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Held des Viertels 2016: Dieter Schreck rührt die Werbetrommel für seine Projekte. Foto: Karoline Gebhardt
Helden des Viertels 2016: Dieter Schreck rührt die Werbetrommel für seine Kandidatur, seine Projekte und seinen Verein (ETV). Foto: Karoline Gebhardt
In eigener Sache

Helden des Viertels: Teenager mischt Wahlkampf auf

Die öffentliche Wahl zum „Helden des Viertels 2016“ zeigt, wie wichtig das Ehrenamt für Eimsbüttel ist und wie sehr die Eimsbütteler ihre Ehrenamtlichen zu schätzen wissen. Was als Facebook-Abstimmung begann, ruft mittlerweile plakatierende Rentner und Youtube-Videos von Teenagern hervor.

Von Matthias Berger

Was sollte einen „Helden des Viertels 2016“ auszeichnen? Großes Engagement für andere Menschen – und das ehrenamtlich. Dafür lassen sich die Unterstützer der sechs zur Wahl stehenden Helden einiges einfallen. Dass Vereine, Initiativen oder auch politische Parteien die Werbetrommel für ihre Kandidaten rühren, zeugt von dem positiven Eindruck, den die Ehrenamtlichen in ihrem Umfeld hinterlassen haben. Die Reaktionen auf die Abstimmung sind überwältigend.

Helden des Viertels: Spielerisch führt Annika Mollenhauer an den Umgang mit dem Ball heran. Foto: Magdalena Gärtner
Helden des Viertels: Spielerisch führt Annika Mollenhauer an den Umgang mit dem Ball heran. Foto: Magdalena Gärtner

Viele Leserinnen und Leser stimmen ab, kommentieren, rufen ihrerseits zur Wahl ihres persönlichen Favoriten auf oder zeigen ihren Respekt mit einem „Like“ für alle Kandidaten und deren Projekte.

Auch der Youtuber „Yo Justin“ (16) weiß aus erster Hand, wie sehr sich Dieter Schreck (77) für den Eimsbütteler Turnverband (ETV) engagiert. Als Fußballspieler beim ETV kennt der Junge den Platzwart persönlich, auch gemeinsame Fahrten zu Auswärtsspielen verbinden die beiden. Dass ein Teenager sich so für den Platzwart seines Vereins engagiert und dabei helfen will, dass dieser einen Preis als Anerkennung erhält, ist zunächst einfach nur toll – und ein bisschen rührend. Die Art und Weise seiner Unterstützung jedoch sorgte bei Lesern, Kandidaten und der Redaktion zunächst für Irritation, denn mit einer Handynummer-Verlosung auf Youtube hatte niemand gerechnet.

Engagement trifft „Fame“

Worum geht es? Auf seinem Youtube-Kanal hat Justin ein Video veröffentlicht, in dem er dazu aufruft, ein Bild zu „liken“ und zu kommentieren, um an seiner Handynummer-Verlosung teilzunehmen. Das Foto zeigt einen älteren Herren. Ob viele der fast 10.000 Fans seines Youtube-Kanals, in dem es vor allem um „Fame“ und Mädchen geht, den Mann und sein Engagement vorher schon kannten, bleibt offen. Der Anreiz für die Fans, das Bild zu liken, ist vielmehr der versprochene Preis: die Handynummer von Justin! Was es mit dem Bild genau auf sich hat, erklärt Justin nicht. Der Link unter seinem Video führt zur Facebook-Abstimmung „Helden des Viertels“ der EIMSBÜTTELER NACHRICHTEN und direkt zum Heldenprofil von Dieter Schreck.

Die Folge der Aktion: Unter dem Beitrag zur Wahl zum „Helden des Viertels 2016“ tauchen hunderte Kommentare auf. Zwar haben viele mit dem eigentlichen Thema der Abstimmung gar nichts zu tun: „YO Justin wie gehts haha will deine nummer bra will mit dir schreiben und so“, „Juussstttiinnnnnnnnnn ich Will deine Nummer“, „Komm von justin ich feiere deine Videos sind einfach mega bist einfach ein geiler YouTuber“, um nur drei Beispiele von vielen zu nennen. Aber es sind auch Kommentare darunter, die nicht nur Justin feiern, sondern auch Dieter Schreck den Sieg wünschen, wie etwa: „Komme von Justin!Respekt an Dieter Schreck!“

Manipulation oder Wahlkampf 2.0?

