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Renate Tollkühn vor der Kita "Früchtchen"
Renate Tollkühn sucht Personal. Sie leitet den Verein "Früchtchen", der drei kleine Kitas betreibt.

Kita-Betreiber buhlen um Erzieher

Ab dem 1. August haben Kinder ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Voraussichtlich wird Hamburg genug Plätze anbieten. Aber in vielen Kitas wird dringend gutes Personal gesucht.

Von Christian Baars

Personal zu finden ist richtig, richtig schwierig“, sagt Renate Tollkühn. „So schwierig wie noch nie.“ Seit knapp 20 Jahren leitet sie die Kita „Fruchtallee“ in Eimsbüttel, eine kleine Kita mit etwa 50 Plätzen. Sie liegt etwas versteckt zwischen einem Waschsalon und einem Supermarkt.

Auf ihrer Internetseite hat Renate Tollkühn eine eigene Rubrik mit Stellenangeboten. Es meldet sich aber fast niemand. „Vor sechs Jahren hatte ich 80 Bewerbungen auf eine Stelle, jetzt quasi keine“, sagt Tollkühn.

Bewerber haben die Wahl zwischen verschiedenen Angeboten

Das Problem: In Hamburg sind in den vergangenen Jahren enorm viele neue Kitas entstanden. Der Bedarf an pädagogischen Fachkräften ist riesig, so auch bei größeren Trägern wie „SterniPark„: Dort sind derzeit etwa 15 Stellen zu besetzen. „Vor zwei, drei Jahren konnten wir noch wählerisch bei der Auswahl der Mitarbeiter sein“, sagt Geschäftsführerin Leila Moysich. Inzwischen sei es umgekehrt. Bewerber hätten in der Regel die Wahl zwischen drei und fünf Angeboten.

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Teure Personalsuche können sich kleine Träger kaum leisten

Da können einige kleine Träger wie der Verein „Früchtchen“, der die Kita „Fruchtallee“ betreibt, kaum mithalten. „Die großen Unternehmen haben natürlich ganz andere Möglichkeiten bei der Personalsuche“, sagt Renate Tollkühn – etwa Anzeigen in den Jobportalen oder im Hamburger Abendblatt, die Hunderte Euro kosten. Das kann sich der Verein „Früchtchen“ nicht leisten.

Auf der anderen Seite: die „Elbkinder„, der größte Träger in Hamburg mit mehr als 3.000 Angestellten im pädagogischen Bereich. Erst kürzlich hat er mit Plakaten neue Mitarbeiter gesucht. In jedem zweiten U- und S-Bahnwagen hingen wochenlang ihre Anzeigen. „Die Personalsuche ist nicht mehr so leicht“, sagt Katrin Geyer,  Pressereferentin der „Elbkinder“. Aber im Gegensatz zu vielen kleinen Kitas hätten sie keine Probleme, die Stellen zu besetzen.

Renate Tollkühn versucht seit einiger Zeit, über die Agentur für Arbeit neue Kräfte zu gewinnen, doch mit wenig Erfolg. Die Bewerber dort seien oft nicht zuverlässig, kämen teilweise zu spät zum Gespräch oder würden sich gar nicht erst zurückmelden. Und auch hier ist die Auswahl für Arbeitnehmer groß: Bei der Agentur sind allein für Eimsbüttel derzeit 40 offene Stellen in Kindergärten und Vorschulen gemeldet – mehr als doppelt so viele wie Ende vergangenen Jahres. In ganz Hamburg sind es jetzt 200.

Stadt sieht kein Problem: „Wettbewerb wie in jeder Branche“

Die Stadt Hamburg sieht die Lage jedoch anders. „Im Bereich der Krippen und Kitas haben wir kein Problem, die Stellen zu besetzen“, sagte Sozialsenator Detlef Scheele den Eimsbütteler Nachrichten beim Besuch einer Kita im Stadtteil. „Es gibt einen Wettbewerb um Fachkräfte wie in jeder anderen Branche.“ Seine Behörde verweist auf die Anstrengungen der vergangenen Jahre: Neue Ausbildungsplätze wurden geschaffen, Möglichkeiten zum Quereinstieg und Umschulungsprogramme.

Die Stadt habe tatsächlich viel getan, um neues Personal für die Kitas zu gewinnen. Das habe größere Probleme verhindert, sagt Michael Peters vom Dachverband „Der Paritätische„. Die meisten Stellen könnten besetzt werden. „Aber wir haben sicherlich ein qualitatives Problem“, so Peters. Die Kita-Betreiber müssten jeden nehmen, „der vor der Tür steht“. Gerade finanziell schwächere Kita-Betreiber hätten derzeit schlechte Karten im Wettbewerb um die Mitarbeiter. Dabei gehe es aber nicht unbedingt um die Größe der Träger, auch kleine Anbieter würden zum Teil schon mit übertariflichen Löhnen locken.

Erzieher werden abgeworben – „Es läuft viel übers Geld“

Zusätzlich bieten viele Kita-Betreiber zusätzliche Leistungen an: HVV-Proficard, Mittagessen oder Fitnessstudio umsonst, Fortbildungen und einiges mehr.  Die Kita Früchtchen zahlt dagegen nur den bislang üblichen Tariflohn, mehr gehe nicht, sagt Renate Tollkühn. Die Folge: „Wir erleben immer wieder, dass Mitarbeiter abgeworben werden.“ Auch andere Kita-Betreiber berichten davon. Es gebe einige, die Mitarbeiter von anderen Trägern abzuwerben versuchen, bestätigt Leila Moysich von „SterniPark“.  „Es läuft viel übers Geld.“ Sie selbst würden das aber nicht machen.

Und die Chancen, in den kommenden Monaten noch Mitarbeiter zu finden, würden eher schlechter werden, sagt Moysich. Jetzt kämen gerade die Absolventen von der Fachhochschule. Im Herbst aber, wenn die alle untergekommen sind, erwartet Moysich Schwierigkeiten. „Ab Oktober ist der Markt wahrscheinlich abgefischt.“

 Zahlen zum Kitaausbau (Quelle: Sozialsenat der Stadt Hamburg):

  • In Hamburg wurden im März 2013 knapp 20.000 Kinder unter drei Jahren in Kitas und Kindertagespflege betreut – fast 80 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Ab dem 1. August rechnet die Stadt mit etwa 21.500 Kindern.
  • Die Krippenbetreuungsquote lag im März bei 39 Prozent für alle Kinder unter drei Jahren, im August steigt sie voraussichtlich auf 43 Prozent.
  • Die aktuellsten Zahlen zu den einzelnen Bezirken stammen vom März 2012. Damals lag Eimsbüttel mit knapp 45 Prozent Betreuungsquote vorn.
  • Ein Erzieher betreut rechnerisch etwa fünf Kinder (1:5,2) im frühkindlichen Bildungssystem.
  • Fast alle Kinder zwischen drei und sechs Jahren besuchen eine Kita, eine Tagespflege oder eine Vorschulklasse (96 Prozent im März 2013)
  • In Hamburg wurden für den Krippenausbau von 2008 bis 2012 insgesamt etw 65,4 Mio. Euro aufgewendet – etwa 47,5 Mio. € vom Bund und 17,8 Mio. € vom Land Hamburg.

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