Eimsbütteler Nachrichten
close
fullscreen Tausende neue Plätze für Flüchtlinge in Planung
Auch die Erstaufnahme an der Niendorfer Straße wird geschlossen. Foto: Anja von Bihl

ZKF Jahresplanung 2017

Tausende neue Plätze für Flüchtlinge in Planung

Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) hat seine Jahresplanung für 2017 vorgestellt. Die drei wichtigsten Ziele sind weniger Erstaufnahmen zu betreiben, neue Folgeunterkünfte zu schaffen und für mehr Plätze für Wohnungslose zu sorgen. Auch in Eimsbüttel wird es Veränderungen geben.

schedule Lesezeit ca. 3 min.

Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) rechnet für das Jahr 2017 mit monatlich durchschnittlich 400 Flüchtlingen, die nach Hamburg kommen und untergebracht werden müssen. Demnach erwartet die Hansestadt in 2017 insgesamt 4.800 Neuzugänge. Außerdem werden nach Angaben des ZKF rund 3.000 Personen im Rahmen des Familiennachzuges erwartet. Diese Prognose ergebe sich aus den monatlichen Mittelwerten der Monate März bis Dezember 2016 und wurde nach Angaben des ZKF durch einen Risikoaufschlag aufgerundet. Insgesamt werde Hamburg in diesem Jahr 35.000 Frauen, Männer und Kinder unterbringen müssen, so das ZKF. Und das erfordere dringende Maßnahmen: Zwölf Erstaufnahmen sollen geschlossen und dafür 19 Folgeunterkünfte erweitert oder neu gebaut werden.

Abbau von prekären Plätzen

Bei den Erstaufnahmen stehe nach Angaben des ZKF bereits die Schließung von zwölf der insgesamt 32 Einrichtungen fest. Damit plant der Koordinierungsstab alle sogenannten prekären Plätze abbauen zu können. Prekäre Plätze sind solche in Baumärkten oder Gewerbehallen. Ziel sei es, bis Ende 2017 nur noch rund 5.000 Plätze in Erstaufnahmen bereit zu stellen. Derzeit sind es noch 13.000. Mit den jetzt beschlossenen Schließungen können 4.500 Plätze eingespart werden. Weitere Schließungen von Erstaufnahmeeinrichtungen werden zusätzlich geprüft.

Folgende Standorte werden 2017 aufgegeben:

Das Jahr der Folgeunterkünfte

Nach dem Abbau der prekären Plätze müssen neue Folgeunterkünfte entstehen, um die Geflüchteten angemessen unterzubringen. Anselm Sprandel, Leiter Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge: „2017 wird das Jahr der Folgeunterkünfte. Noch immer leben mehr als 6.300 Menschen zu lange in Erstaufnahmen, obwohl sie einen Anspruch auf einen Platz in einer Folgeeinrichtung oder eigenen Wohnraum haben.” Selbstbestimmtes Wohnen und Arbeiten seien Grundvoraussetzungen für eine gelungene Integration, so Sprandel weiter. Deshalb müsse es dem ZKF gelingen, ausreichend Plätze in Folgeunterkünften zu schaffen.

Für das kommende Jahr ist der Ausbau oder Neubau an folgenden 19 Einrichtungen geplant:

In Folgeunterkünften stehen derzeit rund 27.000 Plätze zur Verfügung. Mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen an den oben genannten Einrichtungen, sollen bis Ende des Jahres mehr als 34.000 Plätze bereit gestellt werden können.

Einzug noch in diesem Jahr möglich

Gleichzeitig müssten nach Angaben des ZKF rund 1.500 Plätze der öffentlich-rechtlichen Unterbringung aus rechtlichen, vertraglichen und baulichen Gründen abgebaut werden. Dazu gehören unter anderem die P+R-Parkplätze am Niendorfer Markt, der P+R Parkplatz Mittlerer Landweg und der P+R Parkplatz Friedrich-Frank-Bogen.

In Flüchtlingsunterkünften mit der Perspektive Wohnen werden 2017 an insgesamt sechs Standorten rund 4.500 Plätze bereitgestellt. An vier Standorten, dazu gehört auch der Duvenacker in Eimsbüttel, werden in diesem Jahr die ersten Plätze bezugsfähig. In zwei Unterkünften in Bergedorf und Wandsbek wurden die ersten Plätze bereits im vergangenen Jahr bezogen.

Neue Plätze für Wohnungslose

Auch für Wohnungslose sieht der ZKF für das Jahr 2017 Veränderungen vor. In die aktuelle Kapazitätsplanung fließe auch ein erhöhter Bedarf an Unterkünften für Wohnungslose ein. Zusätzlich zu den aktuell bestehenden 3.000 Plätzen werden rund 1500 neue Plätze geschaffen. Dadurch können nach Angaben des ZKF wohnungsberechtigte Personen aus dem Winternotprogramm, aus der Unterbringung in Hotels und aus Wartelisten der Fachstellen untergebracht werden.

News aus deiner Nachbarschaft

Geschichte
Straßennamen in Eimsbüttel: Matthesonstraße

Osterstraße, Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße: lebendige Einkaufsstraßen in Eimsbüttel und all die kleineren und kleinen Wohnstraßen – woher haben sie ihre Namen? Die Eimsbütteler Nachrichten klären in lockerer Folge auf... ...

Robin Eberhardt

Sanierung
Philturm: weitere Baumaßnahmen nötig

Das Universitätsgebäude am Von-Melle-Park 6 - von den Studierenden liebevoll Philturm getauft - wird aktuell kernsaniert. Beim Umbau des 55 Jahre alten Gebäudes gab es nun eine saftige Neukalkulierung der ...

Christina Rech

Zeugensuche
Öffentlichkeitsfahndung nach Tankstellenüberfall

Nach einem Überfall auf eine Tankstelle fahndet die Polizei Hamburg mit Bildern einer Überwachungskamera nach dem bislang unbekannten Täter. ...

Robin Eberhardt

Feierlichkeiten
Weinfest Osterstraße 2018: Eimsbüttels Weinleidenschaft

Von den Eimsbüttelern geliebt, von den Winzern hochgelobt - das Weinfest in der Osterstraße zieht jährlich Weinliebende nach Eimsbüttel. Ende August ist es so weit, dann wird in der Osterstraße ...

Alicia Wischhusen

Stadtentwicklung
Streit um “Hagendeel 60” geht weiter

Seit Jahren gibt es Streit um die Flüchtlingsunterkunft am Hagendeel 60. Anwohner des Grundstücks befürchten, dass durch die Bauarbeiten die Hochwassergefahr steigt. Sie gründeten die Initiative "Rettet den Hagendeel!" ...

Alicia Wischhusen
Emu Logo