Architektin spricht über Bauvorhaben am Grindelhof: „Es soll etwas Schönes entstehen“
Im Zusammenhang mit den Falkenried-Terrassen wird häufig von einem Hinterhofidyll gesprochen. Diese Vision hat eine Hamburger Architektin auch für den Grindelhof.
Von Julia HaasEs ist der dritte Anlauf für ein Bauvorhaben im Grindelhof 87 – und der erste für das Hamburger Architekturbüro Baid. Im Auftrag der Anima Projektentwicklungsgesellschaft übernimmt das Büro die Planungen für den Neubau. Sowohl was das Vorderhaus als auch den Hinterhof angeht.
Die Anwohner, die sich seit Jahren gegen die Bebauung der Fläche zwischen den Grindelhof-Terrassen 83 und 89 wehren, können den Bauplänen nichts Positives abgewinnen. Sie fürchten, dass die Bauarbeiten die Substanz der denkmalgeschützten Bestandsgebäude gefährden, dass der Neubau ihre Wohnungen verschattet und dass das Grün aus der Nachbarschaft verschwindet. Gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten äußerte sich nun die zuständige Architektin Jessica Borchardt zu den Bedenken.
Architektin: Kleinere, bezahlbare Wohnungen
„Ich verstehe, dass Veränderungen mit Ängsten einhergehen“, sagt Borchardt. Gleichzeitig sei sie überzeugt, dass der Neubau zum Hinterhofidyll im Grindel beitrage. Skeptikern rät sie zu einem Besuch in die Falkenried-Terrassen. Diese dienen als Vorbild für das, was im Grindelhof 87 entstehen soll.
Konkret sei ein zweigeschossiges Terrassenhaus mit Dachausbau geplant. Die Bauhöhe sowie der Stil sollen sich an den benachbarten Grindelhof-Terrassen orientieren. Insgesamt 46 Wohneinheiten sehe der Plan vor. Kleine Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern, sagt Borchardt. Und ergänzt: „Bezahlbarer Wohnraum.“ Vonseiten der Anima heißt es dazu, dass die Preise noch nicht feststehen.
Kommt es zur Verschattung?
Zwischen dem Neubau und dem bestehenden Haus mit der Nummer 89 soll es eine Grünfläche geben. Auch hierfür verweist Borchardt auf das Vorbild der Falkenried-Terrassen. Im Grindelhof habe man etwa 40 Zentimeter mehr Platz. Kleine Bäume sollen so gepflanzt werden, dass sie die Flucht- und Rettungswege nicht einschränken. „Hier kann eine tolle Hofgemeinschaft entstehen“, sagt Borchardt und scheint damit gleichzeitig an die Nachbarn zu appellieren, dieser eine Chance zu geben.
Die Sorge vor einer Verschattung will Borchardt nehmen. Man habe eine entsprechende Studie beauftragt. Mit dem Ergebnis, dass die Schattenflächen des Neubaus die Nachbarfassaden nicht einnehmen würden.
Vorderhaus wird höher als bisher
Das Vorderhaus müsse aufgrund des schlechten Zustands abgerissen werden. Der Neubau soll sich in den Stil der Gründerzeithäuser einfügen. Insgesamt 12 Wohnungen seien hier geplant. Größere Wohnungen als bisher und für Familien geeignet, führt Borchardt aus.
Bisher umfasst das Gebäude sechs Stockwerke, daran soll sich nichts ändern. Für mehr Platz plane man jedoch mit mehr Deckenhöhe, wodurch sich die Gesamthöhe etwas vergrößere, jedoch niedriger als das benachbarte, unter Denkmalschutz stehende Haus bleibe.
Offen für Gespräche
In der Vergangenheit hat die Architektin das Bauvorhaben zweimal in öffentlichen Ausschüssen in der Bezirksversammlung vorgestellt. Für weitere Gespräche sei sie offen, um die Nachbarschaft von den „Falkenried-Terrassen 2.0“ zu überzeugen.
Die Initiative „Wundervolles Grindel“, die sich gegen die Bebauung im Grindelhof 87 einsetzt, bezweifelt währenddessen, dass die künftige Bebauung mit den Falkenried-Terrassen zu vergleichen sei. Dabei geht es vor allem um einen Höhenunterschied. Das Grundstück der Hausnummer 87 liegt höher als die benachbarten Grundstücke. Auch dass es ausreichend Platz für Begrünung und Bepflanzung gebe, wollen die Anwohnenden nicht so stehen lassen. Sie sagen: „Der geplante Baukörper auf dem Grundstück der Nummer 87 reicht bis nah an die freizuhaltende Feuerwehrzufahrt.“

Update vom 19. September 2025, 16:05 Uhr: Der Artikel wurde um die Stellungnahme der Initiative ergänzt.
Update vom 19. September 2025, 14:50 Uhr: Der Artikel wurde um die Einordnung der Anima zu den Preisen ergänzt.
Im Grindelhof 87 soll gebaut werden. Die Anwohner der umliegenden Häuser protestieren dagegen. Es geht ihnen um Denkmal- und Klimaschutz – und um ein Trampolin.
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