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Das Gebäude ist bewusst dem Stil des hamburgischen Bürgerhauses des 18. Jahrhunderts nachempfunden. Foto: Annika Demgen
Fusion von Berufsschulen

Berufsschule verlässt historisches Gebäude

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in der Bundesstraße 58 wird seit Mitte der 1930er-Jahre als Berufsschule genutzt. Nun ist geplant, die William-Lindley-Schule nach Wilhelmsburg zu verlagern.

Von Fiona Kleinert
Noch befindet sich die Berufsschule William Lindley in der Bundesstraße 58.Foto: Annika Demgen
Noch befindet sich die Berufsschule William Lindley in der Bundesstraße 58. Foto: Annika Demgen

Die Umzugspläne gehen zurück auf den Schulentwicklungsplan für berufsbildende Schulen von 2013. In diesem beschloss die Deputation der Hamburgischen Bürgerschaft (siehe Infobox), die 44 bestehenden Berufschulen auf 32 zu reduzieren. Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 wurden die ersten zusammengelegt, unter anderem auch die Staatliche Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Schlankreye und die Berufliche Schule für Wirtschaft und Steuern, die jetzt zur Beruflichen Schule für Wirtschaft Hamburg-Eimsbüttel fusioniert sind.

Im kommenden Schuljahr, das im September beginnt, ist nun die Fusion der Beruflichen Schule William Lindley und der Staatlichen Gewerbeschule Metalltechnik mit Technischem Gymnasium geplant. Die beiden Einrichtungen sollen zu einer metalltechnischen Schule zusammengelegt werden. Angela Homfeld, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit am Hamburger Institut für berufliche Bildung (HIBB), teilte uns mit, dass voraussichtlich Jörn Buck, jetziger Schulleiter der William Lindley, die neue Schule leiten wird. Allerdings nicht in Eimsbüttel, sondern in Wilhelmsburg. Zum Schuljahresbeginn 2018/19 soll die Berufsschule aus der Bundesstraße 58 auf das Gelände der Gewerbeschule ziehen. Das betrifft auch den zweiten Standort der William Lindley in der Bundesstraße 41. Bis es soweit ist, sind mehrere Um- und Zubauten in der Dratelnstraße 24 in Wilhelmsburg geplant. Das vorläufige Gesamtbudget des Bauprojekts beträgt 16,4 Millionen Euro, heißt es in der Auftragsbekanntmachung.

Warum der Umzug?

Die William-Lindley-Schule hätte in der Bundesstraße eine schwierige Zukunft, so Reinhard Damm, Leiter der Schulentwicklung, Steuerung und Beratung am HIBB, da mit der sich fortwährend entwickelnden Technik immer modernere und aufwändigere Räume für den Unterricht benötigt werden. In dem 1909 fertiggestellten Gebäude sind viele solcher Umbauten nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht. So werden zum Beispiel am neuen Standort in Wilhelmsburg ein mehrgeschossiges Abwasserlabor und ein Heizöllager entstehen, die für den Unterricht erforderlich sind.

Das Gebäude ist bewusst dem Stil des hamburgischen Bürgerhauses des 18. Jahrhunderts nachempfunden. Foto: Annika Demgen
Das Gebäude ist dem Stil des hamburgischen Bürgerhauses des 18. Jahrhunderts nachempfunden. Foto: Annika Demgen

2013 wurden außerdem sinkende Schülerzahlen für die Hamburger Berufsschulen prognostiziert. Die Zusammenführung soll deshalb auch dazu dienen, keine Ausbildungsberufe zu verlieren, so Damm. Die Schüleranzahl der Berufsschule in Wilhelmsburg ist von 2013/14 bis 2015/16 tatsächlich um gute 250 gesunken. Im selben Zeitraum gab es aber auch einen Anstieg von 93 Schülern an der William Lindley.

Zum Zeitpunkt der Prognose war die Berufsvorbereitung für Flüchtlinge allerdings noch nicht vorhersehbar und spielte nicht in die Berechnungen hinein, sodass die erwartete Entwicklung mitunter nicht mehr aktuell ist. Aufgrund dessen könne es eventuell zu Platzproblemen in den neuen Berufsschulen kommen, äußert Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, ihre Bedenken. Insgesamt liefe der Zusammenlegungsprozess aber deutlich besser ab als noch vor zehn Jahren. Da gab es schon mal mehrere Fusionen von Hamburger Schulen, die deutlicher chaotischer abgelaufen wären und zum Beispiel Lehrkräfte nicht gut genug in die Planung miteingebunden hätten.

Was passiert mit dem Gebäude?

Durch die Standorttrennung wird es anfänglich nicht vermeidbar sein, dass Lehrkräfte zwischen Wilhelmsburg und Rotherbaum pendeln müssen. Sie haben aber einen Anspruch auf Wegegeld und die Unterrichtspläne sollen so koordiniert werden, dass Lehrer möglichst nicht am selben Tag von einer zur anderen Schule fahren müssen, sagt Reinhard Damm vom HIBB. Durch die Fusion sollen zudem Krankheitsfälle leichter ausgeglichen werden können.

Niclas Guske, Schüler der William Lindley, findet den geplanten Umzug „sehr schade“. Seit 1937 würden sämtliche Anlagenmechaniker, Behälter- und Apparatebauer, Klempner und Dachdecker in Hamburg in der Bundesstraße unterrichtet. „Wilhelmsburg ist nicht optimal“, so der 18-Jährige. Die Adresse im Stadtteil Rotherbaum sei zentraler und besser zu erreichen.

Daniel Stricker, Pressesprecher der Finanzbehörde, zufolge könnte das Schulgebäude nach dem Wegzug der William Lindley als Wohnraum genutzt werden. Dies sei aber nur eine mögliche Nachnutzung. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.

Info: Was ist eine Deputation?

Jede Fachbehörde in Hamburg hat eine Deputation. Sie besteht aus dem Senator oder der Senatorin der jeweiligen Fachbehörde, auch Präses genannt, und 15 ehrenamtliche Mitglieder (Deputierte), die von der Bürgerschaft gewählt werden.

Quelle: Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg

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