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Das zerstörte Beet in der Eimsbütteler Straße. Foto: Alana Tongers
Monatelang bepflanzten Nachbarn ein Beet in der Eimsbütteler Straße. Letzte Woche rückten die Rasenmäher an. Foto: Alana Tongers
Urban Gardening

Auf Anordnung der Behörde: Nachbarschaftsbeet platt gemacht

Die Bewohner der Eimsbütteler Straße 79 haben aus der gemeinsamen Gartenarbeit ein Nachbarschaftsprojekt gemacht. Doch dann rückten die Rasenmäher an.

Von Alana Tongers

Angefangen hatte alles mit ein paar Blumen. Wer sie gepflanzt hat, wissen die Nachbarn aus der Eimsbütteler Straße 79 selbst nicht mehr genau. Nur, dass aus dem verwahrlosten Grünstreifen vor ihrer Haustür schnell ein bunter Garten wurde, an dem das ganze Haus mitarbeitete. Bis vergangenen Mittwoch ein Landschaftsbauunternehmen das Beet platt gemacht hat.

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Lichtblick in der Corona-Zeit

Die Idee, einen kleinen Garten anzulegen, gab es in der Hausgemeinschaft schon länger, erzählt ein Anwohner. Als in der Corona-Zeit viele Nachbarn in Kurzarbeit waren, gehen sie das Projekt an. „Das Beet war in diesen Tagen ein kleiner Lichtblick.“

Die Nachbarn aus dem Erdgeschoss füllen Gießkannen auf, die sich jeder abholen kann. Alle pflanzen ein wenig mit: „Es ist eine richtige kleine Gemeinschaft entstanden“, freut sich einer der Gärtner. Bald blühen Hortensien, Flieder und bienenfreundliche Wildblumen. Ein kleiner Zaun schützt das gepflegte Stadtgrün.

So sah das Nachbarschaftsbeet vorher aus.
So sah das Nachbarschaftsbeet vorher aus. Foto: J. Behrens

Zwischen Duldung und Rasenmäher

Dass es eine Grünpatenschaft braucht, um ein solches Beet zu betreiben, war der Hausgemeinschaft bewusst. „Eine Patenschaft wurde aber nicht genehmigt“, erzählt ein Anwohner. Warum, weiß er nicht. Stattdessen habe das Bezirksamt Altona mitgeteilt, man würde das Beet dulden. Aber auch, dass es in nächster Zeit einen Mähauftrag geben wird. „Trotzdem haben wir gehofft, dass unser Beet verschont wird.“

Das Haus in der Eimsbütteler Straße 79 liegt genau an der Grenze zwischen den Stadtteilen Eimsbüttel und Altona Nord. Welcher Bezirk für die Entfernung des Beetes verantwortlich ist, war zunächst unklar. „Wir halten die Firmen seit dem letzten Jahr an, Beete stehen zu lassen“, so Kay Becker, Pressesprecher des Bezirksamts Eimsbüttel. Im letzten Jahr habe es in Eimsbüttel nicht eine Klage von Nachbarn gegeben.

Beet in 90 Sekunden vernichtet

Er verwies auf die Behörden in Altona, die sich trotz mehrfacher Nachfragen der Eimsbütteler Nachrichten nicht zu dem Fall meldeten.

Die Rasenmäher waren am Mittwochmorgen angerückt. Die Nachbarn wollten den Gärtner noch zur Rede stellen: Auch ihm tue es um das Beet leid, doch er mache nur seinen Job. Seinem Chef musste er sogar ein Foto des gemähten Grünstreifens schicken. „Innerhalb von 90 Sekunden war unsere kleine Oase verschwunden“, so ein Bewohner.

Hoffnung auf Patenschaft

Die Nachbarn sind über das Ende des Beetes traurig. Sie finden, dass auch die Stadt einen Nutzen von ihrem Engagement hat. Zum Beispiel hätten sie die Eiche auf dem kleinen Beet mitgegossen und gepflegt – gerade in den trockenen Wochen des Sommers war das wichtig.

Aufgeben wollen die Nachbarn ihren kleinen Garten trotzdem nicht. „Wir wollen weitermachen“, so der Anwohner. Dann hoffentlich mit einer Patenschaft und der Unterstützung des Bezirksamts.

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