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Olaf Jessen gibt sein Sportcenter in Stellingen auf – seine Boxschool führt er jedoch weiter. Foto: Julia Haas
Olaf Jessen gibt sein Sportcenter in Stellingen auf – seine Boxschool führt er weiter. Foto: Julia Haas
Schließung

Eimsbüttels Boxtrainer mit Herz gibt sein Sportstudio auf

Das Hankook Sportcenter schließt. Für die Inhaber Olaf und Susanne Jessen kein einfacher Schritt. Über die Hintergründe und wie es jetzt weitergeht.

Von Julia Haas

In jeder Ecke stecken Erinnerungen. Wenn Boxtrainer Olaf Jessen durch sein Sportcenter in Stellingen läuft, ploppen sie auf. Zum Beispiel, wie er ein Taekwondo-Benefizturnier veranstaltete oder beim Rocky-Musical mitwirkte. 35 Jahre hat Jessen das Sportcenter Hankook geleitet – zuerst in der Bismarckstraße, später in der Stellinger Linse. Jetzt haben seine Frau und er beschlossen, den Sportbetrieb aufzugeben.

Sportangebot soll erhalten bleiben

Leicht sei ihnen dieser Schritt nicht gefallen, sagt Jessen im Gespräch mit den Eimsbütteler Nachrichten. Als sich die Chance bot, die Räumlichkeiten zu übergeben, hätten sie lange überlegt. „Am Ende hat es sich nach dem richtigen Weg angefühlt“, sagt er.

Gesundheitliche oder finanzielle Probleme stehen nach Angaben Jessens nicht hinter der Entscheidung. Vielmehr habe sich das Leben in den vergangenen 35 Jahren verändert. Es sei schwieriger geworden, neue Mitarbeiter zu finden und den Digitalisierungsprozessen standzuhalten.

Wer das Sportcenter künftig übernehmen wird, möchte Jessen noch nicht öffentlich machen. Die Nachfolger kenne er jedoch, seitdem sie klein waren. Klar sei: Auch künftig soll es in den Räumen Sportangebote geben – darunter Karate und Taekwondo.

Sein Herzensprojekt führt er fort

Mit der Schließung des Sportcenters ziehen sich Olaf und Susanne Jessen nicht aus der Nachbarschaft zurück. „Wir machen weiter – als Olaf und Susanne“, sagt er. Die jährliche Nikolausaktion, Beteiligungen an Stadtteilfesten oder Unterstützung lokaler Initiativen: All das wollen sie fortführen.

Mehr Zeit möchte Jessen künftig in sein Herzensprojekt investieren: die Boxschool, ein Verein zur Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche. „Mein Herz brennt für die Kinder dieser Stadt“, sagt er. Ihnen fehle nach wie vor eine starke Lobby. „Wir Erwachsenen müssen Verantwortung übernehmen.“

Boxschool für die Zukunft absichern

Die Boxschool versteht sich als „Schule fürs Leben“. Über das Boxtraining sollen junge Menschen lernen, Konflikte zu bewältigen, in der Gruppe Halt zu finden und sich persönlich weiterzuentwickeln. Der Gemeinschaftsgedanke steht dabei im Mittelpunkt. Für sein Engagement bei der Boxschool wurde Jessen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Jessen will das Konzept weiter ausbauen und stärken. Bisher finanziere sich das Angebot zu zwei Dritteln aus Spenden. Jessen hofft, das Projekt langfristig mit Unterstützungen der Stadt abzusichern.

Erfolgreich als Boxtrainer?

Fragt man Olaf Jessen nach seinen Erfolgen, spricht er nicht über Meisterschaften. Stattdessen über die Menschen, die er begleitet hat – und die ihren Weg gefunden haben, weil jemand an sie geglaubt hat.

„Ich bin nicht reich, was Geld angeht“, sagt er. „Aber reich an den Menschen, die mich umgeben.“ Und genau so möchte er weitermachen.

Wer sich persönlich verabschieden möchte, kann am 18. und 19. Dezember ab 14 Uhr im Studio vorbeischauen.


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