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Nach der Party heißt es Aufräumen: Die Stadtreinigung sorgt für Klarschiff auf Eimsbüttels Straßen. Foto: Alana Tongers
Neujahr

Was vom Feste übrig blieb: Die Aufräumarbeiten nach Silvester

Der Beginn des neuen Jahres bedeutet für die „Stadtreinigung Hamburg“ eine Menge Arbeit. Ein Morgen mit denen, die Eimsbüttels Straßen vom Müll befreien.

Von Alana Tongers

An der Osterstraße ist es um kurz nach sieben noch ruhig. Viele Eimsbütteler scheinen den Tag nach Neujahr gemütlich zu starten. Das Summen der Kehrmaschine verrät, dass Andere schon auf den Beinen sind.

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Nejlet Kutlar, Rene Triebs und Adem Ismaili gehören zum Team Eins ihrer Kolonne der Stadtreinigung. An diesem Morgen sind sie seit 6 Uhr im Einsatz, um Eimsbüttels Straßen von den Überresten der Silvesternacht zu befreien. Heute kümmern sie sich um den groben Müll, den die Feiernden zurückgelassen haben.

Weniger Müll als im Vorjahr

Mit Harke, Besen und Schaufel arbeitet sich das Team durch die Osterstraße. Langsam füllt sich ihr Wagen mit Raketenresten und Verpackungsmüll. Das erste Fazit fällt positiv aus: „Ich habe hier deutlich mehr Müll erwartet“, so Kutlar. Er arbeitet seit rund 25 Jahren bei der Stadtreinigung, seit 7 Jahren ist er mit dem Team Eins unterwegs.

Sein Eindruck deckt sich mit den ersten Schätzungen der Stadtreinigung Hamburg. Am 1. Januar wurden in ganz Hamburg rund 10 Tonnen Silvestermüll gesammelt – das ist ein Drittel weniger als am Neujahrsmorgen 2019.

Eimsbüttel: „Schön, aber dreckig“

Ein anderes Bild bietet sich am Eimsbütteler Marktplatz. Leere Böllerbatterien stapeln sich neben Plastikverpackungen und Sektflaschen, die Gehwege sind übersät mit kleinen Patronen und Glasscherben. „Es ist eben doch jedes Jahr das Gleiche“, seufzt Kutlar und springt aus dem Wagen.

An Silvester beginnen die Aufräumarbeiten für die Stadtreinigung Hamburg schon um kurz nach Mitternacht, wenn andere noch feiern. Dass der Müll schnell wegkommt, ist wichtig, damit nichts am Boden fest friert oder klebt, erklärt Kutlar. Trotz der Minusgrade am Morgen seien die Bedingungen heute noch gut. „Wenigstens regnet es nicht.“

Müllberge am Straßenrand - nach Silvester keine Seltenheit.
Müllberge am Straßenrand – nach Silvester keine Seltenheit. Foto: Alana Tongers

Sein Kollege Adem Ismaili ist seit zwei Jahren bei der Stadtreinigung. „Früher dachte ich immer: ‚Die Armen, die das wegräumen müssen'“, erinnert er sich. „Viele torkeln betrunken nach Hause, denen fällt der ganze Müll gar nicht auf.“ Oft werde vergessen, wie viel Arbeit die zurückgelassenen Böller machen, so Ismaili. Besonders der kleinteilige Müll ziehe die Arbeit in die Länge, erzählt Rene Triebs.

Eimsbüttel zählt für das Team zu den arbeitsaufwändigsten Bereichen. „Schön, aber dreckig!“, lautet Kutlars Urteil für den Stadtteil. Eimsbüttel sei ihrer Erfahrung nach viel schmutziger als zum Beispiel Altona und Bahrenfeld. Warum, kann er sich nicht erklären. „Eigentlich passt das gar nicht zu den Anwohnern.“

Grundreinigung dauert bis Mittwoch

Mit einer größeren Kehrmaschine ist Teamleiter Andreas Rosburg unterwegs. Die Tage nach Silvester zählen nicht zu den beliebtesten, so Rosburg. „Aber das gehört nun mal zum Job.“ Mit dem großen Fahrzeug säubert Rosburg die Fahrbahn von kleinerem Müll.

Sperriger Abfall wie Raketen und Feuerwerksbatterien sorgen für Probleme: Sie können die Saugschläuche der Kehrmaschine verstopfen. „Dann muss ich aus dem Auto und versuchen, die frei zu bekommen“, erzählt Rosburg.

  • Andreas Rosburg fährt die Kehrmaschine.
  • Das Aufkehren von kleinen Teilen ist für die Stadreinigung besonders aufwändig.

Die Pyroleidenschaft der Hamburger wird die Stadtreinigung noch bis Mittwoch beschäftigen. „Es ist frustrierend: Gerade waren wir mit dem Laub durch, jetzt werfen uns Weihnachtsbäume und Silvester zurück“, so Kutlar. Die Arbeit mit seinem Team mache aber trotzdem Spaß. „Wir haben immer was zum Lachen.“

Verbesserungsbedarf in Deutschland

Wenn es nach dem Team Eins geht, könne in Deutschland an Silvester noch einiges besser laufen. „In anderen Ländern ist das Ganze viel organisierter“, so Kutlar. Zum Beispiel in Australien, wo private Feuerwerke komplett verboten sind. „Da werden schöne öffentliche Feuerwerke organisiert“, findet Kutlar. Wenn der durch Böller verursachte Müll sich auf bestimmte Gebiete beschränke, würde das die Aufräumarbeiten deutlich erleichtern, so Kutlar.

Es gibt aber auch Grund zur Freude: Viele Anwohner wollen helfen und entsorgen den Müll vor ihrer Haustür inzwischen selbst. „Wenn wir erst am Freitag anfangen würden, wäre viel Müll schon weg“, vermutet Kutlar. Am meisten helfe man aber natürlich, wenn man seinen Müll sofort wegräumt und dann weiter feiert.

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