Neue Einblicke: So könnte es künftig im Hotel an der Alster aussehen
Die Planungen für das Hotel im „Kleinen Weißen Haus“ an der Alster schreiten voran. Jetzt gibt es erste Entwürfe für den Innenbereich des historischen Gebäudes.
Von Julia HaasDas „Kleine Weiße Haus“ an der Außenalster blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Der Architekt Martin Haller, der auch am Hamburger Rathaus mitwirkte, entwarf das Gebäude, das ursprünglich aus zwei getrennten Villen bestand. Diese wurden 1882 und 1883 fertiggestellt. Ab den 1930er Jahren nutzte die NSDAP das Haus als Hauptquartier. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog das US-Konsulat in die Räume am Alsterufer.

Nun steht dem Gebäude ein neues Kapitel bevor: 2024 erwarb die Münchner Derag Unternehmensgruppe das „Kleine Weiße Haus“ mit dem Ziel, es in ein Luxushotel umzuwandeln. „The Jefferson“ soll es heißen.
Das verändert sich am Äußeren
Aktuell befinde man sich im Verfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, sagte Lars Dünker, Vorstand der Derag Living Hotels, am Dienstag. Es handle sich um ein komplexes Verfahren, das einen intensiven Dialog mit der Stadt, den Behörden und dem Denkmalschutzamt erfordere. Dennoch befinde man sich bereits auf der Zielgeraden.
An der Alstervilla selbst soll sich äußerlich kaum etwas verändern. Die Trennung zwischen Gebäude und öffentlichem Raum – bislang durch einen Zaun – soll jedoch aufgehoben werden. Geplant ist ein ruhiger Hinterhof. Das nachträglich errichtete Verwaltungsgebäude hinter der Villa soll einem Neubau weichen. Dünker spricht von einem „Gartenhaus“. Es solle die ruhige, klassische Architektursprache des Vorderhauses aufnehmen.
Das Erdgeschoss der Alstervilla soll künftig öffentlich zugänglich sein. Geplant sind unter anderem ein Restaurant und eine Bar – nicht nur für Hotelgäste.
Über die Vergangenheit des Hauses informieren
Wenn die Bauherren und Architekten über ihre Pläne sprechen, schwingt immer wieder die Vergangenheit des Gebäudes mit. „Wir wollen die Wände zum Reden bringen“, sagt Martin Murphy von „Störmer Murphy and Partners“. Das Architekturbüro hat auch das „Fontenay“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur Alstervilla geplant.
Im Hotel soll die Geschichte des Hauses erlebbar werden, versprechen die Planer. So soll die Neugestaltung an bestehende Gebäudeelemente anknüpfen. Darüber hinaus sind Räume vorgesehen, die über die Vergangenheit der Alstervilla informieren. QR-Codes könnten an verschiedenen Stellen im Gebäude zu einem digitalen Angebot führen, das historische Hintergründe erläutert.
Folter im Keller der Alstervilla?
In einem Raum im Erdgeschoss wurde jüngst ein Wandgemälde freigelegt. Es stammt vermutlich von einer amerikanischen Künstlerin, die es in den 1950er-Jahren schuf. Zu sehen ist unter anderem eine gesichtslose Baumwollpflückerin neben einem weißen Mann mit ausgearbeiteten Gesichtszügen. Solche historischen Funde sollen im Falle einer späteren Präsentation kritisch eingeordnet werden, heißt es vor Ort.

Insbesondere die NS-Vergangenheit des Gebäudes soll transparent aufgearbeitet werden. Dafür arbeiten die Betreiber mit Historikern zusammen, die die Geschichte des Hauses rekonstruieren. Dass im Keller des Gebäudes – wie zunächst vermutet – Menschen von Nationalsozialisten gefoltert oder gefangen gehalten wurden, habe sich dabei nach bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigen lassen.
Einen Eröffnungstermin für das Hotel gibt es noch nicht.
lokal. unabhängig. unbestechlich.
Eimsbüttel+

Mit Eimsbüttel+ hast du Zugriff auf alle Plus-Inhalte der Eimsbütteler Nachrichten. Zudem erhältst du exklusive Angebote, Deals und Rabatte von unseren Partnern.










