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Die Gründer Niklas Heinzerling und Leonie Eißele wollen mit ihrem Start-up "The Closest Loop" nachhaltige Alternativen zu Alltagsprodukten bieten. Foto: Vanessa Leitschuh
Ökologische Alternativen zu nicht nachhaltigen Produkten bieten: Das haben sich Niklas Heinzerling und Leonie Eißele mit ihrem Start-up "The Closest Loop" zum Ziel gesetzt. Foto: Vanessa Leitschuh
Nachhaltigkeit

Kein Wischiwaschi: Grüne Gründer wollen Plastikschwämme ersetzen

Neuzugang in Eimsbüttels Start-up-Szene: “The Closest Loop” möchte nachhaltige Alternativen zu Alltagsprodukten bieten. An den Start gehen die Gründer mit ökologischen Schwämmen aus Luffa. Sie wollen das tropische Kürbisgewächs erstmals in Deutschland anbauen und so Transportwege einsparen.

Von Vanessa Leitschuh
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Es ist das altbekannte Problem für jeden, der Nachhaltigkeit im Alltag leben möchte: Ersetze ich meine Plastikzahnbürste gegen eine vermeintlich ökologischere aus Bambus – oder verhagelt mir der weite Transport die CO2-Bilanz?

Vor einem ähnlichen Problem standen Leonie Eißele und Niklas Heinzerling. Die beiden 29-jährigen Eimsbütteler haben im Herbst letzten Jahres The Closest Loop gegründet. Mit dem Projekt wollen sie die gebräuchlichen Kunststoffschwämme durch natürliche Schwämme aus Luffa ersetzen.

Von der Gurke zum Schwamm

„Das kam aus einer persönlichen Not heraus“, erklärt Gründerin Eißele. „Wir achten darauf, möglichst nachhaltig zu leben. Mit der Zeit haben wir schon sehr viel Plastik in unserem Alltag durch ökologische Alternativen ersetzt. Aber wir haben trotzdem weiter mit diesem Plastikspülschwamm abgewaschen.“ Also machte sich Eißele auf die Suche nach einem umweltfreundlichen Schwamm – und stieß auf die Luffagurke.

So sieht der ökologische Luffa-Schwamm aus. Foto: The Closest Loop
„Le Gurque“ ist das erste Produkt des Eimsbütteler Start-ups. So sieht der ökologische Luffaschwamm aus. Foto: The Closest Loop

Der Weg von der Luffagurke zum Schwamm ist ein kurzer. Ist die Frucht reif, lassen sich Schale und Kerne leicht entfernen. Darunter entblößt sich eine Faserstruktur, die sich getrocknet für den Abwasch oder als Badeschwamm eignet.

Die Luffagurke:
Aufgrund ihrer Form und der grünen Farbe wird die Frucht häufig als Gurke bezeichnet. Tatsächlich gehört sie aber zu den Kürbisgewächsen. Weshalb sie auch den Namen Schwammkürbis trägt.

Die Vorteile: Die Luffagurke wächst natürlich, ist kompostierbar und hält wegen ihrer antibakteriellen Eigenschaft lange. Außerdem gibt sie beim Spülen kein Mikroplastik ins Wasser ab.

Der Nachteil: Luffa wird vor allem in Asien und Südamerika angebaut. Was bedeutet, dass die hier erhältlichen Luffaschwämme eine weite Reise hinter sich haben, die den ökologischen Vorteil des natürlichen Materials zunichtemacht.

Der Kreis schließt sich

Abgesehen von einzelnen Hobbygärtnerprojekten wird in Deutschland bisher kein Luffa angebaut. Das wollen Eißele und Heinzerling ändern. Der Ansatz von The Closest Loop: Sie möchten nachhaltige Produkte nach dem Closed-Loop-Prinzip in den Alltag bringen. Also Produkte, die wiederverwendet und recycelt werden.

„Aber nicht Recycling im Sinne von: Ich lass das mal schreddern und dann wird es Füllmaterial“, erklärt Eißele. „Sondern es sollte wirklich ein geschlossener Kreislauf sein. Eben wie bei Luffa. Ein natürliches Produkt, das vollständig kompostiert wird.“

Das Fruchtfleisch der Luffagurke lässt sich auch pressen und mit einer Schlaufe versehen. Foto: The Closest Loop

Doch die beiden Gründer gehen noch einen Schritt weiter: Damit es wirklich nachhaltig ist, braucht es den lokalen Bezug, sagen Eißele und Heinzerling. Sie möchten den Kreis kleiner machen – The Closest Loop eben. „Es bringt nichts, wenn das Luffa erst durch die ganze Welt schiffen muss, nur damit ich einen nachhaltigen Spülschwamm habe“, findet Eißele.

Crowdfunding-Kampagne gestartet

Deswegen ermitteln sie zurzeit gemeinsam mit einem ökologischen Landwirt aus Süddeutschland die richtigen Parameter für den ersten gewerblichen Anbau von Luffa hierzulande.

Um den Anbau zu finanzieren, haben sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Im Anschluss sollen im März die Jungpflanzen herangezogen werden, Mitte Mai startet der Anbau in einem Kaltgewächshaus in Süddeutschland.

In kleinen Schritten zum nachhaltigen Leben

Die Mission der beiden soll aber mit den Luffaschwämmen nicht enden. Ihre Vision: Mit The Closest Loop in kleinen Schritten den Alltag nachhaltiger gestalten.

„Dinge, wie den Spülschwamm austauschen, sind keine große Sache. Wir wollen Anstöße liefern, wie man in vielen kleinen Schritten etwas besser machen kann“, erklärt Heinzerling. Ideen dafür haben sie bereits. Wenn die ersten Luffagurken im Gewächshaus heranwachsen, wollen sie deren Umsetzung angehen.

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