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Andrea David hält Fotos von ikonischen Szenen in der Hand und fügt diese auf ihren Bildern ganz genau in die Umgebung berühmter Drehorte ein. Foto: Archiv Andrea David
Andrea David hält Fotos von ikonischen Szenen – wie hier von „Jurassic Park“ – in der Hand und fügt diese auf ihren Bildern ganz genau in die Umgebung berühmter Drehorte ein. Foto: Archiv Andrea David
Drehorte

Wie im Film: Eine professionelle Filmtouristin erzählt

Lange bevor Menschen aus der ganzen Welt an die heiligen Orte ihrer Lieblingsfilme pilgerten, entdeckte Andrea David ihre Faszination für Drehorte. Die Eimsbüttelerin ist Filmtouristin – privat und beruflich.

Von Julia Haas

Als sich unter ihr das Jurassic Valley auftut, vergisst Andrea David ihre Höhenangst. Sie beugt sich zur offenen Helikoptertür. Wie Dinosaurier liegen die Bergrücken vor ihr. Aus den Kopfhörern dröhnt die Titelmelodie von Jurassic Park. Ein Gänsehautmoment, der sie alles vergessen lässt. 

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Der Flug versetzt Andrea David zurück in ihre Jugend. Damals, als sie zum ersten Mal einen Erlebnispark voller Dinosaurier besuchte. Als sie zum ersten Mal im Kino in den Bann des Jurassic Parks gezogen wurde. Jahre später ist Andrea David nach Hawaii gereist – als Filmtouristin. 

Die Eimsbüttelerin bereist Orte, die sie aus Filmen und Serien kennt. Die Reise zum Jurassic Park ist eine von vielen, die sie in den letzten zwanzig Jahren auf ihrem Blog “Filmtourismus.de” dokumentiert hat. Was als Hobby begann, hat die 46-Jährige zu ihrem Beruf gemacht.

Vertraute Orte

Wenn die Frau mit den kurzen blonden Haaren von ihren Reisen zu den Drehorten erzählt, spricht aus ihren Worten die Faszination für das Erlebte. Landschaften, die sie verzaubern. Fiktion und Realität, die sich verweben. Am liebsten bereist sie die Schauplätze von Science-Fiction-Filmen. Sie versetzen sie in andere Welten, entführen sie auf neue Planeten.   

Ihren ersten “Wie im Film”-Moment erlebte Andrea David zufällig – vor über zwanzig Jahren, mit einer Freundin in Schottland. In den Highlands erkennt sie Drehorte aus den Serien “Highlander” und “Braveheart” wieder. Die Burgen und Landschaften verwandeln sich in vertraute Plätze. Als würde David an einen Ort zurückkehren, an dem sie schon einmal war, mit dem sie Geschichten verbindet. 

Filmtourismus: Niemand glaubte daran

Als die gebürtige Baden-Württembergerin Anfang der 2000er in München Tourismusmanagement studiert, ergreift sie die Chance, ihre Faszination für Drehorte mit ihrem Studium zu verbinden. 

Als der letzte “Herr der Ringe”-Teil die Kinos erobert, schreibt David ihre Abschlussarbeit und untersucht, wie fiktive Geschichten und ihre Schauplätze das Reiseverhalten von Kinobesuchern beeinflussen. “Ich musste darum kämpfen, dass ein Professor das Thema annimmt.” Zu schwer greifbar, zu wenig Stoff. Am Lehrstuhl glaubt zunächst kaum jemand an den Filmtourismus – und seine Bedeutung. 

Online-Datenbank entsteht

In deutschen Wohnzimmern herrscht damals das lineare Fernsehen. Dass Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime einen Kult um internationale Filme und Serien auslösen werden, ist nicht abzusehen. “Die Zeit war noch nicht reif dafür”, sagt David heute. Ihre Begeisterung lässt sie sich davon nicht nehmen. 

Nach der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema entwickelt sich der Filmtourismus zu einem konstanten Hobby in Davids Leben. Ihre Urlaube nutzt sie, um Orte zu besuchen, die sie aus dem Fernsehen oder Kino kennt. Mit ihrem Ehemann unternimmt sie Mitte der 2000er ihre erste große Filmreise nach North Carolina, besucht unter anderem das Set von “Forrest Gump”. 

