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Das Kir öffnet am Samstag seine Türen. Foto: Louisa Grewe
Zweiter Versuch

Kir-Eröffnung: „Wir werden sehen, was passiert“

Ursprünglich sollte das Kir bereits am 6. Februar seine Pforten öffnen, doch das Bezirksamt machte den Betreibern einen Strich durch die Rechnung. Am Samstag soll es nun jedoch losgehen.

Von Louisa Grewe

Laute Musik tönt aus einem Radio. Überall liegen Werkzeuge herum. Die Sofas sind noch nicht aufgestellt. Das DJ-Pult wird von einer großen Leiter versperrt und lauter Kabel warten darauf, angeschlossen zu werden. Noch sieht es im Inneren des Flachdach-Hauses am Langenfelder Damm nicht danach aus, dass hier am Samstag eine Bar seine Eröffnung feiert. Kir-Mitinhaber Rüdiger Schwarz, der gemeinsam mit José Bonachera Boza das Geschäft leitet, ist dennoch optimistisch: „Das kennen wir vom letzten Mal. Das geht dann am Ende ganz schnell“.

Keine Konzession

Bereits am 6. Februar war die Eröffnung des Clubs geplant – wir berichteten. Doch daraus wurde nichts: Das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt (WBZ) erteilte den Betreibern des Kir keine Genehmigung für den Alkoholausschank. Dabei gebe es den sogenannten Bestandsschutz, wie Schwarz erklärt. Wenn bereits eine Gaststätte in den Räumlichkeiten existierte, könne die Konzession des Vorgängers wieder aktiviert werden. Am Kir-Standort im Langenfelder Damm war bis vor einem halben Jahr eine Shisha-Bar, in der nach Angaben von Schwarz ebenfalls Alkohol ausgeschenkt und Musik gespielt wurde.

„Obwohl wir wussten, dass es diese Konzession für den Standort gab, haben wir extra noch viermal nachgefragt, ob wir Alkohol und kleine Speisen dort verkaufen können oder nicht.“ Jedes mal sei die Antwort positiv gewesen. Der zuständige Sachbearbeiter im Bezirksamt Eimsbüttel hätte den Betreibern die Konzession zugesichert. In einem Folgetermin legten die Inhaber geforderte Dokumente wie den Mietvertrag und die Personalausweise vor und erhielten die Zusicherung. Daraufhin hätten die Inhaber angefangen zu bauen: „20.000 Euro haben wir für den Mietvertrag und die Renovierung dann rausgehauen“, erzählt uns Schwarz, „aber dann bekamen wir eine schriftliche Benachrichtigung vom Bezirksamt Eimsbüttel“. Das Kir sei am Langenfelder Damm nicht genehmigungsfähig. Es sei zu laut, fasst Schwarz das Schreiben zusammen.

Missverständnis

Inhaber Schwarz versteht nicht, wie es zu diesem „Hin und Her“ gekommen ist. Er kann sich das nur damit erklären, dass die Zuständigen zwei Anfragen der Kir-Betreiber verwechselt haben: Das Gebäude neben dem neuen Kir steht seit über acht Jahren leer. Die Inhaber wollten die Fläche dazu mieten und eine Disko-Bar eröffnen. Von ihrem Sachbearbeiter wurden sie mit dieser Idee an das Bauamt verwiesen. „Vielleicht hätten wir das lassen sollen“, sagt Schwarz. Nachdem das Bauamt eine Alkoholausschank-Genehmigung für eine Disko ausschloss, war das Thema für die Betreiber durch. „Aber das Amt dachte nun vielleicht, dass wir nun im Laden nebenan eine Disko planen“, vermutet Schwarz. Schon im Februar bestätigte uns die Pressestelle des Bezirksamts, dass es ein „Riesen-Abstimmungsproblem“ gebe. Kommunikationsschwierigkeiten, die die Kir-Eröffnung um einen Monat verschob.

Schwarz ist enttäuscht und empört über die Kommunikation mit den Zuständigen. Zumal die Bauprüfung die Räumlichkeiten für „völlig in Ordnung“ befunden habe. Weder Schallschutz, Brandschutz noch Notausgänge seien kritisiert worden, so Schwarz. Vergangene Woche wendete er sich dann direkt an den Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke. „Wir haben jetzt genau die Konzession, die wir schon vor Wochen wollten“, sagt Schwarz. Auf den ganzen „Stress“ hätte der Inhaber gerne verzichtet: „Das ist ja nicht so, als hätten wir jetzt einen entspannten Monat gehabt.“ Für sie und auch die Mitarbeiter sei das Ganze eine „große Katastrophe“ gewesen. Es sei eine Menge Geld verloren gegangen und einige Mitarbeiter mussten sich arbeitslos melden. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir hier überhaupt noch aufmachen.“

„Alles schick“

Trotzdem freut sich Schwarz auf die Zeit in Eimsbüttel. Den neuen Standort am Langenfelder Damm zeichneten nicht nur die Räumlichkeiten aus. Besonders die gute Infrastruktur durch die nahe liegende S-Bahn sei ausschlaggebend für die Entscheidung der Betreiber gewesen. Schwarz selbst sei vor Monaten an dem Gebäude vorbeigefahren: „Mir ist das Flachdach sofort ins Auge gesprungen“. Zu der guten Lage kommt hinzu, dass nach Angaben des Betreibers viele Kir-Stammgäste in Eimsbüttel zu Hause sind. „Insofern ist alles schick“, zeigt sich Schwarz zufrieden mit der Wahl der neuen Räumlichkeiten. Beim letzten Standort in der Kleinen Freiheit gab es immer wieder Anwohnerbeschwerden. Diese seien ein Grund mehr für das Flachdachhaus am Langenfelder Damm gewesen, weil dort keine Menschen drüber oder nebenan wohnen.

An die Eröffnung am kommenden Samstag geht Schwarz dennoch ohne große Erwartungen heran. Das Kir selbst wird keine Werbung für die eigene Eröffnung machen, um den großen Ansturm erst einmal zu vermeiden. „Wir müssen im laufenden Betrieb genau so sein, wie das Amt uns haben will“, sagt er. Er fügt aber schmunzelnd hinzu: „Unsere Gäste kennen uns ja. Da werden schon ein paar kommen.“ Schwarz und Boza wollen die ersten Wochen abwarten und dann eine Entscheidung treffen, ob das Kir am Langenfelder Damm 94 eine Zukunft hat. „Wir müssen nun sehen, wie wir hier durchkommen.“

Mehr Kultur. Weitere Neueröffnungen.

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