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Theater und Kino für Blinde

In zwei Hamburger Theatern kommt in der Spielzeit 2014/2015 eine neue Übertragungstechnik für Sehbehinderte zum Einsatz. Gefördert wird sie von der Kulturbehörde und wurde am 21. November vorgestellt. Eine ähnliche Technik wird auch im Abaton Kino verwendet.

Von Franziska Martin

Es ist dunkel. Man befindet sich in einem Theater, auf der Bühne spielen Schauspieler ihre Rollen. Plötzlich macht einer von ihnen eine komische Grimasse, das Publikum und man selbst lacht. Doch was ist, wenn man diese Grimasse nicht sehen kann, weil man blind ist?

„Audiodeskription“, was so viel wie mündliche Bildbeschreibung heißt, war das Schlagwort am 21. November im Altonaer Theater. Dort stellten Axel Schneider, Intendant der Kammerspiele und des Altonaer Theaters, Kultursenatorin Barbara Kisseler und Jörn Erkau, Geschäftsführer der Sennheiser Streaming Technologies GmbH, das neue Konzept vor. Es soll für mehr Qualität und Verständnis beim Theaterbesuch sorgen. Besonders Gehörlose profitieren davon.

Live-Kommentierung mithilfe einer App

Mithilfe einer Live-Kommentierung, auf die man mit einer kostenlosen App namens MobileConnect über das Smartphone zugreifen kann, können sehbehinderte Menschen nun auch die nonverbalen Geschehnisse auf der Bühne mitverfolgen. Zeitverzögerungen bei der Übertragung werden laut Jörn Erkau nicht vorkommen. Die Technik wird in der Spielzeit 2014/15 bei insgesamt fünf Aufführungen im DeutschenSchauSpielHaus und im Altonaer Theater zum Einsatz kommen. Als Förderer tritt die Kulturbehörde auf, die Übertragungstechnik wird von der Firma Sennheiser Streaming Technologies GmbH gesponsert. Die Live-Einspielung kostet etwa 700 Euro pro Abend, während sich die Kosten für eine Bearbeitung eines Theaterstücks für die Audiodeskription auf 5000 Euro belaufen. Wie lange genau das Projekt von der Kulturbehörde gefördert wird, werde noch geprüft, so Pressesprecher Enno Isermann.

Mehr Normalität für Sehbehinderte

Bereits 2013 wurde nach einem Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft eine Testphase mit zwei Aufführungen gestartet, die laut Kultursenatorin Barbara Kisseler gut angenommen wurde. Nun sollen jedes Jahr zwei interessierte Theater, ein privates und ein staatliches, für die Live-Kommentierung ausgewählt werden. Die Spielorte wechseln jährlich, um eine gewisse Bandbreite der Hamburger Theaterwelt zu erfassen. Axel Schneider schließt dabei auch die Kammerspiele als Ort für die neue Technik nicht aus. Dieses Jahr startet das Angebot aber am 3. Dezember im DeutschenSchauSpielHausHamburg mit dem Stück „John Gabriel Borkman“ von Henrik Ibsen. Die Live-Kommentierung übernimmt die Schauspielerin Nina Petri.

Das Smartphone auch als Vermittler im Kino

Die Technik von der Firma Sennheiser wird allerdings nicht nur im Theater, sondern in abgewandelter Form auch im Kino eingesetzt. „Das ist eine ganz tolle Erfahrung zu sagen, ich geh jetzt einfach mal ins Kino ohne Begleitung.“, berichtet Hela Michalski vom Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein begeistert. Sie hat das Abaton besucht, das bei bestimmten Filmen eine Audiodeskription mittels einer neuen App namens CinemaConnect anbietet. Diese wird ebenfalls von der Firma Sennheiser angeboten und ist kostenlos erhältlich. Über eine sogenannte „Connectstation“, die mit der Technik vom Abaton verbunden ist, wird ein eigenes WLan-Netz erzeugt, in das sich Nutzer mit ihrem Smartphone einloggen und dort auf die Tonspuren für die Audiodeskription des Films zugreifen können.

Das Prinzip auf dem die App beruht. Darstellung: Sennheiser Streaming Technologies GmbH
Das Prinzip, auf dem die App beruht. Darstellung: Sennheiser Streaming Technologies GmbH

Vielseitig einsetzbare Technik

Doch nicht nur im Kino und im Theater kann die App von Sennheiser eingesetzt werden, sondern beispielsweise auch in Universitäten oder an anderen Plätzen. Jörn Erkau betont in diesem Zusammenhang die Vielseitigkeit der App und betont: „Das ist keine Insellösung“. So wäre die App nicht nur für sehbehinderte Menschen nützlich, sondern auch für Menschen, die den Film beispielsweise in einer anderen Sprache hören wollen und keine deutschen Muttersprachler sind.

Beide Apps, die CinemaConnect und die MobileConnect, sind allerdings momentan nur für Apple-Geräte verfügbar. Sennheiser möchte jedoch bald eine Androidversion auf den Markt bringen. Auch für Blackberry sollen Versionen entwickelt werden.

Die Vorstellung mit Audiodeskription des Stückes „John Gabriel Borkman“ von Henrik Ibsen im DeutschenSchauSpielhaus findet an folgenden Terminen statt:
Mittwoch, den 03.12.2014, 20 Uhr
Samstag, den 20.12.2014, 20 Uhr,
Sonntag, den 11.01.2015, nachmittags 16 oder 18 Uhr (steht noch nicht fest)

Im Altonaer Theater wird das Stück „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ mit einer audiodeskriptiven Vorstellung an folgenden Terminen angeboten:
Sonntag, den 28. Dezember 2014, 19 Uhr
Sonntag, den 4. Januar 2015, 19 Uhr

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