Nach tödlichem Unfall in Rotherbaum: ADFC fordert Pop-up-Radweg
Der ADFC fordert, Radfahrer auf Hamburgs Straßen besser zu schützen. Eine Demonstration an der Verbindungsbahn soll zeigen, wie es gehen kann.
Von Ella SchinkelEnde September ereignete sich an der Verbindungsbahn in Rotherbaum ein tödlicher Unfall: Ein Beifahrer öffnete unachtsam die Vordertür eines Autos, eine Radfahrerin prallte dagegen. Sie erlag wenige Tage später ihren Verletzungen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert nun bessere Sicherheitsmaßnahmen an der Unfallstraße. Eine Demonstration ist geplant.
Führte der unsichere Radweg zum Unfall?
Als eine der Ursachen für den Unfall nennt der ADFC den unsicheren Radweg: Dieser sei zu schmal und die fehlende Abtrennung zum Kfz-Verkehr stadteinwärts verhindere, dass Autofahrer den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern einhielten. „Niemand würde hier seine Kinder alleine Fahrrad fahren lassen“, fasst Jens Deye vom ADFC die Situation zusammen.
Am 15. November plant der Club eine Demonstration, um auf die unzureichende Sicherheitslage aufmerksam zu machen. Vom Fernsehturm bis zum Bahnhof Dammtor soll eine eigene Fahrspur für Radfahrer eingerichtet und durch Pylonen vom Kfz-Verkehr abgetrennt werden. Mitglieder des ADFC planen nach eigenen Angaben, die Strecke zu sichern.
Aktionen des ADFC haben Erfolg
Ähnliche Aktionen des Vereins zeigten in der Vergangenheit bereits Wirkung. 2020 richtete der ADFC in der Straße „An der Alster“ einen Pop-up-Radweg ein, auch an der Reeperbahn gab es eine ähnliche Aktion. Dort seien inzwischen breitere Radstreifen entstanden, sagt Dirk Lau, Pressesprecher des ADFC.
Die Prüfung der Sicherheitslage „An der Verbindungsbahn“ liege in der Verantwortung der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, teilte das Bezirksamt Eimsbüttel auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten mit.
Wie steht es um die Radsicherheit in Hamburg?
Im vergangenen Jahr verunglückten knapp 3.000 Radfahrer auf Hamburgs Straßen, zehn von ihnen kamen ums Leben. Der ADFC übt in diesem Zusammenhang scharfe Kritik am Hamburger Senat und der Polizei. Der Vorwurf: Beide Behörden kümmerten sich zu wenig um die Sicherheit und das Leben ungeschützter Verkehrsteilnehmer. Das formulierte Ziel von null Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr sei bisher ein „Lippenbekenntnis“, so Lau.
Das Bezirksamt Eimsbüttel teilte mit, dass Radfahrer auf Eimsbüttels Straßen durch getrennte Rad- und Fußverkehrsanlagen sowie durch Rotmarkierungen für Radfurten besser geschützt werden sollen. Insbesondere an Verkehrsknotenpunkten soll der „freie“ Rechtsabbiegerverkehr für Kfz abgeschafft und Aufstellflächen für Radfahrer vor Ampeln geschaffen werden.
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