2007 veröffentlicht sie die Webseite “Filmtourismus.de” – eine Online-Datenbank für Drehorte. Einfach so, neben ihren Reisen und neben ihrer Arbeit im Online-Marketing. Für den Fall, dass es auch andere interessiert. 

Neugier und Nostalgie

Seit sich Baby Houseman und Tanzlehrer Johnny im Kellerman’s Ressort verliebten, hat sich dort vieles verändert. Der See, in dem Jennifer Grey und Patrick Swayze in Dirty Dancing mit ihrer Hebefigur Filmgeschichte schrieben, ist verschwunden. Seit 2008 ist er fast völlig ausgetrocknet und einer Wiesenlandschaft gewichen. Dafür verantwortlich ist ein geologisches Phänomen, das den See in den letzten 6.000 Jahren immer wieder verschwinden und zurückkehren ließ. David lässt diese Entdeckung ungläubig zurück. 

In vielen Fällen findet David die Drehorte aber so vor, wie sie sie kennt. “Es ist, als würde man an einen alten, vertrauten Ort zurückgehen.” Als sie am ehemaligen Set der Serie Dallas steht, sitzt sie wieder im Nachthemd zwischen ihren Eltern und starrt gebannt auf den Fernseher. Wie jeden Dienstagabend, wenn sie zu Hause in die amerikanische Welt der Intrigen und Machtspiele eintauchte. 

Zeit reif für Filmtourismus

Während David immer mehr Drehorte auf der ganzen Welt bereist, steigen die Zugriffe auf ihrer Website. Nach der Geburt ihres Sohnes beschließt Andrea David, sich ihrem Hobby nicht nur in ihrer Freizeit zu widmen. 2013 wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Das Konzept: Online-Marketing-Beratung. Ein Baustein davon: Filmtourismus. 

Letzterer entwickelt sich schnell zu Davids Markenzeichen. Seit 2014 ist sie auch beruflich Filmtouristin. Die Eimsbüttelerin kooperiert inzwischen mit Reiseunternehmen, bietet Workshops an, die Filmwirtschaft und Tourismus verknüpfen und hat ihre Online-Datenbank in ein Reise-Blog verwandelt. 

Spätestens seit “Game of Thrones” ist klar: Manche Serien und Filme entwickeln sich zu Religionen, die Menschen aus der ganzen Welt zu ihren heiligen Drehstätten pilgern lassen. Davids Faszination für Drehorte hat sich von der Nische zum Mainstream entwickelt. 

Drehorte lassen die Eimsbüttelerin nicht mehr los

Über 822.000 Menschen aus der ganzen Welt folgen Andrea David auf Instagram. Fotos, die sie von ihren Reisen teilt, gehen viral. Fans, Schauspieler und Regisseure teilen ihre Posts. 2022 hat sie ihr Buch “Szene für Szene die Welt entdecken” veröffentlicht – ein Mix aus Drehort-Führer und persönlichem Reisetagebuch. 

Dass sie aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht hat, ermöglicht David, ihrer Faszination für Filme und das Reisen weiter zu folgen. Ein bis zwei größere Filmreisen macht sie pro Jahr, mindestens eine kleinere pro Monat. Zum Beispiel nach London oder München. 

Einfach in den Urlaub zu fahren, ohne einen Drehort zu besuchen, passiert in Davids Leben nur noch selten. Und selbst wenn sie es doch versucht: “Dann erfahre ich, dass an dem Strand, an dem ich liege, vor wenigen Wochen Christian Bale als Moses das Wasser geteilt hat.”

In ihrem Buch erzählt die Eimsbüttelerin von Erfahrungen an den Drehorten, dabei geht es ihr nicht darum Filmsets zu besuchen. Sie will die Orte bereisen, die sie zuvor im Film gesehen hat. Foto: Julia Haas
In ihrem Buch erzählt die Eimsbüttelerin von ihren Erfahrungen an Drehorten. David geht es nicht darum, Filmsets zu besuchen. Sie will die Orte bereisen, die sie zuvor im Film gesehen hat. Foto: Julia Haas

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