Anzeige
Aktualisiere Standort ...
Standort konnte nicht ermittelt werden. Aktiviere deine Standortfreigabe.
Standort wurde erfolgreich ermittelt.
Hitch und Ich Hamburger Kammerspiele Hamburg Eimsbüttel. Foto: Eric Jacquet
Jens Wawrczeck liest in den Hamburger Kammerspielen aus literarischen Vorlagen einiger Hitchcock Filme. Foto: Eric Jacquet
Theater

„Hitch und ich“ in den Kammerspielen

Schauspieler und Synchronsprecher Jens Wawrczeck erlangte als Detektiv Peter Shaw in der Hörspielreihe "Die drei???" Kultstatus. Nun widmet er sich seiner großen Leidenschaft: Alfred Hitchcock und der Literatur hinter seinen Filmerfolgen. Am Sonntag lud er zur Auftaktveranstaltung seines Programms in die Kammerspiele.

Von Nele Deutschmann

Der „Master of Suspense“ fasziniert Wawrczeck schon seit seiner Kindheit. Drei Abende widmet er nun Hitchcock und den literarischen Vorlagen seiner Filme. Den Beginn machte am Sonntag „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“. Musikalisch begleitet von Maria Todtenhaupt an der Harfe, belebt er die Bühnenfassung von Maria Hartmann mit seiner, den meisten Zuschauern nur allzu bekannten, Stimme.

D’entre les morts

Das Drehbuch zu Hitchcocks Film aus dem Jahre 1958 mit James Stewart und Kim Novak in den Hauptrollen, basiert auf dem Roman „D’entre les morts“ von Pierre Boileau und Thomas Narcejac. Im Laufe des Drehs erhielt der Film schließlich seinen endgültigen Namen: „Vertigo“ – den medizinischen Fachausdruck für Schwindelgefühle.

2. Hamburger Kammerspiele An die Freunde der Theaterkunst: Der Hauptsaal der Hamburger Kammerspiele fasst 419 Zuschauer. Genügend Platz, um sich bei Schnee und Eis in eine andere Welt zu fliehen. Karten gibt es bereits ab 19 Euro. Der Spielplan der Kammerspiele umfasst verschiedenste Stücke – somit ist für jeden Theaterfan etwas dabei.

Kammerspiele: Vertrag um weitere zehn Jahre verlängert

Auch die Kammerspiele haben mit dem immer währenden Kampf aller Theater zu kämpfen, der sich aus der Ambivalenz zwischen künstlerischem Anspruch und den wirtschaftlichen Notwendigkeiten ergibt. Daher ist die Erleichterung groß, dass die Zukunft des Theaters um weitere zehn Jahre gesichert ist. Zudem gibt es neuerdings einen Freundeskreis und auch der Logensaal wird wieder bespielt.

Eindringlich liest Wawrczeck aus der Romanvorlage von der Geschichte Roger Flavières‘, der im vom Zweiten Weltkrieg gezeichneten Paris von einem inszenierten Selbstmord getäuscht wird. Von seinem alten Freund Gevigne beschworen, sich dessen Frau Madelaine, die verwirrt zu sein scheint, einmal näher zu betrachten, gerät Flavières in den Bann der labilen Schönheit. Er beginnt ihr zu folgen, macht schließlich ihre Bekanntschaft und verliebt sich in sie. Madelaine scheint davon überzeugt, Pauline Lagerlac zu sein – ihre Großmutter, die sich mit 25 Jahren das Leben nahm. Von einem ersten Selbstmordversuch kann Flavières sie bewahren. Den zweiten überlebt sie vermeintlich nicht.

„Gib es zu, Chérie!“

Jahre später glaubt er in einer Frau mit Namen Renée Madelaine wiederzuerkennen. Gänsehaut überkommt den Zuschauer, wenn Wawrczeck die vermeintliche Geliebte beschwört: „Gib es zu, Chérie!“ Gespannt warten die Hörer auf die Auflösung, die – anders als im Film – erst ganz zuletzt enthüllt wird. Gemeinsam mit Flavières erfahren sie schließlich die traurige Wahrheit.

Wer sonst nur die Stimme aus den Hörbüchern kennt, mag auch von Wawrczecks Bühnenpresenz und der Körpersprache, die während des Vortrags immer ausdrucksstärker wird, überrascht sein. Leidenschaftlich widmet er sich dem Text und der Interpretation der einzelnen Figuren. Sanft die Stimme der Madelaine, immer rauer die Stimme des zunehmend verzweifelten Flavières‘. Wawrczeck erzeugt gekonnt eine Atmosphäre des gespannten Zuhörens – die von Todtenhaupt auf der Harfe interpretierte Filmmusik Bernhard Herrmanns tut ihr Übriges.

Die noch folgenden Lesungen widmet Wawrczeck den Vorlagen zu den Filmen „Immer Ärger mit Harry“ und „Das Fenster zum Hof“. Passen dazu zeigt das Abaton jeweils um eine Woche versetzt die Filme Hitchcocks – inklusive Einführung und Nachgespräch mit Jens Wawrczeck.

Verwandter Inhalt

Nach Erfolgen in den achtziger Jahren hat “Ich bin nicht Rappaport” am Donnerstag in den Hamburger Kammerspielen Premiere gefeiert und gezeigt, wie zeitlos das Thema des Stücks ist. Die Geschichte einer Parkbekanntschaft sorgte für zahlreiche Lacher und auch etwas Sentimentalität.

Die Hamburger Kammerspiele haben am Donnerstag die neue Spielzeit eröffnet. Die Inszenierung „Was man von hier aus sehen kann“ nach dem Roman von Mariana Leky machte den Auftakt. Ein Abend mit eigenwilligen Charakteren in einem Dorfidyll im Westerland und ein Okapi als Todesbote.

Am 28. April hat die rasante Komödie „Nein zum Geld!“ in den Hamburger Kammerspielen Premiere gefeiert. Der neue künstlerische Leiter des kleinen Privattheaters, Sewan Latchinian, inszenierte das Stück der Autorin Flavia Coste.

Im Frühjahr 2020 soll in der Osterstraße ein Eisladen von „Luicella’s“ eröffnen. Unter anderem sind dort auch Eis-Workshops geplant.

-
Neu im Stadtteilportal
S&S Grill

Wrangelstraße 101
20253 Hamburg