Anzeige
Aktualisiere Standort ...
Standort konnte nicht ermittelt werden. Aktiviere deine Standortfreigabe.
Standort wurde erfolgreich ermittelt.
Imme Koschnitzke (rechts) leitet seit zehn Jahren das Team der Grünen Damen und Herren im Agaplesion. Als Ehrenamtliche ist sie seit 23 Jahren dabei.
Imme Koschnitzke (rechts) leitet seit zehn Jahren das Team der Grünen Damen und Herren im Agaplesion. Als Ehrenamtliche ist sie seit 23 Jahren dabei. Foto: Rainer Wiemers
Magazin #35

Zeit im Krankenhaus spenden: Grüne Damen und Herren

Ohne die Grünen Damen und Herren ginge es vielen Patienten im Krankenhaus schlechter. Ein Besuch bei den Ehrenamtlichen im grünen Kittel.

Von Eimsbütteler Nachrichten

Gebhard Bahr ist ­weder Patient noch Arzt. Trotz­dem trägt er einen mintgrünen Kittel, wenn er durch den vierten Stock des Agaplesion Diakonieklinikums in der Hohe Weide streift. Hier spendet er seine Zeit.

Anzeige

Vorbild sind die „Pink Ladies“

Bahr ist 69 Jahre alt und gehört seit einem Jahr zu den rund 25 ehren­amtlichen Grünen Damen und Herren. „Rundumversorgung“ nennt er ihre Arbeit scherzhaft: Hausschuhe unterm Bett hervorholen, muffiges Blumenwasser austauschen, ein neues Buch aus der Bibliothek ausleihen oder andere Besorgungen erledigen. Manche Notfallpatienten kommen ohne Wechselkleidung oder Kopfhörer in die Klinik. Bahr holt, was fehlt – kann tun, wofür dem Personal keine Zeit bleibt.

Das Konzept der Grünen Damen und Herren orientiert sich am amerikanischen Vorbild der „Pink Ladies”. 1969 gründete die Frau des damaligen Außenministers das deutsche Pendant in Düsseldorf. Mittlerweile gibt es Teams in fast 500 Krankenhäusern und 250 Altenpflegeeinrichtungen in ganz Deutschland.

Vom Patienten zum Helfer

Die Grünen Damen und Herren lernte Bahr kennen, als er selbst Patient im Agaplesion war. Damals lag er mit einem Leistenbruch in der Klinik und erlebte das engagierte Personal, aber auch dessen Zeitnot.

Während seines Aufenthaltes besuchte ihn ein Grüner Herr. Die Idee, Zeit und Aufmerksamkeit zu spenden, begeisterte Bahr. Er beschloss, sich den Ehrenamtlichen anzuschließen.

Heilmittel: Ein offenes Ohr

Wenn Bahr auf die geriatrische Station kommt, erkundigt er sich beim Pflegepersonal, wo Hilfe gebraucht wird. Ansonsten läuft er durch die Gänge und geht direkt auf die Patienten zu. Vor allem dort, wo die Zimmertüren offen stehen. Er weiß nie, was ihn erwartet.

Gebhard Bahr hilft als Grüner Herr im Agaplesion Diakonieklinikum Hohe Weide. Foto: Rainer Wiemers
Gebhard Bahr hilft als Grüner Herr im Agaplesion Diakonieklinikum Hohe Weide. Foto: Rainer Wiemers

Das „Wie geht’s?“ spart sich Bahr im Gespräch mit den Patienten. „Im Krankenhaus finde ich das blöd”, sagt er. Stattdessen fragt er, ob er etwas Gutes tun kann, bietet ein offenes Ohr an und schaut, wie sich die Situation entwickelt.

Oft ergibt sich ein kurzweiliger Schnack, manchmal sitzt er eine halbe Stunde am Bett einer Patientin und hört ihrer Lebensphilosophie zu. All diese Gespräche tragen positiv zur Gesundheit bei, ist sich Bahr sicher.

Selten wird er vor die Tür gesetzt. Aber auch das sei in Ordnung. „Die Menschen wollen im Krankenhaus auch mal ihre Ruhe haben.“

Anzeige

Tauche ein in die Atmosphäre der Hansestadt Hamburg mit unserer liebevoll zusammengestellten Hanseatenkiste, voller Produkte Made in Hamburg. 🚢 🙂

Bei LOKL Hamburg findest du Produkte Made in Hamburg von lokalen Brands und Herstellern. Mit dem Fokus auf lokale Produkte trägt LOKL Hamburg dazu bei, unser Klima zu schützen, unsere lokale Wirtschaft zu stärken und unsere Gesellschaft resilienter zu machen.

Mintgrüne Helferlein

Gesprächsbedarf beobachtet Bahr vor allem bei älteren Patienten. Oft gehe es dabei nicht nur um den Genesungsprozess, sondern auch um die Zeit nach dem Krankenhaus. Wartet jemand daheim und kann sich kümmern? Oder braucht es doch externe Hilfe?

Doch bis die Patienten wieder auf eigenen Beinen stehen und aus dem Krankenhaus entlassen werden, gibt es fleißige Helfer wie Gebhard Bahr – leicht zu erkennen am grünen Gewand.

info

Grüne Damen und Herren

Die Grünen Damen und Herren im Agaplesion Diakonieklinikum freuen sich immer über ehrenamtliche Unterstützung. Wer zwischen 9 und 13 Uhr Zeit hat, mit den Eigenheiten von Krankenhäusern umgehen kann, gerne zuhört und sich für ­keine Hilfe zu schade ist, kann sich bei Imme Koschnitzke melden:
Imme.Koschnitzke@gmail.com

Text: Erik Klügling


Lokal. Unabhängig. Eimsbüttel+

Du willst wissen, was in Deinem Bezirk wichtig ist? Mit Eimsbüttel+ behältst du den Überblick!

  • Exklusiver Online-Content
  • Artikel aus unserem Print-Magazin jederzeit online lesen
  • Optional: das Magazin alle drei Monate per Post

Anzeige

Entdecken Sie LOKL Produkte

Sichern Sie sich Ihre Lieblingsprodukte direkt hier und unterstützen Sie lokale Anbieter.

Eimsbüttel+

Weiterlesen

Die „OMAS GEGEN RECHTS“ fordern die Bezirkspolitiker in Eimsbüttel auf, die Demokratie zu schützen – und sich von der AfD abzugrenzen.

Am kommenden Samstag übergibt Hamburgs Erster Bürgermeister die Parkanlage auf dem Stellinger A7-Deckel der Öffentlichkeit. Was die Bürgerinnen und Bürger dort erwartet.

Seit sechs Monaten betreibt Dr. Franziska Conrad nun mit zwei Kolleginnen die
Kleintierpraxis Eimsbüttel in der Tresckowstraße. Über ihren Weg nach Eimsbüttel
und das manchmal detektivische Suchen nach der richtigen Diagnose.

„Der Geheime Garten“ hat eine zweite Filiale eröffnet. Mit einer Neuerung: Ein Café ergänzt den Blumenladen.

-
Neu im Stadtteilportal
Naturheilpraxis Elbinsel

Grindelberg 77
20144 Hamburg

Eimsbüttel+

Stromtarif-Banner

Gratis für 1 Jahr

Lese ein Jahr gratis Eimsbüttel+ beim Wechsel zu Eimsbüttel Strom.*

*Nur für Neukunden Wechseln und Prämie sichern