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Tauben an der Osterstraße. Foto: Alicia Wischhhusen

Hygiene

Eimsbütteler Tauben sollen unter Dach und Fach

Eimsbütteler Tauben könnten bald ein schützendes Dach über den Kopf bekommen. Die Bezirkspolitik möchte sich über den Nutzen und die Anschaffung von Taubenschlägen informieren. Das tierfreundliche Konzept soll den Tierbestand regulieren und den Bezirk von Taubenkot befreien.

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Für viele Eimsbütteler sind sie ein Ärgernis. Sie halten sich zumeist auf dem Boden auf, picken sich durch die achtlos weggeworfenen Essensreste der Passanten und verschmutzen mit ihrem Kot Häuserfassaden und Autodächer. Tauben werden aus zahllosen Gründen aus dem Stadtbild weggewünscht. Das Problem: Von den sogenannten “Ratten der Lüfte” tummeln sich unzählige in den Fußgängerzonen und auf den belebten Plätzen des Bezirks.

Nun hat die CDU-Fraktion Eimsbüttel das Thema Tauben auf die Tagesordnung der Bezirkspolitik gesetzt. Auf Antrag der Fraktion sollen Mitglieder von “Gandolfs Taubenfreunden Hamburg” und des “Hamburger Tierschutzvereins e.V.” in eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft und Verbraucherschutz (GUWV) eingeladen werden, um über die Gesamtsituation in Eimsbüttel hinsichtlich Population, problematischer Örtlichkeiten und des aktuellen Umgangs mit den Tieren zu berichten.

Mit Gipseiern getäuscht

Dass Hamburg zu viele Tauben hat, findet auch Maria Hanika, 1. Vorsitzende des “Hamburger Stadttauben e.V.”. Darum unterstützt ihr Verein gemeinsam mit dem “Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.” (HTV) auch das Bemühen um eine Verkleinerung der Taubenpopulation. Eine tierfreundliche Lösung sind Taubenschläge. Zwei davon wurden in Hamburg bereits gebaut und in Betrieb genommen.

Statt der systematischen Vergrämung und Aushungerung der Tauben setzen Tierschützer auf die Unterbringung der Tauben in einem Verschlag, in dem sie artgerecht betreut werden. Das hat Vorteile für Tier und Mensch: die Tauben werden in ausreichendem Maße gefüttert. Das schützt sie vor einer Verelendung durch das Aufpicken von Essensresten in den Fußgängerzonen. Die belebten Flaniermeilen werden durch das neue betreute Zuhause für die Vögel unattraktiv. Das wiederum führt zu einem vogelfreien Shopping-Erlebnis ohne tierische Stolperfallen auf dem Boden und Taubenkot an der Fußsohle.

Um die Fortpflanzung der Tauben zu regulieren, tauschen die Tierschützer deren Eier rechtzeitig gegen Gipsattrappen aus. Die noch nicht angebrüteten Eier werden der Natur zugeführt und beispielsweise in Büschen als Nahrung für Raubvögel abgelegt. Die Anzahl der Tauben in der Stadt wird verringert ohne den Tieren einen existenziellen Schaden zuzufügen. Andere Tierarten profitieren ebenfalls von dem Konzept.

Sinnvoll für Eimsbüttel?

Um einen Schlag zu beleben, bringen die Tierschützer zunächst etwa zehn bis zwanzig Vögel in den Taubenschlag. Rund vier Wochen werden sie dort hinter verschlossenen Türen gehalten, bis sie sich an ihr neues Zuhause gewöhnt haben. Nach der Eingewöhnungsphase werden die Wohnprobanden zu Lockvögeln. Die Tauben dürfen ausfliegen und neue Mitbewohner anwerben. Dies geschieht am besten mit der Aussicht auf gutes Futter.

“Das gelingt in der Regel sehr gut”, berichtet die “Stadttauben”-Vorsitzende Maria Hanika. “Wir haben bisher nur gute Erfahrungen mit den Hamburger Taubenschlägen gemacht. Das Konzept macht nicht nur an seinen bisherigen Standpunkten Sinn, sondern an vielen Punkten in der Stadt, auch in Eimsbüttel”, so die Tierschützerin. Leider wäre es schwer, weitere Orte für das Projekt zu finden. Interessenten schreckten meist vor baulichen Maßnahmen zurück, die getroffen werden müssten.

Trotzdem finde das Projekt “Taubenschlag” immer mehr Interesse bei Behörden und auch bei Unternehmen wie der Deutschen Bahn. Um die Tauben aus der Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofs zu einem Ortswechsel zu animieren, ermöglichte die Verkehrsgesellschaft den Bau des Taubenschlags. Die Hamburger Tierschützer kümmern sich um die Betreuung und erhalten einen finanziellen Ausgleich für ihr Engagement. Und vielleicht werden die Taubenfreunde bald auch in Eimsbüttel zum Einsatz kommen.

Text: Angela Marlier

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