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Foto: Marcus Gundelach
In dem Neubau wohnen Alleinstehende, Familien und Senioren neben- und miteinander. Foto: Marcus Gundelach
Magazin #19

Wohnprojekte: Alle unter einem Dach

Wohnen in der Großstadt – oft verdrängt die Anonymität des Einzelnen, was Gemeinschaft sein könnte. Dicht an dicht leben Nachbarn, ohne voneinander mehr als den Namen auf dem Klingelschild zu kennen. Doch es gibt sie, die Orte, an denen Eimsbütteler gängige Wohnkonzepte über den Haufen werfen und etwas anderes wagen.

Von Alana Tongers

An denen die Türen nie geschlossen sind und Generationen zusammenkommen. Ein bisschen dörfliches Zusammenleben, das kann auch im eng bebauten Eimsbüttel funktionieren. Ob mitten im Viertel, an der vielbefahrenen Hauptstraße oder versteckt im Hinterhof – Eimsbüttels Wohnprojekte zeichnen alternative Lebensentwürfe.

Eine Fotoreportage von Marcus Gundelach


Marktplatz des Wohnens in der Methfesselstraße

Plauschen, unterstützen, diskutieren: Das Wohnprojekt Methfesselstraße liegt nicht nur direkt am Marktplatz, auch sonst gleicht das Leben hier einem nachbarschaftlichen Bummel über den Markt. In dem Neubau wohnen Alleinstehende, Familien und Senioren neben- und miteinander. Ob beim Grillen im Garten, Kinderkino, Yoga oder Resteessen nach Weihnachten – die große Familie der Methfesselstraße zeigt, wie gemeinschaftliches Wohnen aussehen kann.

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Planung und Bau des Projekts dauerten vier Jahre. Foto: Marcus Gundelach

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Foto: Marcus Gundelach

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Foto: Marcus Gundelach

Bedrohter Zauber im Sillemsalabim

Seit fast fünfzehn Jahren ist der Künstlerhof Sillemsalabim Schaffensort und Zuhause für ein Dutzend kreative Köpfe. Für viele andere Eimsbütteler sind die verschachtelten Ateliers und der grüne Hinterhof in der Sillemstraße längst zum kulturellen Treffpunkt geworden: Immer wieder finden hier Ausstellungen und Kunstevents statt. Kein Wunder also, dass sich Widerstand regt, als der Besitzer im letzten Jahr die Mietverträge des Künstlerkollektivs kündigt.

Die alte Post Eimsbüttels soll einem großen Neubau weichen. Mit Protestaktionen und Petitionen wehrt sich die Nachbarschaft dagegen. Doch die Zeit läuft ab: Ende März mussten die ersten Künstler das Sillemsalabim verlassen. Im September sollen Gestalterin Nadine Faulhaber und ihre Familie ausziehen. „Wie es im Moment steht, werden wir wohl alle den Stadtteil und zum Teil auch die Stadt verlassen müssen”, so Faulhaber. Sollte sich eine Lösung finden, will das Kollektiv den Hof als öffentlichen Kulturraum für die Nachbarschaft weiter ausbauen und öffnen. Ansonsten wird der Zauber des Sillemsalabim bald erlöschen.

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Pejo (13) und Karl (10) sind auf dem Hof aufgewachsen. Im September müssen Nadine Faulhaber und Timo Schwarz gemeinsam mit ihren Kindern das „Sillemsalabim” verlassen. Foto: Marcus Gundelach

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Der Künstlerhof könnte schon bald einem Neubau weichen. Foto: Marcus Gundelach

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Foto: Marcus Gundelach

Sinnstiftend leben im Schröderstift

Mitten zwischen Schlump und Grindelviertel versteckt sich hinter Bäumen und Hecken das Schröderstift. In der über 150 Jahre alten Dreiflügelanlage wohnen rund hundert Hamburger in dörflicher Gemeinschaft. Einige sind seit der ersten Stunde dabei: Sie haben das Schröderstift 1981 als Studenten mit kreativem Protest vor dem Abriss gerettet.

Seitdem leben die Bewohner hier in Selbstverwaltung und arbeiten gemeinsam daran, das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten. Und wenn sie einmal im Jahr zum legendären Sommerfest laden, kann die ganze Stadt ein bisschen alternatives Wohnen im Schröderstift miterleben.

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Die große Dreiflügelanlage wurde 1851-1852 als Wohnanlage für die wohltätige Stiftung des Hamburger Kaufmanns Johann Heinrich Schröder gebaut. Foto: Marcus Gundelach

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Aktiv werden im Passivhaus Telemannstraße

Im Passivhaus aktiv die Umwelt schützen? Was zunächst widersprüchlich klingt, wird in der Telemannstraße seit 2003 gelebt. Durch seine Wärmedämmung braucht der Neubau keine klassische Heizung und ist so besonders umweltschonend. Das Passivhaus war eines der ersten großen Mietshäuser seiner Art in Hamburg.

Neben klimafreundlichem Wohnen ist den Bewohnern wichtig, Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenzubringen. Im Passivhaus wohnen deswegen Familien und WGs, Senioren und Alleinerziehende sowie Menschen mit und ohne Behinderung Tür an Tür.

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Die Gründer planten zehn Jahre an ihrem Wohnprojekt, bevor sie einziehen konnten. Foto: Marcus Gundelach

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