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4 people who care: Nachhaltiges Start-up für Naturkosmetik aus Eimsbüttel.
Vier Freunde aus Hamburg nehmen Nachhaltigkeit in die Hand: Benno Hinrichsmeyer, Marc Seipel, Lennart Johnsen und Fritz Hinrichsmeyer stellen feste Handcreme her (v.l.). Foto: 4 people who care
Nachhaltige Wirtschaft - Teil 4

„4 people who care“: Wo Nachhaltigkeit aufblüht

Bienen und Blumen statt Plastik und Tierversuche: Das Start-up „4 people who care“ stellt Naturkosmetik her und pflanzt für jeden Verkauf drei Quadratmeter Blühwiese.

Von Vanessa Leitschuh
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Statt einen Kasten Bier für Bäume im Regenwald zu trinken, säen sie Blühwiesen in Deutschland: Das Naturkosmetik-Start-up 4 people who care will „regional Gutes zu tun“. Und zwar immer dort, wo auch ihr Produkt gekauft wird. Ihre Mission: „Die biologische Vielfalt vor deiner Haustür schützen.“

4 people who care – das sind die vier Freunde Benno und Fritz Hinrichsmeyer, Lennart Johnsen und Marc Seipel. Anfang 2020 gründen sie gemeinsam ein Label für Naturkosmetik.

Lokal statt global

Entstanden ist die Idee aus einem eigenen Bedarf heraus, Scratch your own itch – Kratz dich am besten selbst nennt sich das unter Gründern auch. Als Klettersportler suchen sie nach einer Handcreme, die gut pflegt und gleichzeitig nachhaltig ist. Weil sie keine finden, stellen sie kurzerhand selbst welche her.

„Am Anfang sind wir oft zu meinen Eltern gefahren, nach Westensee bei Kiel in der Nähe. Da haben wir im Kinderzimmer auf dem Teppich die ersten Handcremes gemacht“, erzählt Mitgründer Fritz Hinrichsmeyer. So entwickeln sie den Daumenschmaus, eine feste Bio-Handcreme.

Aus dem Kinderzimmer zieht das Projekt nach Eimsbüttel, in die Rellinger Straße, wo Marc und Fritz gemeinsam in einer WG wohnten. Die WG ist Lager und Unternehmenssitz in einem, die Post in der Lappenbergsallee ihr Versandzentrum. Täglich stehen sie in der Schlange, oft stundenlang, und verschicken ihre Cremes.

Mittlerweile sind sie in ein Büro in Bahrenfeld gezogen, mit großen Glastüren und Kickertisch, wie es sich für ein Start-up gehört. Auch die Produkte sind längst nicht mehr nur für Klettersportler, das Sortiment ist gewachsen: Zur Handcreme kam eine Fußcreme dazu, Lippenbalsam, Gesichtsöl, Körperbutter, alle Cremes auch in vegan ohne Bienenwachs.

Feste Kosmetik ist meistens nicht nur ergiebiger als flüssige, sie kommt auch ohne Plastikverpackung aus. So wie der Daumenschmaus, eine feste Bio-Handcreme und das erste Produkt des Start-ups. Foto: 4 people who care

Von Gesicht bis Fuß reicht das Sortiment des Kosmetik-Unternehmens. Foto: 4 people who care

Besonders stolz sind die Gründer auf ihre Sonnencreme, die kam im Juli nach einer Crowdfunding-Kampagne auf den Markt – „das zweite Fundingziel hatten wir schnell erreicht“, erzählt Fritz Hinrichsmeyer. Denn: Es ist die erste feste Sonnencreme aus Deutschland, bio, nachhaltig, ohne chemische Sonnenblocker, ohne schädliche Nanopartikel. Ohne Füllstoffe, Parfüm und Plastikverpackung sowieso.

Wie die Bienen zur Blühwiese kamen

Für jedes verkaufte Produkt pflanzt das Unternehmen drei Quadratmeter Blühwiese. 147.254 Quadratmeter sind so schon zusammengekommen, eine Fläche fast so groß wie das Heiligengeistfeld.

Und obwohl es günstiger und irgendwie auch eindrucksvoller weil größer wäre, Bäume zu pflanzen, haben sich 4 people who care für drei Quadratmeter Blühwiese à 1 Euro pro Produkt entschieden. Auch, weil Blühwiesen ein schnell wachsender CO2-Speicher sind. Aber vor allem, weil durch Bodenversiegelung, Abholzung und Monokulturen der Lebensraum für Insekten und bodenbrütende Vögel schwindet, weil die Arten aussterben, weil das biologische Gleichgewicht aus den Fugen gerät. „Blühwiese ist unser Ansatz, dem entgegenzutreten.“

„Nicht alles, was bunt ist und blüht, ist gut für die Natur“

Nachhaltig wirtschaften, dabei geht es oft um geschlossene Kreisläufe. Nach dem Prinzip „mein Müll wird deine Ressource“. So war auch bei 4 people who care die Blühwiese logische Konsequenz. „Wir kaufen Demeter-Bienenwachs für unsere Cremes, über deren Verkauf bauen wir Blühwiesen an, in denen die Bienen dann fliegen und Bienenwachs produzieren.“ Ein geschlossener Kreis.

Fritz Hinrichsmeyer, einer der vier Gründer von 4 people who care auf dem Gut Wulfsdorf in Ahrensburg. Das Demeter-Wachs für die Cremes kommt von Imkerin Dorothea Bogs des Guts. Dort bauen 4 people who care auch einen Teil ihrer Blühwiesen an. Foto: 4 people who care

Fünf Blühwiesen-Kooperationen hat das Start-up bisher in Deutschland, in jeder Himmelsrichtung eine, eine in der Landesmitte, eine weitere in Österreich. „Unser Anspruch ist, dass die Blühwiese möglichst nah an den Verkaufsflächen ist“, erzählt Fritz Hinrichsmeyer. Die Blühwiesen der in Hamburg verkauften Kosmetik entstehen auf dem Gut Wulfsdorf in Ahrensburg. 

Besonders achten sie beim Anbau darauf, dass das Saatgut zur Region passt. Denn: „Nicht alles, was bunt ist und blüht, ist gut für die Natur.“ Beliebte Produkte wie Saatkonfetti oder Seedbombs enthalten oft Saat aus entfernten Gegenden. „Wenn das Saatgut aus Norditalien kommt, sollte man es eher nicht in Norddeutschland verstreuen. Sonst verdrängt es andere, heimische Pflanzen“, sagt Hinrichsmeyer. Wer selbst Blühwiesen anlegen will, solle sich deshalb vorher beim Naturschutzbund über das richtige Saatgut informieren. Nur so wird die Blühwiese zum Gaumenschmaus für Bienen – eben wie die Creme zum Daumenschmaus für Menschen.

spa

Nachhaltigkeit in Serie

Das Kosmetiklabel 4 people who care reinvestiert mit jedem verkauften Produkt in die Natur, aus der sie ihre Rohstoffe bekommen. Über Blühwiesen die biologische Vielfalt unterstützen ist nur ein Weg, ökologischer zu wirtschaften. Der Text ist Teil der Serie „Sustainbüttel“, die zeigt, was in Eimsbüttel gerade passiert in Sachen Nachhaltigkeit. Mit Eimsbütteler Unternehmern sprechen wir über Themen wie Aufforsten, Inklusion und kürzere Lieferwege.

Alle Artikel der Serie „Sustainbüttel – Nachhaltige Wirtschaft in Eimsbüttel“ im Überblick:

Mehr über die lokale Wirtschaft im Viertel auch im neuen Eimsbütteler Nachrichten Magazin #25.

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