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Aufgrund ihres Fundorts wurde die Taube "Emilia" getauft. Foto: Gandolfs Taubenfreunde
Tierschutz

Taube mit Luftgewehr angeschossen

Ein Unbekannter hat vor einigen Wochen in der Emilienstraße auf eine Taube geschossen. Vor wenigen Tagen wurden Tierschützer auf die verletzte Taube aufmerksam – in ihrem Flügel steckte noch das Projektil eines Luftgewehrs.

Von Alicia Wischhusen

In der Emilienstraße haben Tierschützer vergangene Woche eine durch ein Luftgewehr verletzte Taube eingefangen. Das Tier ist nun in Obhut der gemeinnützigen Organisation Gandolfs Taubenfreunde. Susanne Gentzsch von Gandolfs Taubenfreunde hat nun Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

Projektil im Flügel gefunden

„Die Taube wurde von einer Eimsbüttelerin gemeldet, weil das Tier zusammengekauert auf dem Boden saß und nicht wegflog“, berichtet Susanne Gentzsch. Daraufhin seien sie zum Fundort gefahren, um die Taube einzufangen. „Zunächst gingen wir von einem Unfall aus“, sagt die Taubenschützerin. Als eine Tierärztin das Tier jedoch untersuchte, zeigten die Röntgenbilder, dass ein Projektil im Flügel steckte. „Laut Ärtztin waren die Verletzungen etwa zwei Wochen alt“, so Gentzsch.

Das gefundene Projektil, das bei Luftgewehren und CO2-Waffen eingesetzt wird, habe auch den Hinterkopf der Taube verletzt. „Sie wird vermutlich nie wieder fliegen können“, meint Susanne Gentzsch. Deswegen ist der Vogel nun auf einem Taubenhof in Bergedorf untergebracht. Aufgrund ihres Fundorts wurde die Taube Emilia getauft.

Der Hass auf Tauben

Immer wieder werden dem Verein gequälte Tauben gemeldet. „Oft werden Tauben auch mit Pfeilen attackiert oder getreten“, erzählt Gentzsch. Diese Tiere seien dann auf Menschen angewiesen, die nicht einfach vorbeigehen, wenn sie ein verletztes Tier sehen, sagt sie.

Der Hass auf Tauben werde von verschiedenen Seiten geschürt. „Es wird immer noch fleißig erzählt, dass die Tiere ansteckende Krankheiten verbreiten – das ist aber nicht die Wahrheit“, meint Gentzsch. Viele Menschen würden sich aber auch über den Kot der Vögel aufregen. „Das ist schon absurd – schließlich kann der Vogel ja nichts dafür.“

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