Kinder sind dabei ganz verschieden.

Von Alicia Wischhusen

Der Tod eines Elternteils oder anderer wichtiger Bezugspersonen ist für Kinder ein traumatisierendes Erlebnis. Für diejenigen, die mit einem solchen Verlust nicht oder nicht mehr alleine zurecht kommen, gibt es seit rund neun Jahren eine Anlaufstelle in der Sophienallee. Das Team vom Hamburger Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer besteht aus Pädagoginnen mit einer Zusatzausbildung zur Trauerbegleiterin. Sie stehen den Kindern beiseite und begleiten sie auf ihrem persönlichen Trauerweg.

„Alles ist normal, was nicht selbstschädigend ist“

„Die Kinder haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse – manche wollen erstmal schweigen, einige haben Redebedarf, andere möchten gekuschelt werden“, weiß Barbara Heling, ehemalige zweite Vorstandsvorsitzende vom Hamburger Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer e. V. „Alles ist normal, was nicht selbstschädigend ist“, meint Heling. „Mit Trauer geht jeder anders um.“

Manchmal werde das Team auch zu Notfällen gerufen. Einmal sei in einer Kita ein Kind bei einem gemeinsamen Ausflug ertrunken, berichtet sie. „Bei so etwas gehen wir dann in die Einrichtung.“ Seit einigen Jahren bietet das Zentrum auch Fortbildungen für Schulen und Kitas an. 

Kinder trauern anders

„Manchmal erkennen Erwachsene die Trauer des Kindes nicht“, erklärt sie. „Kinder sind schnell wieder albern, während Erwachsene meist in einem Meer aus Trauer versinken.“ Es gebe aber auch Tage, an denen es für betroffene Kinder besonders schwer sei: am Geburtstag des Verstorbenen. Muttertag. Weihnachten. Tage, die man mit der Familie feiert. 

Die Art und Weise des Trauerns ist bei Kindern anders. Foto: Alicia Wischhusen

„Im Gegensatz zu Erwachsenen verstehen kleine Kinder die Irreversibilität nicht, dass die Person nicht wiederkommt“, erklärt Heling. Das Verständnis vom Thema Tod variiere je nach Alter, weshalb es auch verschiedene Gesprächsgruppen geben müsse. Das Zentrum betreut daher die 5 bis 18-Jährigen in vier verschiedenen Altersgruppen. 

Trauer ist individuell

Es gebe auch Kinder, die erst nach einigen Treffen anfangen zu reden. „Davor sagen sie nichts, aber das müssen sie auch nicht“, so Heling. Man sehe aber, dass die Kinder aufmerksam sind und zuhören. „Wir hatten mal ein Kind, das erst nach sechs Sitzungen gesprochen hat“, berichtet sie. „Das Erste was es gesagt hat, war, dass es sich freut, Teil der Gruppe zu sein.“

Finanziert durch Spenden

Sechs Jahre lang war Barbara Heling Teil des ehrenamtlichen Vorstands, der sich nun aus Altersgründen zurückgezogen hat. „Wir haben ganz klein angefangen, ohne eigene Adresse und wussten natürlich nicht, wie sich das entwickeln wird“, erzählt sie. Schnell habe sich herausgestellt, dass es großen Bedarf gibt. Seit Januar ist das Zentrum kein Verein mehr, sondern Teil des Diakonischen Werks Hamburg. Für die Kinder habe sich aber nichts verändert, versichert Heling. Neue Koordinatorin des Zentrums ist Mechthild Miller vom Diakonischen Werk Hamburg. Das Projekt wird durch Spenden finanziert.

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