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Stefan Füsers: "Die erste Lebensaufgabe sollte nicht mehr die Suche nach einer existenzsichernden Arbeit sein." Foto: Fabian Hennig
Stefan Füsers: "Die erste Lebensaufgabe sollte nicht mehr die Suche nach einer existenzsichernden Arbeit sein." Foto: Fabian Hennig
Sonderausgabe #3 Arbeiten

Ferien für immer?

Das bedingungslose Grundeinkommen wird in den Medien häufig aufgegriffen. Zum Beispiel wenn über die Einführung in der Schweiz diskutiert wird. Die Befürworter kommen aus den verschiedensten politischen Lagern. Das Hamburger Netzwerk Grundeinkommen aus Eimsbüttel glaubt an das umstrittene Konzept.

Von Fabian Hennig

An diesem Abend im Januar 2016 treffen sich fünf Mitglieder des Hamburger Netzwerks Grundeinkommen im Kulturladen. Die Gruppe ist in Eimsbüttel beheimatet, trifft sich jeden ersten Mittwoch im Café Mathilde in der Bogenstraße. Das Thema ist Kaiser Wilhelm I. oder vielmehr die Sozialversicherungen, die er auf Drängen von Reichskanzler Otto von Bismarck ab 1881 schrittweise einführte. Der Reichskanzler verfolgte eine Doppelstrategie und wollte vor allem die Arbeiterbewegung schwächen. Der Gesprächsrunde geht es jedoch in erster Linie um den Umstand, dass damals kaum jemand geglaubt hat, dass das Sozialsystem funktioniert. Die Idee der Absicherung schien für viele nicht umsetzbar. Manchmal muss man eben Risiken eingehen, da sind sich alle Versammelten einig.

Der Verein Hamburger Netzwerk Grundeinkommen besteht aus rund 30 Aktiven und 300 Mitgliedern, die sich an Arbeitstreffen, Straßenständen und der Organisation von Veranstaltungen beteiligen. Darunter sind Teilzeitangestellte, Rentner, Freiberufler und einige wenige, die Geld gespart haben, um sich ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich wünschen. „Interessierte, die viel arbeiten müssen, kommen meist nach einer aktiven Zeit nicht wieder“, stellt einer aus der Runde fest.

Das Netzwerk versteht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) so: Jeder Bürger, der dauerhaft in Deutschland lebt, soll monatlich einen existenzsichernden Geldbetrag bekommen. Es gibt keine Bedürftigkeitsprüfung und es gibt keinen Zwang zur Arbeit.

„Finanzielle Freiheit für alle!“

Was die Mitglieder antreibt, erklärt Stefan Füsers: „Die erste Lebensaufgabe soll nicht mehr die Suche nach einer existenzsichernden Arbeit sein, sondern andersherum, dass man die Existenz bereits hat und darauf aufbauen kann.“ Er wünscht sich ein Umdenken. Eine Entkoppelung von Arbeit und Einkommen. Die Menschen bekämen dadurch die finanzielle Freiheit, die sie brauchen, um sich sinnvoller und effektiver in die Gesellschaft einzubringen. Zudem spielt für ihn die Bekämpfung von Armut eine große Rolle. Die Schere zwischen arm und reich werde immer größer und die Armutsspirale drehe sich weiter. Finanzielle Freiheit ist ein zentraler Punkt der Befürworter.

Nach eigenen Angaben ist Füsers „freiberuflicher Sozialwissenschaftler prekär beschäftigt“. Er kümmert sich um die Kinder, während seine Frau im Ausland erwerbstätig ist. Er lebt also ein eher unkonventionelles Erwerbs- und Familienmodell. Im Studium setzte er sich kritisch mit verschiedenen Gesellschaftssystemen auseinander. Dass Füsers Pro-Grundeinkommen ist, scheint nicht überraschend.

Einladung zum Faulsein?

Kritiker finden die Idee des Grundeinkommens hingegen völlig abwegig. Denn wie soll man das Grundeinkommen finanzieren und wer würde mit finanzieller Grundsicherung noch arbeiten?

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Du willst wissen, wie es weitergeht? In unserer Sonderausgabe #3 Arbeiten kannst du die ganze Geschichte lesen. Erhältlich ist das Magazin seit 31. März am Kiosk oder gleich hier online.

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