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Wilfried Pabsch und Martina Feistritzer im "Pape 2 Kaffeehaus". Foto: Alicia Wischhusen
Soziales

Alltagsbewältigung im „Pape 2 Kaffeehaus“

Das „Pape 2 Kaffeehaus“ in der Hoheluftchaussee 51 ist eine Trainingsmaßnahme für Jugendliche mit psychischer Erkrankung. In sozial-therapeutischer Begleitung werden sie so an einen strukturierten Tagesablauf herangeführt.

Von Alicia Wischhusen

„Haft oder Psychiatrie sind die einzigen Optionen gewesen, die ein psychisch kranker Jugendlicher vor 1973 hatte“, sagt Wilfried Pabsch. Er ist Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins Pape 2 e.V., der sich der sozial-therapeutischen Begleitung von Jugendlichen angenommen hat. Der 1973 gegründete Verein, der damals noch Jugendwohnung e.V. hieß, war einer der ersten, der psychisch kranken Jugendlichen alternative Betreuungsmöglichkeiten bot.

Integration nach schwierigen Lebenssituationen

Seither unterstützt der Verein Jugendliche, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Junge Menschen mit Persönlichkeitsstörungen,  psychosomatischen Erkrankungen oder ähnlichem erhalten hier Hilfe in der Bewältigung des Alltags. Oft könnten diese Jugendlichen nicht in ihrem bisherigen Umfeld bleiben, erklärt Pabsch.

Hamburg Eimsbuettel Demenz WG DRK. Foto: Monika Dzialas

Mehr als „Honig im Kopf“: Wohngruppe für Menschen mit Demenz

Die Aktionswoche rund um den heutigen Welt-Alzheimertag soll auf die Situation Betroffener aufmerksam machen. Die Pflegekräfte der Eimsbütteler Wohngruppe für Menschen mit Demenz fordern ein tieferes Verständnis für die Erkrankung. Gemeinsam mit den Bewohnern gestalten sie den Alltag und geben Orientierung.

Neben den Wohngruppen ist auch das Pape 2 Kaffeehaus in Hoheluft-West ein Projekt des Pape 2 e.V. „Die Jugendlichen sollen wieder an einen strukturierten Tagesablauf herangeführt werden“, so der Geschäftsführer. Derzeit sind zwölf Jugendliche im Café beschäftigt, die in zwei Schichten – von 10 bis 14 Uhr und 14 bis 18 Uhr – arbeiten. Viele von ihnen haben bereits Therapieerfahrungen und wurden über Ärzte oder Kliniken an Pape 2 e.V. vermittelt. In den Wohngruppen leben im Schnitt acht Jugendliche, die etwa zwei bis drei Jahre bleiben. „Ziel ist es, die Betroffenen nach dem Aufenhalt integriert zu haben“, sagt Pabsch.

Arbeitstraining im „Pape 2 Kaffeehaus“

Aufgrund der psychischen Erkrankungen seien die Jugendlichen schnell überfordert und manchmal unkonzentriert, sagt der Geschäftsführer. Zwei Fachkräfte würden die Heranwachsenden deshalb bei den im Café anfallenden Tätigkeiten unterstützen. In der Regel bereiten die Jugendlichen aber alle Speisen auf der Karte des Pape 2 Kaffeehauses selbst zu: Frühstück, Quiche und Kuchen. Sie tragen Teller durch die hellen Räume des Cafés, wischen Tische und nehmen Bestellungen auf. Im nachsichtigen Umfeld sammeln die Jugendliche so erste Erfahrungen im Bereich Service und Gastronomie.

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