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Gründer Emil Woermann (links) und Jacob Leffers von OAK25. Foto: Catharina Rudschies
Die Gründer Emil Woermann (links) und Jacob Leffers von "OAK25". Foto: Catharina Rudschies
Junge Gründer

Einfach loslegen! Zwei Teenager werden Gründer

Emil Woermann und Jacob Leffers haben ein Buch geschrieben, ein Modelabel sowie ein Unternehmen gegründet. Dabei sind sie gerade mal volljährig. Die Geschichte zweier Überflieger.

Von Catharina Rudschies

Die Lebensläufe von Emil Woermann und Jacob Leffers lesen sich nicht wie die eines 18- und 19-Jährigen. Die zwei Eimsbütteler haben in ihren jungen Jahren bereits ein Buch veröffentlicht, ein eigenes Modelabel sowie das Unternehmen OAK25 gegründet. Derzeit entwickeln sie einen Rucksack speziell für Fahrradfahrer, der eine vollreflektierende Oberfläche hat und Radfahrer im Dunkeln besser sichtbar machen soll.

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Woermann und Leffers wurden schon während ihrer Schulzeit begeisterte Gründer. Sie leben nach der Devise: Wenn sie etwas brauchen, aber nicht finden, was ihren Ansprüchen genügt, dann machen sie es eben selbst. Ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. Geplant war das alles ursprünglich nicht. „Unser Buchprojekt hat sich damals einfach so ergeben“, erzählen sie.

Learning by doing

Angefangen hat alles im Jahr 2016, als Woermann und Leffers gerade mal 15 und 16 Jahre alt waren. Die zwei Freunde kannten sich schon seit rund fünf Jahren, saßen abends oft beisammen und probierten sich an ihren Computern aus. Wie kann ich mir selbst einen Server bauen? Wie designe ich ein Logo? Oder wie entwickle ich einen Online-Shop? Anstatt Spiele zu zocken, tüftelten sie bis spät in den Abend und brachten sich selbst den Umgang mit digitalen Technologien bei.

Immer häufiger fragten ihre Freunde und Mitschüler um Rat: Wie mache ich das? So war die Idee für ihr Buch geboren: „Secret Book for Digital Boys“ – ein Handbuch für junge Menschen ab neun Jahren, die sich an digitalen Projekten ausprobieren wollen. Ein Jahr lang verkauften sie das Buch über den Self-Publisher Books on Demand. Dann erhielten sie die Zusage des Carlsen Verlags, der seither das Buch verlegt.

Im Rahmen ihres zweiten großen Projekts entwickelten Woermann und Leffers ein Street-Wear-Label und bauten einen Online-Shop. Doch als sie ihre Marke Chapter One anmelden wollten, gab es Probleme mit dem Patentamt: In Spanien gab es schon etwas Ähnliches. „Wir sind Menschen, die einfach durchstarten und etwas machen. Alles andere kommt danach“, erklärt Leffers. „Das kann manchmal auch problematisch sein, wie in dem Fall mit dem Patent.“

Gründer-Spirit

Das Mode-Label gaben die beiden auf – ein Beispiel einer gescheiterten Idee. Aber wie waschechte Gründer gaben sie nicht auf und entwickelten eine neue. Auf einer Postkarte würde stehen: Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter machen.

Ihren Online-Shop bauten Woermann und Leffers einfach um. „Wir hatten ja schon eine gute Grundlage. Und die wollten wir auch nutzen“, erzählen die beiden. Gemeinsam entwickelten sie ein neues Produkt: Den Luminant Bag. Durch eine spezielle Beschichtung auf dem Stoff leuchtet der Rucksack im Dunkeln, wenn er angestrahlt wird. „Das ganze Jahr über fahren wir überall mit dem Fahrrad hin. Deshalb wollten wir einen Rucksack, der zum einen für mehr Sicherheit sorgt und zum anderen unseren ästhetischen Ansprüchen genügt“, so Leffers. „Gerade als Schüler will man keine dieser leuchtenden Warnwesten tragen“, fügt er an.

  • Die Gründer von OAK25 haben einen Rucksack speziell für Fahrradfahrer entwickelt. Foto: OAK25
  • Der "Luminant Bag" reflektiert auf großer Fläche, wenn er angeleuchtet wird. Foto: Tim Ernst

Die Entwicklung des Rucksacks haben Woermann und Leffers von ihrem eigenen Geld bezahlt. Um die Produktion finanzieren zu können, haben sie im Oktober eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Bis November sollen 18.000 Euro zusammenkommen. 11.000 Euro hat die Kampagne bereits erreicht.

Oft nicht ernst genommen

In ihre Projekte stecken Emil Woermann und Jacob Leffers viel Zeit. „Manchmal kommt es schon vor, dass man von anderen schief angeguckt wird oder sie fragen: ‚Muss das jetzt sein?'“, so Woermann. Als sehr junge Gründer würden sie zwar viel Unterstützung erhalten, „gleichzeitig wird man aber auch oft nicht ernst genommen“, erzählen die beiden Eimsbütteler. Das ändere sich meist, wenn sie das Projekt erfolgreich umgesetzt hätten. „Dann sind plötzlich alle überzeugt und stolz“, sagt Woermann mit einem Grinsen.

2018 schlossen die jungen Gründer ihr Abitur ab. Seither arbeiten sie im Bereich e-Commerce. Woermann im Rahmen eines dualen Studiums, Leffers im Rahmen einer Ausbildung. Die Selbstständigkeit mit OAK25 läuft bisher noch nebenbei. „Irgendwann wollen wir das auch in Vollzeit machen“, so Leffers. „Aber erst mal müssen wir unsere Ausbildung und unser Studium zu Ende bringen“, fügt Woermann hinzu. Zeit haben sie noch. Sie sind ja jung.

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