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Gewerbetreibende, Anwohner, Behördenmitarbeiter und Fachleute aus dem Baukonsortium trafen sich am langen Tisch. Foto: Lotta Stähr
Umbau der Osterstraße

„Es fehlt an Fingerspitzengefühl“

Verkehrschaos, Lieferprobleme und ungesicherte Baulöcher: Ende Juni hat es am "Langen Tisch" Gespräche zwischen Gewerbetreibenden und der Behörde über die Baustelle an der Osterstraße gegeben. Ladenbesitzer berichteten von massiven Einnahmeverlusten und forderten größere Rücksichtnahme. Im direkten Gespräch zwischen Bauleitung und Ladenbesitzern konnten jedoch viele Fragen geklärt werden.

Von Lotta Stähr

Es sei gut, dass den Anwesenden nur Wasser und kein Wein angeboten wurde, bemerkte ein Redner nach dem Treffen, sonst wären die Diskussionen bei der Informationsveranstaltung zu den Umbaumaßnahmen der Osterstraße wohl um einiges Hitziger ausgefallen.

Am Mittwoch, den 22. Juni 2016 trafen sich Gewerbetreibende der Osterstraße sowie verantwortliche Behördenmitarbeiter, Bezirkspolitiker, Anwohner und Mitglieder des Baukonsortiums in der Weinbar Vineyard zu einer Gesprächsrunde am langen Tisch.

Verzögerte Arbeiten durch Lieferprobleme

Moderiert wurde die Veranstaltung von Jan Seeringer von steg, im Auftrag des Osterstraßen e.V. und des Zusammenschluss der Gewerbetreibenden. Vertreter der anliegenden Geschäfte, darunter Karstadt, Edeka, Fielmann, die Haspa Filiale Eimsbüttel, Glaserei Struckmann und Reformhaus Schröder hatten zu Beginn des Gesprächs nur eine Frage: Wann die Bauarbeiten im ersten Abschnitt endlich beendet sein würden.

Doch der verantwortliche Bauleiter enttäuschte die Geschäfte: Der Umbau hinke rund einen Monat hinter der veranschlagten Planung her. Grund dafür seien Lieferprobleme beim Pflasterbelag. Die Diskussionen um die Fahrradständer und Anfahrbügel hätten außerdem für Verzögerungen gesorgt. Der Verzug habe jedoch keinen Einfluss auf die Finanzierung des Osterstraßenumbaus, so der Bauleiter auf Nachfrage.

Zur Zeit befinden sich die Baumaßnahmen im ersten Abschnitt auf der Südseite der Osterstraße zwischen Heußweg und Emilienstraße. Bis Ende Juli sollen die Arbeiten in diesem Teilabschnitt 4 beendet sein. Die Umbaumaßnahmen am Teilabschnitt 5 sollen daran anschließend beginnen, damit ab Oktober dieses Jahres der zweite Abschnitt von Schwenkestraße bis Methfesselstraße umgebaut werden kann.

Bus, Auto oder Rad – Verkehrschaos an der Osterstraße

Die Gewerbetreibenden kämpfen mit Verlusten – einige sprachen von Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Nicht nur Baucontainer und Absperrungen würden dafür sorgen, dass Geschäfte nahezu unsichtbar blieben auch die Straßensperrungen schrecke Kunden ab, hieß es. Viele Anwesenden forderten, dass die Bushaltestelle der Linie 4 wieder zurück in die Osterstraße verlegt werde. Die Gewerbetreibenden erhoffen sich dadurch mehr Laufkundschaft. Diesem Wunsch entspricht der HVV und verlegt am Montag, dem 18. Juli 2016 die Haltestelle U Osterstraße Richtung Wildacker in einem Parkstreifen im Heußweg vor der Einmündung in die Henriettenstraße. Die Verlegung soll planmäßig bis zum 15. August 2016 bestehen.

Teures Parken

Die Parkplatzsituation löste allgemeines Seufzen am Tisch aus. Der Unmut über die Vorgehensweisen des Parkraummanagements war groß. Mehrere Ladenbesitzer kritisierten den verschärften Umgang der Mitarbeiter mit Falschparkern. Das sei ein weiterer Faktor, der Kunden fernhalte. Auch die Kommunikation mit dem Parkraummanagement sei nicht einwandfrei verlaufen – viele Kontaktversuche blieben unbeantwortet, berichtete Angela Struckmann von der gleichnamigen Glaserei. „Es fehlt an Fingerspitzengefühl im Umgang miteinander“, sagte sie. Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) versuchte zu vermitteln, rief zur Berücksichtigung der Sondersituation auf und pochte auf individuelle Absprachen.

Ellen Schuttrich von der CDU merkte an, dass Fahrradfahrer teilweise rücksichtslos auf dem Bürgersteig fahren würden. Das Bezirksamt Eimsbüttel schlug eine klarere Beschilderung und mehr Präsenz des Ordnungsamts vor.

Sorgfalt und Sicherheit trotz Bauarbeiten

Dass solche großflächigen Bauarbeiten Veränderungen bedeuten – das schien jedem am Tisch klar zu sein. Dennoch forderten viele Stimmen eine größere Sorgfalt und Rücksichtnahme auf Anlieger bei der täglichen Arbeit. Die Vertreter des Edeka-Supermarkts bemängelten vor allem die Bauarbeiten direkt vor ihrem Geschäft: Kunden würden aufgrund der unbefestigten Übergänge nicht nur Bauschutt in das Geschäft tragen, sondern insbesondere ältere Menschen seien schon häufig gestürzt. Tiefe Löcher, die bei der Öffnung des Straßenbelags zutage getreten waren, seien nicht ausreichend abgesperrt und stellten ein Risiko für Fußgänger dar, kritisierten andere.

Ähnlich wie beim Parkraummanagement schien es in der Kommunikation zwischen Baukoordination und Gewerbetreibenden nicht immer reibungslos gelaufen zu sein. Beschwerden sollen zukünftig transparenter übermittelt werden. Dabei spielte besonders die Sicherung der Baustelle nach Feierabend für viele Anlieger eine große Rolle. Im direkten Gespräch mit der Bauleitung wurden viele individuelle Fragen geklärt und abgehakt.

Gemeinsame Werbekampagne?

Die Ladenbesitzer warfen vor allem die Frage auf, wie man Kunden trotz Umbaumaßnahmen erreichen könne. Der Vertreter des Bioladens erklärte, dass die geringe Ausschilderung ein Problem sei. Kunden wüssten oft nicht, wie sie die Geschäfte am besten erreichen sollten, bis sie auf Parkplatzsuche nach mehreren Runden um die Osterstraße genervt aufgeben würden. Behörde und Gewerbetreibende einigte sich darauf, auf der Internetseite der Stadt einen aktuellen Umleitungsplan zu verlinken. Dieser ist bis heute nicht veröffentlicht.

Zum Abschluss der Gesprächsrunde schlug  Torsten Sevecke vor, eine Werbekampagne für die Osterstraße zu starten. Slogans wie „Trotz Umbau geöffnet“ sollen nicht nur auf Plakaten und Schildern, sondern auch in den Fahrgastinformationssystemen der U2 gezeigt werden, um Kunden auf die Einkaufsmöglichkeiten in der Osterstraße aufmerksam zu machen.

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