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Leonie Bothe, Life Coachin
Leonie Bothe ist Life Coachin. Foto: Privatarchiv Leonie Bothe
Magazin #31

Life Coaching: Weitermachen oder neu anfangen?

Lebensentwürfe ändern sich. Die Life Coachin Leonie Bothe weiß das. Nach einem Burn-out krempelt sie ihr Leben um und zieht von Eimsbüttel nach Portugal. Heute begleitet sie Menschen, die im Leben feststecken.

Von Julia Haas

Nach Jahren des Stresses wagt die Eimsbüttelerin Leonie Bothe einen Neuanfang. Sie verlässt die Festanstellung und zieht nach Portugal. Heute regt die 33-jährige Life Coachin Menschen an, neue Perspektiven zu finden.

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Eimsbütteler Nachrichten: Was bedeutet Life Coaching?

Leonie Bothe: Oft nehmen Menschen sich einen Life Coach, wenn sie vor einer Herausforderung ­stehen oder unzufrieden sind. Dann geht es darum, sich den Themen zu stellen, innere Blockaden zu lösen und Wege zu finden, um das Leben zu führen, das man wirklich möchte.

Wie funktioniert das?

Ein Coaching ist ein interaktives Gespräch – ­im­mer mit einem Ziel im Blick. Durch das Stellen von lösungs­orien­tierten Fragen bringe ich ­meine Coachees zur Selbstreflexion. Im Prinzip ­gebe ich ihnen einen Werk­zeug­koffer an die Hand, um sich selbst zu helfen. Im Coaching-Prozess lernt man, mit herausfordern­den Situationen ­besser umzugehen, ­seine Einstellung zu ­ändern und richtige Entscheidungen für den weiteren Lebensweg zu treffen.

Also Lösungen finden statt Probleme suchen?

Natürlich hilft es, das Problem im Ansatz verstehen. Aber in ­erster Linie geht es darum, Wege zu finden, das Problem zu lösen. Oft neigen wir dazu, uns auf das Problem zu fokussieren. Dadurch machen wir es größer und drama­tischer. Unser Körper sagt dann manchmal: Geh ­lieber den bequemen Weg und weiche dem Ganzen aus. Im Coaching geht es ­darum zu erkennen: Für jede Situation gibt es Lösungen. Die Frage ist: Wie komme ich dahin?

Krisen bewältigen und Ziele erreichen

In welcher Situation kommen Menschen zu Ihnen?

Viele ­meiner Coachees stecken an einem Punkt in ihrem Leben fest oder haben das Gefühl, sich im Kreis zu ­drehen. Zum Beispiel weil sie ­unter Stress im Beruf leiden, mit ihrer Job- oder Lebenssituation ­unzufrieden sind oder immer in dieselben Beziehungs­muster verfallen. Andere haben ein ­konkretes Ziel vor Augen – sei es sportlich, ­beruflich oder in anderen Bereichen –, wissen aber nicht, wie sie dort hinkommen.

In ­welchem Lebensabschnitt die Menschen ­stecken, ist ganz unterschiedlich. Ebenso die Altersspanne. Ich habe mit Studenten ge­arbeitet, meine älteste Coachee ist über 60 Jahre alt.

Was hindert Menschen daran, das Leben zu leben, das sie sich wünschen?

Oft blockieren uns alte Glaubenssätze oder gesellschaftliche Anforderungen. Vielleicht wächst man mit Eltern auf, die konkrete Lebensvorstellungen für einen haben. Man selbst hat aber andere Wünsche. Herauszufinden, was ich selbst möchte, ist oft schwer. Deswegen ist es wichtig, sich zu fragen, was macht mich glücklich? Und was hält mich davon ab, so zu leben?

Ist das so einfach ­herauszufinden?

Teilweise wissen wir, was uns davon abhält, unser Wunsch­leben zu führen, stehen uns aber selbst im Weg. Im Life Coaching arbeiten wir deswegen viel mit Perspektivwechseln. Zum Beispiel: Stell dir vor, du bist 80 Jahre alt und schaust auf dein Leben ­zurück. Bist du zufrieden? Diese neue Sichtweise lässt Probleme, die einem in diesem Moment riesengroß vorkommen, kleiner wirken. Dadurch wird es leichter, Lösungen zu finden und richtige Entscheidungen zu treffen.

Neue Lebenswege finden

Passiert es, dass ­diese Selbstreflexion zu neuen Lebensentwürfen führt?

