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Der Weiher-Park lädt zum Sonnenbaden ein. Foto: Niklas Heiden
Wenn es nach Harald H. Haase geht, tummeln sich im Park am Weiher bald die Liebhaber der Freikörperkultur. Foto: Niklas Heiden
Kolumne - vogelfrei

FKK-Strand im Park am Weiher

Unseren Kolumnisten Harald H. Haase hat vor Weihnachten die Wünschewut gepackt. Es geht nicht um kleine Geschenke, die die Freunschaft erhalten, sondern um bahnbrechende Veränderungen in Eimsbüttel. Wie eine Achterbahn auf dem Else-Rauch-Platz oder ein Paternoster-Parkhaus an der Osterstraße.

Von Harald H. Haase

Kuckuck Eimsbüttel!

Es war einmal eine gute Fee. Mit ihrem wallenden Gewand und ihrem zerklüfteten Zauberstab kam sie auf einer Drohne angeflogen. Die Fee wählte im Stadtbezirk Eimsbüttel wahllos Passanten aus und lud diese ein, Wünsche zu äußern. Kleinste und größte. Geheime und gemeine. Die Fee versprach, sich alle Wünsche aufmerksam anzuhören, sie aufzuschreiben und die besten in den nächsten Jahrzehnten zu erfüllen.

Tolle Geschichte, oder? Noch toller: dies ist kein Märchen. Dies ist zartbittere Realität. Die Fee ist das Bezirksamt. Die füttern dort nicht nur ihren weißen Amtsschimmel, sondern fragen im schmucken Rahmen einer Bürgerbeteiligung ahnungslose Bürger im Bezirk: „Wie soll Eimsbüttel wachsen?“ Grob bis ins Jahr 2040. Nicht etwa, dass das dann alles so wird, wie von den Befragten gewünscht. Ist beim Wunschzettel zu Weihnachten ja auch nicht so. Die Bezirksbeamten denken: fragen kostet nix. Man kann ja erstmal Daten und Ideen sammeln – macht Google ja schließlich auch so.

Vaterunser im Parkhaus

Ideen gibt es haufenweise. Mehr als Hundehaufen auf den Gehwegen in Eimsbush. Und hat man erstmal Wünsche frei, kommen die Begehrlichkeiten frei Haus. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Parkhaus-Paternoster auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz? Die Technik könnte man vom Paternoster im Bezirksamt übernehmen. Der Clou: Das Parkhaus mit dem beziehungsreichen Namen wird höher als der Hamburger Fernsehturm. Dann kommt Eimsbush ins Guinessbuch der Rekorde. Darauf ein großes Guiness! Man könnte Touris melken, die einmal aus einer Kabine des Parkhaus-Paternosters den Weitblick genießen wollen.

Das hat was von Riesenrad und Dom. Nicht der in Köln. Der auf dem Heiligengeistfeld. Schon ploppt der nächste Wunsch auf: Eine Achterbahn auf dem Else-Rauch-Platz. Das wäre der in Zuckerwatte gehüllte ultimative Traum-Spaß! Eine Bahn mit vier Loopings und einer Spirale. Rund um die Uhr geht’s rund. Dann könnte man gleich von seiner Kneipentour in den vordersten Wagen einsteigen und rauf und runter rauschen. Kommt gut? Geht gut!

Gelebte Bürgernähe: Wie wäre es, wenn jeder Eimsbütteler seine eigene Straße bekäme? Wie schon Moderator Carlo von Tiedemann mit der Tiedemannstraße? Eine Straße mit vielen Bäumen könnte man Dieter-Schreck-Allee nennen – nach dem gleichnamigen, höchst verdienten und verdienstvollen Helden des Viertels. Die Hartwig-Hesse-Straße durch eine kleine Buchstabenumstellung zur Hartwig-Haase-Straße machen. Und die Zufahrt zum Platz von Grün-Weiß Eimsbüttel Patrick-Owomoyela-Tor taufen.

Freie Körper in Reinkultur

Das Beste zum Schluss: Der Teich im Park am Weiher bekommt einen FKK-Strand. Freikörperkultur in Eimsbüttel! Ganz Hamburg, nein, mindestens auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen würden – eben nicht – die Badehose einpacken, aber scharenweise zur Unnastraße pilgern. So wäre auch das Paternoster-Parkhaus am Fanny-Mendelssohn-Platz im Sommer ausgelastet. Beiersdorf könnte Kühe auf die Parkwiesen treiben, die Sonnenmilch geben. Und die nudistischen Gäste wären nicht nur im Wasser in ihrem Element und könnten ungeniert blanke Bäuche und Brüste zur Schau stellen. Nur die Bikini-Verkäufe im Eimsbütteler Einzelhandel brächen ein. Das ließe sich aber irgendwie verschmerzen.

Schöne Feiertage noch. Ich hab jetzt frei.

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