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Symbolbild: Ada v. d. Decken
Viele wissenschaftliche Mitarbeiter an Hochschulen leiden unter der beruflichen Unsicherheit. Foto: Ada v. d. Decken

Faire Bedingungen in der Wissenschaft

Berufliche Unsicherheit ist bisher das größte Problem für junge Wissenschaftler. Jetzt will die Wissenschaftsbehörde die Arbeitsbedingungen für Hamburger Wissenschaftler und Hochschulmitarbeiter verbessern. So soll das konkret aussehen.

Von Tanja Schreiner

Die Wissenschaftsbehörde hat sich mit Hochschulen, Gewerkschaften und Personalräten auf fairere Bedingungen für Beschäftigte verständigt. Nach Angaben der Pressestelle des Senats soll vor allem bei Befristung, Teilzeitbeschäftigung und unsicheren Berufsperspektiven angesetzt werden – Aspekte, die besonders problematisch für die Angestellten seien.

Irgendwann wird es zu viel

Für wissenschaftliche Mitarbeiter geht es häufig von einem Halbjahresvertrag zum nächsten, in der Hoffnung, am Ende einen dauerhaften Vertrag an der Universität zu bekommen. Doch die Realität sieht meist anders aus: Die Angst, nach Ablauf eines befristeten Vertrags nicht übernommen zu werden, gehört für viele zum Alltag.

Florian Freistetter kennt die Situation junger Wissenschaftler aus eigenen Erfahrungen. Ein Hauptproblem ist seiner Meinung nach, dass befristete Stellen an Hochschulen nicht direkt von diesen, sondern meist aus Drittmitteln finanziert würden. Dies verschärfe das Problem, da sich die Mitarbeiter ständig selbst rechtzeitig um einen neuen Antrag zur Finanzierung kümmern müssen. Als Forscher an einer Universität zu arbeiten war Florian Freistetters Traumberuf, schreibt der Autor und Astronom in Scienceblogs. Doch ständig habe er den Wohnort wechseln und neue Verträge suchen müssen. „Irgendwann ging es einfach nicht mehr.“ Die ständige Unsicherheit wurde ihm zu viel, der Traum vom Wissenschaftler endete.

Angemessene Bezahlung

Deshalb will die Wissenschaftsbehörde die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen jetzt verbessern. Konkret sieht sie beispielsweise vor, mehr Sicherheit in der Beschäftigung für Habilitierende zu schaffen. Des Weiteren sollen Hochschulen sich verpflichten, Lehraufträge angemessen zu vergüten und nichtwissenschaftliche und wissenschaftliche Mitarbeiter bezüglich einer Daueranstellung gleich zu behandeln. Nach Angaben der Senatspressestelle sollen die neuen Regelungen im Hamburger Hochschulgesetz und in einem Verhaltenskodex umgesetzt werden. Für die genaue Umsetzung der Vereinbarungen sei jede Hochschule selbst und im Rahmen ihrer spezifischen Gegebenheiten verantwortlich.

Kluge Köpfe für die Hochschulen

Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt sagte: „Das Ziel muss es sein, die besten Köpfe für eine berufliche Laufbahn an den Hochschulen zu gewinnen.“ Voraussetzung dafür seien faire Arbeitsbedingungen. Die Grundlage dafür sei jetzt geschaffen, zusätzlich seien aber weitere Maßnahmen auf Bundesebene nötig.

Im vergangenen Jahr hat Hamburg zusammen mit anderen Ländern einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht. Dieser sieht unter anderem vor, die Mindestlaufzeit für befristete Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft auf 24 Monate festzulegen. Die neue Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag auf eine Reform des Zeitvertraggesetzes in der Wissenschaft verständigt.

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