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Menschen tummeln sich auf vergangenem Osterstraßenfest. Foto: Ada von der Decken
Menschen tummeln sich auf einem vergangenen Osterstraßenfest. Foto: Ada von der Decken
Pandemie

Osterstraßenfest abgesagt

Das Eimsbütteler Osterstraßenfest ist schon einmal verschoben worden. Jetzt haben die Veranstalter die Großveranstaltung komplett abgesagt.

Von Johanna Grabert

Es ist bunt, es ist laut, es ist einfach zu voll: Das Osterstraßenfest kann in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Veranstalter hatten das jährlich im Mai stattfindende Straßenfest bereits auf das letzte Augustwochenende verschoben. Großveranstaltungen sind aber erst wieder ab September erlaubt. Nach langem Ringen haben sich die Organisatoren dazu entschieden, das Fest für das Jahr 2020 abzusagen. 

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Keine Genehmigung für ein Fest im Herbst

Warum wurde die Eimsbütteler Festmeile nicht einfach in den Herbst verlegt? „Keine Behörde wird uns heute die Genehmigung für ein Osterstraßenfest erteilen. Diese müssten wir aber haben, um mit der Planung beginnen zu können“, erklärt Gene Birke, einer der Organisatoren. Er könne sich nicht vorstellen, wie Großveranstaltungen ohne Planungssicherheit organisiert und dann im September stattfinden sollen. „Für uns als Veranstalter und Organisatoren des Osterstraßenfests zählt in erster Linie unsere gesellschaftliche Verantwortung, einer Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten“, ergänzt Til Bernstein, zweiter Vorsitzender des Vereins Osterstraße e.V.

Dieses Jahr also kein großer Flohmarkt, keine Bühnen mit Live-Musik, keine Brauereien, die ihre neuesten Kreationen in den Bierbuden ausschenken, keine Springhose und kein Kasperletheater. Einige Anwohner freuen sich vielleicht, dass die laute Partymeile in diesem Jahr nicht vor ihrer Haustür liegt. Für alle anderen geht ein Stück Stadtteilkultur verloren.

Osterstraße e.V. vor finanziellen Schwierigkeiten

Den Verein Osterstraße e.V. trifft die Absage finanziell schwer. Die Einkünfte aus dem Fest machen normalerweise zwei Drittel des Jahreseinkommens aus. Deshalb muss der Verein „im Grunde genommen ein Sabbatical einlegen und kann in diesem Jahr nicht mehr viele Projekte anschieben – also eigentlich gar keine”, so Bernstein. Das sind trübe Aussichten – auch für Eimsbüttel. Der Verein organisiert neben dem Osterstraßenfest auch das Weinfest, den großen Laternenumzug, die Weihnachtsbeleuchtung und Veranstaltungen zu den Sonntagsöffnungen. 

Ein Problem sei auch, dass der Verein eine Gewerbegemeinschaft von Einzelhändlern ist, die selbst um ihre Existenz ringen. Crowdfunding hält Bernstein für keine Lösung. Er verdeutlicht: „Uns ist nicht daran gelegen, jetzt die Eimsbütteler um Almosen oder um Spenden zu bitten.“ Für dieses Jahr müsse man es akzeptieren, wie es ist. Aber Bernstein ist „frohen Mutes, dass wir im nächsten Jahr hoffentlich wieder das ein oder andere machen können“.

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