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Kay Gätgens nimmt sichtlich erleichtert die Glückwünsche von Mechthild Führbaum entgegen. Mit 27 zu 17 Stimmen hat die Bezirksversammlung Gätgens zum neuen Bezirksamtsleiter Eimsbüttel gewählt. Foto:
Bezirksversammlung hat gewählt

Gätgens neuer Bezirksamtsleiter Eimsbüttel

Kay Gätgens ist der neue Bezirksamtsleiter Eimsbüttel. Die Mehrheit der Bezirksversammlung hat am Donnerstag für den Baudezernenten als Nachfolger von Torsten Sevecke gestimmt. Angesichts von 17 Gegenstimmen erklärte Gätgens, auch seine Kritiker unter den Abgeordneten überzeugen zu wollen.

Von Matthias Berger

Die Mehrheit von 27 Stimmen reichten Gätgens am Ende aus, und ihm war die Freude über seine Wahl zum Bezirksamtsleiter Eimsbüttel deutlich anzumerken. Mit strahlendem Lächeln nahm er die Glückwünsche der Abgeordneten entgegen, unter denen es auch einige Kritiker gibt.

Gätgens bezeichnete das Wahlergebnis in seiner Ansprache an die Bezirksversammlung dann auch als „erwartbar knapp“. Dabei nutzte er die erste Gelegenheit, um für eine konstruktive Zusammenarbeit zu werben. „Ich möchte denen die Hand reichen, die heute nicht für mich stimmen konnten. Auf dass wir vertrauensvoll und gut zusammenarbeiten.“

Gätgens will Beteiligungskultur stärken

Er freue sich auf seine neue Aufgabe, so Gätgens, und betonte, sich seiner Verantwortung bewusst zu sein. „Ich werde das Amt mit großer Leidenschaft für Eimsbüttel ausfüllen. Es sind gesellschaftliche unruhige Zeiten. Daher ist es wichtig, dass jeder seine Rolle wahrnimmt.“ Zudem gelte es, die gute Beteiligungskultur in Eimsbüttel weiter auszubauen.

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung war die erste Gratulantin. „Wir haben einen Eimsbütteler gewählt, der Eimsbüttel von Kindheit an kennt. Er kennt die Verwaltung und er war Politiker“, erklärte Mechthild Führbaum (SPD) die Entscheidung der rot-grünen Koalition. „Er kennt sich auf allen Gebieten aus, und das war uns wichtig.“

Führbaum warnt: nicht betriebsblind werden

Dabei warnte Führbaum davor, dass zu viel Fachwissen auch hinderlich sein könnte. „Wenn man sich zu gut auskennt, sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, wird betriebsblind. Aber dafür haben sie die Politik. Wir werden dann mit ihnen das Gespräch suchen. Und wer sie kennt, weiß, dass sie immer ein offenes Ohr haben.“

Auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion zeigte sich erleichtert über die Wahl Gätgens, der mit seiner Familie in Schnelsen lebt. Rüdiger Rust: „Ich bin froh, dass es nach Jahrzehnten mal wieder einen Bezirksamtsleiter aus den Nicht-Kerngebieten gibt.“

CDU und Grüne stellen sich hinter Gätgens

Auch die Fraktionsvorsitzenden der CDU und der Grünen ließen keinen Zweifel aufkommen, dass sie Gätgens für den bestmöglichen Nachfolger von Torsten Sevecke halten. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, erklärte der Grüne Philip Engler. „Sie haben als Bewerber den besten Eindruck gemacht“, betonte CDU-Chef Rüdiger Kuhn. Gätgens zeichne sich durch eine Bescheidenheit und Offenheit aus, „so dass wir hoffen können, das Inhalte zukünftig erst in der Bezirksversammlung diskutiert werden, bevor sie in der Presse stehen“.

Selbst die Linksfraktion, die im Vorfeld die deutlichste Kritik an der Nominierung von Gätgens geäußert hatte, sparte sich an diesem Abend verbale Spitzen gegen den neuen Bezirksamtsleiter. Die Fraktionsvorsitzende Zaklin Nastic hatte sogar Kekse mitgebracht. Ein Geschenk, das nicht symbolisch gemeint war, wie sich Nastic beeilte zu betonen. „Das heißt nicht, dass wir ihnen auf den Keks gehen wollen.“

LINKE kritisiert Wahl durch Bezirksversammlung

Gleichzeitig erklärte Nastic, dass sich die LINKE gewünscht hätte, dass die Einwohner ihren „Bürgermeister“ selbst wählen dürfen. Trotzdem hoffe sie auf eine gute Zusammenarbeit und darauf, dass Gätgens sich auch als politischer Bezirksamtsleiter verstehe.

Gänzlich auf warme Worte verzichtete FDP-Mann Burkhardt Müller-Sönksen. „Die Bezirksversammlung hat sie gewählt, und das muss man als Demokrat anerkennen.“ Auch auf ein Geschenk verzichtete der Sprecher der Gruppe der Fraktionslosen. „Die Lorbeeren müssen sie sich erst erarbeiten.“

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