War der Auftritt des Youtubers fair? Oder hat er ein grobes Foul begangen und die Wahl manipuliert? Und was ist mit den Likes, die Dieter Schreck nur bekommen hat, weil Fans Justins Handynummer haben wollen? Auch dank der Unterstützung eines Teenagers und seiner Fans liegt der Platzwart des ETVs über Nacht plötzlich an der Spitze. Dabei sah es zunächst nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Annika Mollenhauer und Marco Scheffler aus, die jedoch genau wie Andreas Böhle, Viktoria Meienburg und Gudrun Wunderlich nun hinter ihm liegen. Nicht alle von Schrecks Mitbewerbern sind von Justins Aktion begeistert, auch wenn sie mehrheitlich sagen, dass eine solche Aktion einfach in unsere Zeit gehöre. Die Kandidaten verweisen darauf, dass Nominierte mit Kontakten zu jungen Menschen einfach bessere Karten haben. Diplomatisch formuliert es Mitbewerber Andreas Böhle: „So sind die Menschen. So ist das Leben. So ist Facebook.“

Die Stellungnahmen aller Helden-Kandidaten findet ihr in der Fotostrecke:

Die Reaktionen der Helden des Viertels 2016

"Ich finde es spannend, dass Herr Schreck mehr Kommentare als Likes hat", bemerkt Marco Scheffler. Keine Spur von Missgunst bei ihm: "Ich hätte mich gefreut, wenn jemand eine solche Aktion für mich gemacht hätte." Trotzdem gibt er zu bedenken, dass durch die Youtube-Aktion der Sinn der Abstimmung verfehlt worden sei. "Der 1. Preis ist wohl weg. Den bekommt Herr Schreck", reimt Scheffler abschließend. Foto: Ada v. d. Decken

 Facebook sperrt Helden

Natürlich kann man über die Art und Weise streiten, wie sich der Junge für seinen Helden einsetzt. Das kann man unfair finden, dreist, schlitzohrig, frech oder clever. Unterm Strich bleibt, dass ein 16-Jähriger mehrere hundert Jugendliche auf die ehrenamtliche Arbeit der sechs Kandidaten aufmerksam gemacht hat. Außerdem hat er Schwung in den Wahlkampf gebracht. Kandidat Marco Scheffler zum Bespiel, beschränkte seien Wahlkampf bis dahin darauf, die Facebookabstimmung der EIMSBÜTTELER NACHRICHTEN auf Facebook zu teilen und in seinem privaten Umfeld zu werben. In direkter Reaktion auf die Aktion von Justin hat er begonnen, seine rund 400 Facebook-Freunde persönlich anzuschreiben, bis Facebook ihn aufgrund von Spam-Verdacht vorübergehend sperrte. „Über Facebook kann man keine Revolution starten“, so die Erkenntnis Schefflers.

Auch der ETV und sein Dieter Schreck legen jetzt noch nach. Er hat mittlerweile eigene Wahlkampf-Plakate, die er in Eimsbüttel aufhängt. Außerdem hat er 3.000 Handzettel verteilt, die meisten auf der Straße und in Krankenhäusern. Einige schickte, der Sozialdemokrat auch an seine Genossen von der SPD-Eimsbüttel, -Hamburg-Mitte und sogar an die Bundestagsfraktion in Berlin. Sein Verein, der ETV widmet seiner Kandidatur im aktuellen Stadionheft einen ganzseitigen Artikel und ruft die Mitglieder zur Abstimmung auf.

Bis Sonntag ist noch Zeit

Fest steht: Alle sechs Kandidaten wären würdige Preisträger und sind auf ihre eigene Art und Weise Helden des Viertels. Das sehen auch die meisten Eimsbütteler so. Ein Ziel haben wir auf jeden Fall erreicht: Aufmerksamkeit für sechs Eimsbütteler, die sich die Lorbeeren mit ihrem Einsatz für andere Menschen redlich verdient haben. Keiner der Kandidaten hat den Eindruck erweckt, ihm komme es auf einen Goldpokal in der Vitrine an. Dennoch ist es wichtig, deutlich zu machen, dass ein solches Engagement nicht selbstverständlich ist.

Bis Sonntag kann jeder „seinem“ Helden noch zum Sieg verhelfen: zur Facebook-Abstimmung

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