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Die Fällsaison endet in Eimsbüttel mit negativer Bilanz. Foto: Malte Klauck

Tag des Baums

Kahle Fällliste

Hamburg definiert sich als “grüne Stadt”. Für gefällte Bäume müssen in der Regel neue gepflanzt oder Geld gezahlt werden. In der Fällsaison 2015/16 wurden in Eimsbüttel jedoch mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt. Die Fällliste des Bezirksamts gibt dieses Minus nicht wieder.

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Die Gründe für das Fällen von Bäumen sind vielfältig. Im öffentlichen Raum werden vor allem Straßenbäume entwurzelt, deren Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Darüber hinaus werden auch solche Bäume “abgenommen”, deren Entwicklung schlecht verläuft. Wenn die Bäume also krank sind oder falsch wachsen. Dadurch soll ein gesunder Baumbestand sichergestellt werden. Oft müssen Bäume aber auch Bauvorhaben weichen.

Einen Überblick über Baumbestände im Bezirk Eimsbüttel soll die Fällliste geben. Sie listet Gründe für Rodungen auf und zeigt, ob eine Nachpflanzung vorgesehen ist. Auf den ersten Blick weist der Bezirk Eimsbüttel eine positive Baumbilanz auf. Die Fällliste enthält 99 Fällungen laut Bezirksamt werden im Gegenzug 110 Bäume nachgepflanzt. Die Fällungen beziehen sich allerdings nur auf Straßenbäume. Rodungen auf Privatgrundstücken oder in Naturschutzgebieten werden auf der Liste nicht erfasst und Stand April 2016 nur Fällungen gelistet, die bis Mitte Dezember 2015 durchgeführt wurden. Die genannten Pflanzungen beziehen sich dagegen auf den gesamten Bestand.

Schwund im Bezirk

Die tatsächliche Bilanz sieht entsprechend anders aus. Laut Anja Bunning von der Pressestelle des Bezirksamts wurden in der vergangenen Fällsaison 1.170 Bäume auf Privatgrundstücken in Eimsbüttel gefällt, meistens für Bauprojekte. Für 14 davon lag keine Fällgenehmigung vor. Das Bezirksamt forderte 770 Nachpflanzungen und insgesamt rund 80.000 Euro an Ausgleichszahlungen, die die Behörde für eigene Nachpflanzungen nutzen soll.

In der Eidelstedter Feldmark gibt es gleich mehrere Einschnitte, heißt es vom Verein Pro Niendorfer Gehege. Im Gebiet zwischen Röthmoorweg und Röthmoorsteg seien die Restbestände ehemaliger Baumschulen verschwunden. Auch für ein neues Rückhaltebecken, nötig im Zuge des A7-Ausbaus, seien mehrere Bäume gefällt worden. Insgesamt belaufe sich der Baumverlust hier auf mehr als 100 Bäume. Im Forstgebiet des Niendorfer Geheges nimmt der Baumbestand dagegen zu. Der Zuwachs überlagere dort den für die Waldpflege gefällten Anteil der Bäume, sagt Sven Wurster von der Revierförsterei Niendorfer Gehege.

Legt man die verfügbaren Zahlen zugrunde verliert der Bezirk in der Summe Baumbestand. Die Aufzeichnungen über Fällungen und Nachpflanzungen sind jedoch so lückenhaft, dass es uns unmöglich ist, das tatsächliche Defizit zu errechnen.

Bäume weichen Wohnungen

Dieter Siebeneicher von der Eimsbütteler Gruppe des Naturschutzbund (NABU) bemängelt die Baumverluste. Er weist darauf hin, dass jeder Baum ein Klima- und Luftverbesserer ist. Die Fällungen im Bezirksgebiet sind seiner Meinung nach ein Problem für die lokalen Tierbestände. Bäume und Hecken böten Vögeln, Insekten und Nagetieren wichtigen Lebensraum. Insbesondere manche Fledermausarten leben in alten, von Spechten ausgehöhlten Bäumen, die aufgrund mangelnder Standsicherheit sehr häufig gefällt werden, sagt Siebeneicher. Bezüglich Baumfällungen auf Privatgrundstücken habe der Bezirk jedoch kaum Handhabe.

Durch die akute Wohnungsnot in Eimsbüttel würde häufig mit maximaler Bebauung geplant und die Grünflächen vollständig zerstört. Man könne zwar, sofern ein neuer Bebauungsplan aufgestellt wird, versuchen durch Stellungnahmen dazu Einfluss zu nehmen. Beeinflussen lassen sich die Pläne allerdings in der Regel nicht, sagt der Umweltschützer. Ist kein neuer Bebauungsplan vorgesehen, gibt es also ein Eilverfahren oder wird ein bestehender Bauplan verfolgt, werde man gar nicht über die Fällungen informiert. Zwar müsse für Baumfällungen Ersatz geschaffen werden, der NABU habe aber keine Kontrollmöglichkeiten, ob Nachpflanzungen tatsächlich erfolgen.

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