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Bis zur Geburt von Baby Ben war es für Sonja Zimmerer ein langer Weg. Symbolfoto: Rawpixel
Bis zur Geburt von Baby Ben war es für Sonja Zimmerer ein langer Weg. Symbolfoto: Rawpixel
Magazin #31

Kinderwunsch: Der Wunsch ihres Lebens

Für ein eigenes Baby wollte sie alles tun. Sonja Zimmerer leidet an Endometriose – einer Krankheit, die viele Kinder­wünsche zerstört. Im Kinderwunschzentrum Altonaer Straße suchte sie Hilfe.

Von Christiane Tauer

Das Glück von Sonja Zimmerer* schläft mitten auf dem Sofa. Die Ärmchen von sich gestreckt. Mit einem Lächeln blickt die 38-Jährige auf ihr Baby. Anderthalb Stunden liegt Ben* schon dort und gibt keinen Mucks von sich. Als würde er sie für all die leidvollen Monate und Jahre – entschädigen wollen. Fünf Monate ist er alt. Seine Geburt war der Moment, der die Ängste und die Trauer in Zimmerers Leben beendete.

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„Für mich stand immer fest, dass ich Mutter werden will”, sagt Zimmerer. Statt die Dinge auf sich zukommen zu lassen, nimmt die junge Hamburgerin sie selbst in die Hand. In ­diesem Fall führte sie diese Haltung ins Kinderwunschzentrum an der Altonaer Straße in Eimsbüttel.

„Social Freezing” mit Anfang 30

Pille absetzen, schwanger werden: Für Sonja Zimmerer war der Weg zum eigenen Baby komplizierter. Dass sie jetzt in ihrer Altbauküche mit den hohen Decken sitzt, ­eine Tasse Tee trinkt und Geschichten vom ersten Urlaub mit Baby erzählt, war vor anderthalb Jahren noch undenkbar. Ohne das Kinderwunschzentrum wäre es das vielleicht noch immer.

140 Einrichtungen dieser Art gibt es in Deutschland. Das Kinderwunschzentrum an der Altonaer Straße ist Teil des Gynaekologicums. Mit mehr als 50 Ärztinnen und Ärzten an zwei Standorten ist es ein deutschlandweit einmaliges Zentrum für Frauenheilkunde.

Der positive Schwangerschaftstest bleibt aus

Mit Anfang 30, frisch getrennt von ihrem lang­jährigen Partner, sucht Zimmerer zum ersten Mal das Kinderwunschzentrum auf. Und lässt einige ihrer Eizellen einfrieren. „Social Freezing” nennt sich das vorsorgliche Einfrieren unbefruchteter Eizellen. Es gibt Zimmerer die Möglichkeit, eines Tages Mutter zu werden. Und beruhigt sie als kinderlose Single, während immer mehr Freunde um sie herum Eltern werden. Dass Zimmerer darauf nicht zurückgreifen wird, weiß sie damals nicht.

Zimmerer lernt ihren heutigen Ehemann kennen. Gemeinsam versuchen sie, schwanger zu werden. Doch der positive Schwangerschaftstest bleibt aus. Wieder sucht sie das Kinderwunschzentrum auf. Eine In-vitro-Fertilisation soll die Kinderlosigkeit beenden.

Die Angst, dass alles vergeblich ist

Kurz zuvor erfährt Zimmerer: Sie leidet unter Endo­metriose – Gewebewucherungen außerhalb der Gebärmutter, die die Fruchtbarkeit mindern. Wie bei Sonja Zimmerer und vielen anderen Frauen wird die Krankheit erst spät erkannt. Der Arzt rät ihr, die Endometriose ­operieren zu lassen. Sie entscheidet sich zunächst dagegen und will es mit einer künstlichen Befruchtung ­versuchen. Diese bietet trotz Erkrankung realistische Chancen, schwanger zu werden.

„Mir ging es in diesen Wochen furchtbar”, erinnert sie sich. Der Druck, es auch ohne Endometriose-OP ­schaffen zu wollen. Die 90 Hormonspritzen, die sie für die künstliche Befruchtung bekommt. Die ständige Angst, dass womöglich alles vergeblich ist.