Definitiv. Oft dreht man an einer kleinen Schraube, und dadurch setzt sich die ­nächste in Gang. Wer ein Thema angeht und erkennt, was er oder sie schaffen kann, findet eher den Mut, auch andere Probleme zu lösen. Am Ende kann das ein Leben komplett verändern. Bei mir war es so.

Inwiefern?

Ich habe die ersten zehn Jahre meines Berufslebens extrem unter Stress ­gelitten – bis zum Burn-out. Ich war in Therapie, ­habe angefangen, Bücher über Mindset zu lesen, und habe ein Coaching-Programm ­gemacht.

Mir hat es sehr geholfen zu verstehen, was ich bewegen kann, wenn ich Verantwortung für mich selbst übernehme. Ich ­habe eine andere Einstellung gegenüber Stress entwickelt und einen ­besseren Umgang mit Herausforderungen gefunden.

Ich bin zunächst in meinen alten Job zurück und habe parallel eine Coaching-Ausbildung gemacht und beruflich etwas Neues aufgebaut.

Inzwischen sind Sie selbstständig und pendeln zwischen Eimsbüttel und Portugal.

Ich hatte immer den Wunsch, im Ausland zu leben. Aber etwas hat mich abgehalten – Beziehungen oder das alltägliche Hamsterrad. Irgendwann habe ich mich gefragt: Was mache ich hier eigentlich? Welches Lebenskonzept passt zu mir?

Ich bin dann von der Festanstellung in die Freiberuflichkeit. Das ermöglicht mir, mich zwischen Portugal und Hamburg hin und her zu bewegen.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Ich ­hatte zwei Monate lang ­jeden Abend Kopfschmerzen und ­habe mich gefühlt, als hätte ich Dauerfieber. Ich selbst nehme auch Coachings, wenn ich irgendwo feststecke. Meine Life Coachin hat zu mir gesagt: Du hast diese zwei Möglichkeiten – weitermachen wie bisher oder neu anfangen. Stell dir vor, du würdest einen Tag lang allen erzählen, du hast dich ­entschieden nach Portugal zu ziehen. Oder du würdest ihnen sagen, du machst weiter wie bisher und bleibst in ­deinem Angestelltenverhältnis. In diesem Moment wusste ich: Ich will es ausprobieren.

Coaching oder Therapie?

Das klingt nach einem ­schnellen Coaching-Prozess – ist das ­immer so?

Es kommt auf das Thema an. Stress kann ­beispielsweise ­viele Facetten und Ursachen haben. Einen Weg herauszufinden und in die Selbstreflexion zu ­kommen, kann sechs bis zwölf Sessions dauern. Manchmal ­findet sich in einer Sitzung die Lösung. Prinzipiell ist Coaching – anders als eine Therapie – eine Kurzzeit-Intervention.

Wann ist es sinnvoller, eine Therapie zu machen, wann, einen Life Coach aufzusuchen?

Für mich gibt es ein paar Schlüsselmomente: Wenn ich merke, jemand hat keinen Raum im Kopf, um über Lösungen ­nachzu­denken, oder hat Schwierigkeiten, sich selbst zu reflektier­en, und ist eher depressiv, ­em­pfehle ich ­eine Therapie. Das ist dann ­meine Verantwortung als Life Coachin, die Person weiterzuleiten. Teilweise kann ein Life Coaching begleitend unterstützen.

„Für mich war es wichtig, eine fundierte Ausbildung zu machen“

Insbesondere in den sozialen Medien wimmelt es von Coaches, die beruf­liche oder persönliche Erfolge versprechen. Was sagen Sie dazu?

Prinzipiell ist der Beruf „Coach” in Deutschland nicht geschützt. Theoretisch kann jeder eines Morgens aufwachen und sagen: Ich bin jetzt Coach.

Für mich war es wichtig, eine fundierte Ausbildung mit großem Praxisanteil zu ­machen. Aber nicht alle Coaches sind ausgebildet. Das muss nicht schlecht sein, aber es gibt leider Fälle, in denen selbsternannte Coaches ­enorme Schäden anrichten können. Sie führen eine richtige Verkaufsakquise durch und manipulieren einen regelrecht. Zum Beispiel indem sie versprechen, dich zum Millionär zu machen. Ich empfehle daher, bei der Auswahl eines Coaches auf eine fundierte Ausbildung zu achten.


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