Rückt Anwohnerparken in Eimsbüttel immer näher?
Parken in der Telemannstraße. Foto: Robin Eberhardt
Parkplätze

Rückt Anwohnerparken in Eimsbüttel immer näher?

Anwohnerparken könnte eine Lösung für die Parkplatzproblematik in Eimsbüttel bieten. Um bei den Eimsbüttelern vorzufühlen, wie sie dazu stehen, hat Moritz Altner von der SPD-Eimsbüttel letzte Woche eine Diskussionsveranstaltung dazu initiiert. Wir haben uns mit ihm zu dem Thema unterhalten.

Herr Altner, Sie setzen sich für Anwohnerparken in Eimsbüttel ein. Wo sehen sie die Vorteile?
Der Idee dahinter ist, dass es durch Einschränkungen für Nicht-Anwohner mehr verfügbaren Parkraum für Eimsbütteler gibt.

Um welche Gebiete geht es im Bezirk Eimsbüttel?
Bei unserer Diskussionsveranstaltung am Mittwoch ging es hauptsächlich um die Stadtteile Eimsbüttel und Hoheluft-West. Darüber hinaus ist Anwohnerparken aber auch in Teilen von Harvestehude und Rotherbaum denkbar.

Der Bezirk hat Anwohnerparken im Stadtteil Rotherbaum beschlossen, der Landesbetrieb für Verkehr (LBV) muss das nun prüfen. Würde das die Parksituation verbessern?
Der LBV und auch die SPD gehen davon aus, dass sich die Situation für Anwohner verbessern wird, weil im Grindelviertel auch viele Studierende und Restaurantbesucher parken. Ein endgültiges Ergebnis steht aber erst nach der Prüfung durch den LBV fest.

Eimsbüttel ist nicht so touristisch wie St. Pauli oder das Gebiet um den Michel und hat keine Urlaubsparker wie am Flughafen. Wer parkt nachts in den Straßen?
Unsere Befürchtung ist, dass sich durch das Anwohnerparken auf St. Pauli die Parker auch Richtung Eimsbüttel orientieren werden. Und auch jetzt gibt es Flughafen- und Innenstadtpendler, die mehrere Stunden bis Tage in Eimsbüttel parken.

Am Eppendorfer Weg ist unter der Woche nach 20 Uhr kaum noch etwas los und trotzdem ist alles zugeparkt. Wie kann das sein?
Es gibt am Eppendorfer Weg viele Restaurants, die auch nach 20 Uhr gut besucht sind. Es zeigt sich aber hier wie auch anderswo in Eimsbüttel, dass es insgesamt zu viele Autos für die Zahl der Parkplätze gibt. Da hoffen wir, mit Anwohnerparken Abhilfe schaffen zu können.

Müssen alle Anwohnerparkplatzgebiete in Hamburg gleich gehandhabt werden? Oder kann es Unterschiede geben – zum Beispiel zu welchen Uhrzeiten auch Nicht-Anwohner parken dürfen?
Das ist nicht abschließend geklärt und wird sich im weiteren Prozess zeigen. Es wird eventuell auch unterschiedliche Lösungen für verschiedene Straßen geben. Eindeutig ist aber der Wille, Anwohnerparken einzuführen.

Welche Variante bevorzugen Sie?
Die größte Wirkung würden wir durch Parken ausschließlich für Anwohner erzielen. Ich glaube aber, dass wir auf der Osterstraße und vergleichbaren Straßen auch Parkraum für Geschäftskunden brauchen.

Möchte die SPD Anwohnerparken in Hamburg großflächig einführen? Sie sagten bei ihrer Diskussionsveranstaltung, dass jedes Jahr drei Gebiete dazukommen sollen?
Es gibt die grundsätzliche Idee, Anwohnerparken auszuweiten. Die Entscheidung darüber wird aber immer in den betroffenen Stadtteilen gefällt.

Müssen nicht eher Wege gefunden werden, dass mehr Menschen auf ihre Autos verzichten?
Wir können und wollen niemandem sein Auto verbieten. Es gibt immer gute Gründe, für den eigenen PKW. Wir wollen aber denjenigen, die auf ein eigenes Auto verzichten können, den Umstieg durch den Ausbau von ÖPNV, Carsharing und Rad- sowie Fußwegen so einfach wie möglich machen. Unser Ziel bleibt, dass im Regelfall niemand in Eimsbüttel privat auf ein Auto angewiesen ist. Anwohnerparken steht dazu nicht im Widerspruch, sondern sichert Parkraum für die, die doch ein Auto brauchen oder wollen.

Sollte im Stadtteil Eimsbüttel Anwohnerparken eingeführt werden?

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