Kinderwunsch: Vom Glück zur Trauer

Dann das Glück: schwanger. In der 9. Woche weicht die Vorfreude der Trauer: Fehlgeburt. Zimmerer verliert den Halt. Ihr größter Wunsch fängt sie nicht mehr auf. Er lässt sie fallen – zumindest für einen Moment.

Ihr Arzt ermutigt sie, es noch einmal zu ­versuchen. Nachdem der Körper eine Schwangerschaft ­erlebt hat, geht es häufig einfacher. Wieder künstliche Befruchtung. Wieder wird Sonja Zimmerer schwanger.

Baby Ben kommt gesund zur Welt

Doch auch ­diesmal ziehen graue Wolken auf. Bei ­einer Untersuchung diagnostiziert der Arzt parallel zur ­normalen Schwanger­schaft im Uterus den Verdacht auf ­eine Eileiterschwanger­schaft. Diese müsste operativ entfernt werden – ohne die andere zu gefährden.

Was war los mit ihr, warum konnte nichts glatt gehen? Zweifel prägen Zimmerer in dieser Zeit der Schwang­er­schaft, ihr Lebenstraum gerät erneut ins Wanken. Nach weiteren Untersuchungen stellt sich die vermeintliche Eileiterschwangerschaft als Zyste heraus. Baby Ben kommt gesund per Kaiserschnitt zur Welt.

„Ich habe alles getan, was ich tun konnte”

Sonja Zimmerer atmet tief durch. „Rückblickend war das Thema Kinderwunsch sehr belastend”, sagt sie. Die Möglichkeit, ein Kinderwunschzentrum aufzusuchen, bewertet sie als Segen. Das Einfrieren der Eizellen, die künstliche Befruchtung und die unterstützende Behandlung mit Traditioneller Chinesischer Medizin – all diese Dinge gaben ihr das Gefühl: Ich habe alles getan, was ich tun konnte, um den größten Wunsch meines Lebens zu realisieren.

Dass sie nun ein Baby hat, erfüllt Sonja Zimmerer. Ihr Leben hat eine neue Priorität erhalten: weg vom jahrelangen Fokus darauf, endlich schwanger zu werden, hin zum Hier und Jetzt, zum Da-Sein für Ben. Ob ein zweites Baby kommt – manchmal denkt sie darüber nach. „Die Endometriose hat sich zwar zurückgebildet, ist aber immer noch da”, sagt sie. Sie müsste sich also wieder für eine künstliche Befruchtung entscheiden. Aber dann, das nimmt sie sich fest vor, will sie gelassener sein und ohne Erwartungen in die Behandlung gehen.

*Name geändert

info

Kinderwunschbehandlungen in Eimsbüttel

Die Behandlungsmöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch ­hängen unter anderem davon ab, ob die Ursache für die Kinderlosigkeit beim Mann oder bei der Frau liegt. Nach den Erfahrungen von Prof. Dr. Markus Kupka vom Kinderwunschzentrum Altonaer Straße liegen die Gründe zu einem Drittel bei der Frau, zu einem Drittel beim Mann und zu einem Drittel bei beiden.
Die In-vitro-Fertilisation (IVF) gilt häufig als die „klassische” Kinderwunschbehandlung und geht über mehrere Wochen. Nach einer Hormonbehandlung werden der Frau Eizellen aus dem Eierstock ent­nommen. In einer Petrischale werden sie mit den Spermien zusammen­gebracht.
Laut Prof. Dr. Markus Kupka sind am Kinderwunschzentrum ­Altonaer Straße 85 Prozent der jährlich 1.200 Befruchtungen im Reagenzglas erfolgreich – und zwar nach drei Übertragungen von Embryonen.
Jedes Jahr kommen etwa 3.000 bis 3.500 Patientenpaare zur Beratung.


Bei manchen Paaren will sich der Kinderwunsch nicht erfüllen. Wie zwei Eimsbütteler Einrichtungen helfen.


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