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Lange wurde über ein Nutzungskonzept für die Große und Kleine Moorweide diskutiert. Jetzt entscheidet der neue Koalitionsvertrag. Foto: Ella Schinkel
Bislang entschied die Bezirksversammlung Eimsbüttel über die Nutzung der Moorweide. Jetzt ist sie nicht mehr zuständig. Foto: Ella Schinkel
Koalitionsvertrag

Moorweide – Jetzt entscheidet die Stadt

Naturschutz oder Veranstaltungsfläche? Die Nutzung der Moorweide spaltet seit langem die Bezirksversammlung. Nun ist sie nicht mehr zuständig – und auch bei dieser Entscheidung gehen die Meinungen auseinander.

Von Ella Schinkel

Die Nutzung der Moorweide am Bahnhof Dammtor bewegt die Eimsbütteler Bezirksversammlung seit vielen Jahren. Zuletzt wurden mehrere Nutzungskonzepte formuliert. CDU und Grüne schlossen sich mit einem gemeinsamen Antrag zusammen. Mit dem neuen Koalitionsvertrag der Rot-Grünen-Regierung hat sich die Zuständigkeit jedoch verändert: Künftig soll die Wirtschaftsbehörde der Stadt Hamburg über die Grünfläche entscheiden.

Moorweide: Dauerbrenner in der Bezirksversammlung

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Diskussionen, ob auf der Moorweide Veranstaltungen stattfinden dürfen.

Die Eimsbütteler SPD-Fraktion sprach sich wiederholt für eine kommerzielle Nutzung aus. Veranstaltungen auf der Großen und Kleinen Moorweide würden das Miteinander stärken und ein Ort der Kultur, des Austausches und des gemeinsamen Erlebens sein, sagte Gabor Gottlieb von der SPD-Fraktion gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten.

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Gegenstimmen wiesen auf die ökologische Bedeutung und die historische Belastung der Grünfläche hin. Im NS-Regime wurde die Moorweide als Sammelplatz für die Deportation von Jüdinnen und Juden genutzt.

Der Koalitionsvertrag überträgt Zuständigkeit

Ein kürzlich in der Bezirksversammlung eingereichter Gemeinschaftsantrag von Grünen und CDU sah ein Nutzungskonzept vor, welches einzelne Veranstaltungen unter strengen Auflagen erlauben sollte. Regenerationszeiten, eingeschränkte Nutzungsdauer und die Pflicht, die Fläche im vorgefundenen Zustand zurückzulassen, sollten den ökologischen Schutz der Moorweiden gewährleisten.

In der Sitzung der Bezirksversammlung am 24. April sollte über den Antrag abgestimmt werden. Dazu kam es aber nicht. Laut Koalitionsvertrag ist jetzt die Stadt zuständig und nicht mehr der Bezirk. 

„Als Beitrag zur Belebung der Innenstadt wollen wir weiter das Angebot von kulturellen Veranstaltungen ausbauen“, heißt es im Koalitionsvertrag. Deswegen werde die Wirtschaftsbehörde beauftragt, ein strukturiertes Nutzungskonzept für die Moorweide zu entwickeln und umzusetzen. Das Konzept solle eine nachhaltige Sondernutzung der Kleinen und Großen Moorweide durch öffentliche Veranstaltungen ermöglichen und dabei den ökologischen Schutz der Grünfläche gewährleisten.

Reaktionen aus der Bezirksversammlung

Sascha Greshake von der CDU-Fraktion Eimsbüttel zeigte sich über die neue Zuständigkeit empört. Die Moorweide werde den rot-grünen Regierungsvorstellungen geopfert und der Bezirk an dieser Stelle entmündigt. 

Auch Mikey Kleinert von der Linken äußerte Unverständnis über die Entscheidung. Die Linksfraktion lehne jegliche kommerzielle Nutzung der Fläche ab. Dass nun ausgerechnet die Wirtschaftsbehörde die Verantwortung für ein Nutzungskonzept übernehmen solle, unterstreiche eine bedenkliche Prioritätensetzung und ignoriere die Bedürfnisse der Eimsbütteler Bevölkerung.

SPD sieht neue Regelung positiv

Ali Mir Agha von der Grünenfraktion halte es aus demokratischer Sicht nicht für zielführend, den Bezirk zu übergehen. Er fürchte außerdem, dass bei steigender Veranstaltungsfrequenz die Attraktivität der Grünfläche verloren gehe. 

Gabor Gottlieb von der SPD-Fraktion sagte hingegen, aufgrund der Tatsache, dass der Hamburger Senat bereits in der Vergangenheit beim Thema Moorweide habe eingreifen müssen, sei es konsequent, dass die Stadt jetzt Verantwortung übernehme. Die Nutzung werde so für alle möglich gemacht und schaffe endlich Planungssicherheit.

Bis die Wirtschaftsbehörde ein Nutzungskonzept beschließe, gelten die alten Regelungen. 

Update vom 5. Mai 2025, 14:40 Uhr: Der Artikel wurde um die Stellungnahme von Ali Mir Agha ergänzt.


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